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Demonstranten in Marseille am 2. Juni 2016.
Bild: Claude Paris/AP/KEYSTONE

Wenige Tage vor der EM: Mehr und mehr Franzosen lehnen Streiks ab

06.06.16, 03:20 06.06.16, 04:28


In Frankreich schwindet wenige Tage vor Beginn der Fussball-Europameisterschaft die Zustimmung der Bevölkerung zu den landesweiten Streiks. 54 Prozent der Franzosen lehnen die Proteste gegen die Arbeitsmarktreformen der Regierung laut einer Umfrage inzwischen ab.

Noch im Mai hatte sich die Mehrheit für die Arbeitsniederlegungen ausgesprochen. Präsident François Hollande warnte vor einer Störung der Spiele. Niemand würde Verständnis dafür haben, wenn die Fussballfans wegen der Streiks nicht reisen könnten, sagte er dem Radiosender France Inter.

Französische Fussballfans vor dem Testspiel gegen Kamerun in Nantes: Am Freitag beginnt in Frankreich die Fussball-EM.
Bild: STEPHANE MAHE/REUTERS

Die neue Umfrage, die am Sonntag veröffentlicht wurde, bedeutet laut dem Meinungsforschungsinstitut BVA nicht, dass die Regierung mit ihren Reformvorschlägen nun auf Zustimmung in der Bevölkerung stösst. Mehr als die Hälfte der Franzosen sei weiterhin gegen die Vorschläge oder fordere Verhandlungen zwischen Regierung und Arbeitnehmervertretern, erklärten sie. Lediglich 29 Prozent stünden auf Seite der Regierung.

Seit Wochen wird gegen die geplanten Reformen protestiert. Gewerkschaften haben dabei Treibstofflager und Raffinerien blockiert. Auch bei der Bahn wurde gestreikt, für die kommenden Tage ist zudem ein Streik bei Air France geplant.

Die Regierung will unter anderem betriebsbedingte Kündigungen erleichtern und so die Hürde für Neueinstellungen senken, um die hohe Arbeitslosigkeit zu drücken. Das Fussball-Turnier beginnt am Freitag. (sda/reu)

Die Stadien der Euro 2016 in Frankreich

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Broesmu 06.06.2016 09:47
    Highlight Wohl selten ist ein Streik eine stärkere Waffe als zu einem solchen Zeitpunkt!
    5 0 Melden
  • Hustler 06.06.2016 09:45
    Highlight Die Franzosen gehen sowieso wegen jeder Kleinigkeit demonstrieren.
    4 2 Melden
  • Phipsli 06.06.2016 09:39
    Highlight Diejenigen welche einen Job haben wollen natürlich keine Lockerung vom Kündigungsschutz, aber die Jungen bekommen nur noch Praktikas oder Temporärstellen zu schlechten Konditionen kanns ja auch nicht sein...
    12 0 Melden
  • John M 06.06.2016 07:23
    Highlight Jetzt erst recht hart bleiben. Niemand wird Ihnen danken wenn Sie nachgeben
    12 23 Melden
    • Nosgar 06.06.2016 07:57
      Highlight Wäre auch ein Skandal, gäbe es keine 35h-Woche mehr...
      27 7 Melden
  • Toessemer 06.06.2016 06:35
    Highlight Dort drücken wo es weh tut. Schade, dass die Solidarität schwindet..
    12 26 Melden
    • Bijouxly 06.06.2016 07:20
      Highlight Sorry aber die Franzosen sind einfach verwöhnt. Die Reform will nicht den Arbeitsmarkt revolutionieren, sondern die Flexibilität erhöhen. Aber es ist halt gemütlich auf dem Rosenbett.
      32 8 Melden
    • Asmodeus 06.06.2016 09:43
      Highlight Die Flexibilität für die Arbeitgeber?

      Es stimmt schon, dass die Franzosen es vergleichsweise leicht haben. Hoher Kündigungsschutz und kurze Arbeitszeiten.

      Aber zu glauben es würde die Arbeitslosenrate senken indem man es den Firmen erleichtert Leute rauszuwerfen? Wers glaubt.

