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Sie soll für Spanien die Kohlen aus dem katalanischen Feuer holen

Soraya Saénz de Santamaría (46) gilt als sehr starke, sehr ehrgeizige Frau.

28.10.17, 18:09


«Die mächtigste Frau Spaniens», schreibt nicht nur die Wirtschaftszeitung «El Economista». Ab heute Samstag versucht die stellvertretende Ministerpräsidentin Spaniens auf Anweisung ihres Chefs Mariano Rajoy die aufmüpfige Region Katalonien zur Normalität zurückzuführen.

Die gelernte Juristin startete ihre politische Karriere mit 29. Im Bus fuhr die junge Landesanwältin von ihrer Geburtsstadt Valladolid in die Hauptstadt Madrid, um als Beraterin des damaligen Bildungsministers Rajoy anzuheuern. «Man hat mich genommen, weil ich dem Druck standhalte», sagte sie einmal.

Bild: EPA/EFE

Seit 2004 sitzt Soraya Saénz de Santamaría für die konservative Volkspartei (PP) im Madrider Parlament. Die «Nummer zwei» im Palacio de la Moncloa ist sie seit 2011.

Das eiserne Duo

Bis heute bilden sie und Rajoy ein eingespieltes eisernes Duo, das sich stets sachlich-kühl und resolut präsentiert. Als es darum ging, die Separatisten in Katalonien zu warnen und zur Rückkehr zur Rechtmässigkeit aufzurufen, trat oft Rajoys Vize im Namen Madrids vor die Mikrofone. «Die Demokratie wird in Katalonien mit Füssen getreten», sagte sie zum Beispiel jüngst.

Besprechung mit Mariano Rajoy. Bild: EPA/EFE

María Soraya Sáenz de Santamaría Antón heisst die 46-Jährige mit vollem Namen. In Spanien wird sie aber fast nur «Soraya» genannt. Die Frau eines Anwalts und Mutter des sechsjährigen Iván war schon als Kind sehr ehrgeizig.

In einer Biografie erzählen ehemalige Lehrer, die Tochter einer Friseurin und eines Mannes ohne gelernten Beruf sei in Tränen ausgebrochen, wenn sie in der Schule keine glatte Eins bekommen habe.

Jahressalär: 74'000 Euro

Die «kleine Ameise» habe sich nun zur «Killerin» entwickelt, heisst es im Buch «La Vicepresidenta» von 2011. In der Tat holt sie für Rajoy oft die Kastanien aus dem Feuer.

Nun eilt sie für ein Jahressalär von rund 74'000 Euro zur «Rettung» nach Katalonien. Dort muss sie, wie die renommierte Zeitung «El País» schrieb, «die grösste Herausforderung der spanischen Demokratie» bewältigen. Wenn sie das schafft, dann dürfte die Prognose ihres PP-Kollegen Alfonso Alonso Wirklichkeit werden: «Soraya wird einmal Regierungschefin sein.»

(dsc/sda/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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