      Schröder hat auch behauptet Hartz IV würde den Leuten helfen.
      Man hat gesehen was Hartz IV hilft.
      2 2 Melden
    • Bijouxly 06.06.2016 10:26
      Highlight Stell dir vor du hast eine Firma, es sind wirtschaftlich unsichere Zeiten. Du hast trotzdem viel Arbeit. Du weisst aber, dass immer wieder das Risiko einer Krise besteht. Willst du jetzt einen neuen Arbeiter einstellen, dem du nicht mehr kündigen kannst falls es brenzlig wird? Nein. Du verteilst die Arbeit auf angestellte. Würdest du aber in der Krise dein Geschäft durch Entlassungen erhalten können, dann würdest du jemandem Arbeit anbieten. Ich glaube, das erklärt ziemlich genau, weshalb ein flexiblerer Arbeitsmarkt einen positiven Einlfuss hat.
      2 0 Melden
    • Asmodeus 06.06.2016 10:32
      Highlight Das Ergebnis wäre derselbe Bullshit wie er bei uns in der Firma seit 2-3 Jahren praktiziert wird.

      Langjährige Mitarbeiter die rausgeworfen werden weil es sie grade nicht braucht. Nur um dann 2-3 Monate später dieselben Leute wieder einzustellen weil man merkt es braucht sie doch.

      "Temporäre" Mitarbeiter die für 3 Monate geholt werden, dann gefeuert, dann nach 2 Monaten wieder eingestellt, nach 2 Monaten wieder gefordert. Immer mit unbefristeten Arbeitsverträgen.

      Da fühlt man sich ja sicher, kann sich eine Existenz aufbauen (z.B. eigene Wohnung etc.).....

      Vom Arbeitsklima ganz zu schweigen
      1 0 Melden
    • Bijouxly 06.06.2016 10:43
      Highlight Dafür kannst du arbeiten, oder?
      1 1 Melden
    • Amboss 06.06.2016 10:45
      Highlight @Asmodeus:
      Frankreich gehts wirklich schlecht. Die Arbeitslosigkeit hoch, die Aussichten düster.

      Ob das jetzt die super-Lösung ist. Ich weiss es nicht.
      Aber man könnte es ja mal versuchen. Kann eigentlich nur besser werden.

      Angenommen, du hättest eine Firma. Und weisst, wenn du jemanden anstellst bringst du ihn kaum mehr los, zB falls er zB Probleme macht.
      Stellst du dann jemanden an? Vielleicht sogar mit einem ungewöhnlichen Lebenslauf? Nein
      So ist es in Frankreich momentan.

      Aber wenn du weisst, du kannst ihm in drei Monaten kündigen, gibst du ihm vielleicht eine Chance
      0 0 Melden
    • Asmodeus 06.06.2016 10:49
      Highlight Ich könnte auch sonst arbeiten. In dem Feld in dem ich arbeite gibt es Fachkräftemangel.

      Mir geht es um die armen Schweine die zum Mindestlohn arbeiten, überarbeitet sind, dadurch Fehler machen und die danach vom Management auch noch auf den Deckel bekommen.

      In einer Firma die übrigens gerade Rekordgewinne verzeichnet
      0 0 Melden
    • Amboss 06.06.2016 11:21
      Highlight @Asmodeus:
      Ist natürlich das einfachste. Ausrufen gegen irgendwen und nichts zum Thema sagen
      1 0 Melden

Papa Valon tröstet Baby Neymar – und 6 weitere unheimliche Begegnungen 

Neymar hat in der Nacht nach dem Spiel gegen die Schweiz wohl noch von Valon Behrami geträumt: So intensiv wurde er vom Tessiner während des Matchs betreut.

Als Erinnerung bleiben ihnen die Schmerzen – und uns dieses ikonische Bild:

Dabei hätte alles so anders kommen können, wären die beiden nur in anderen Situationen aufeinander getroffen. (Wobei: So richtig angenehm wäre auch das für den Brasilianer nicht geworden.)

Wir haben da mal was gebastelt: 

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