International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Terry Crews attends

Terry Crews 2016 in Los Angeles. Bild: Richard Shotwell/Invision/AP/Invision

Ein neuer Fall von #MeToo: Wenn das Opfer ein schwarzer Mann und keine weisse Frau ist

04.12.17, 18:42 04.12.17, 21:30


Der ehemalige amerikanische Profi-Footballer und jetzige Schauspieler Terry Crews bringt einen neuen Fall von sexueller Belästigung ans Licht. Doch dieses Mal ist alles ganz anders. Mit Crews ist das Opfer, wie zuletzt oft, nicht eine junge, weisse Frau, sondern ein 49-jähriger, schwarzer Mann – 1,91 Meter gross und über 100 Kilogramm schwer.

Wie «bet.com» schreibt, habe sich Crews nie damit zufrieden gegeben, still zu sein. Dies trotz Karrieren in Berufen, in denen vielfach schwarze Männer befolgen, was andere sagen. Auch im aktuellen Kontext bringt der aus dem US-Bundesstaat Michigan stammende Hüne ans Licht, was viele einfach totgeschwiegen hätten.

Adam Venit

Adam Venit, ein grosser Fisch im amerikanischen Filmbusiness. bild: twitter

Der Griff in die Genitalien

Es passiert im Februar vergangenen Jahres als Terry Crews mit seiner Frau eine Party in den Hollywood Hills besucht, organisiert von bekannten Schauspieler Adam Sandler («50 erste Dates»). Dort trifft er auf Adam Venit, einen grossen Player in der Branche, zugleich Sandlers Agent und Leiter der Filmabteilung der riesigen Agentur William Morris Endeavor. Venit vertritt nicht nur Adam Sandler, sondern auch die Oscar-Preisträger Emma Stone, Diane Keaton, Eddie Murphy und viele mehr. «Er ist wahrscheinlich mit jedem im Geschäft verbunden, den ich kenne» sagt Crews über den einflussreichen Filmschaffenden, zuvor jemals getroffen hat ihn der ehemalige Footballer aber nie.

Gemäss «bet.com» starrte Venit Crews an besagter Party aus einiger Entfernung an und streckte dabei seine Zunge auf eine anstössige Weise raus. Als sich die beiden nähern, streckt Crews zur Begrüssung seine Hand aus – Adam Venit drückt mit seiner aber Crews' Genitalien zusammen. Dieser springt schockiert zurück und gibt zu Protokoll, sich nie «entmannter, objektivierter gefühlt zu haben». Er ging zu Adam Sandler und beschwerte sich: «Hol deinen Jungen! Was ist sein Problem?»

Terry Crews arrives at the FOX Networks Upfront Presentation Party at Wollman Rink in Central Park on Monday, May 16, 2016, in New York. (Photo by Evan Agostini/Invision/AP)

«Entmannt und objektiviert» hat sich Crews nach dem Vorfall gefühlt. Bild: Evan Agostini/Invision/AP/Invision

Grosse Ernüchterung

Einen kurzen Moment überlegt sich der fast zwei Meter grosse Schauspieler, die Fäuste zur Hilfe zu nehmen, doch aus Sorge über die mögliche Schlagzeile am nächsten Tag in der Zeitung lässt er es bleiben. Terry Crews sagt, er hätte über den Vorfall, der im letzten Jahr passiert ist, aus dem gleichen Grund geschwiegen wie all die Frauen, die in letzter Zeit sexuelle Belästigung erfahren haben.

Nun hat sich Crews aber doch dazu entschieden, den Vorfall öffentlich zu machen, vor zwei Wochen füllte er einen Polizeirapport aus, der Adam Venit des sexuellen Missbrauchs bezichtigt. William Morris Endeavor, die renommierte Agentur, suspendierte Venit auf unbestimmte Zeit.

Aus «auf unbestimmte Zeit» wurde exakt ein Monat, Adam Venit ist mittlerweile wieder bei der Arbeit. Es wurde erwartet, dass Crews vor einem harten Kampf stehen würde, war er als Ankläger doch ein Schwarzer und keine junge Weisse. Dass der Fall aber derart schnell im Keim ersticken würde, das muss gemäss «bet.com» «selbst für den grössten Zyniker wirklich überraschend sein».

Zur ganzen, ausführlichen Story geht's hier.

(rst)

Tennisspieler belästigt TV-Reporterin vor laufender Kamera

Video: watson/Lya Saxer

Rolling Stone zieht Text zurück: Wie ein Artikel Opfern sexueller Gewalt schaden könnte

Harvey Weinstein

Im Fall Weinstein gibt's vor allem eins zu sagen: «Fuck you!» – an mehrere Adressen

Hollywood in Aufruhr: Star-Produzent Weinstein drohen bis 25 Jahre Knast

US-Starproduzent Harvey Weinstein nach Sex-Vorwürfen gefeuert

Hollywoods schmutziges Geheimnis

«Habe entschieden, meinen Mann zu verlassen»: Nicht nur seine Frau lässt Weinstein fallen

Lindsay Lohan verteidigt Harvey Weinstein in Instagram-Video

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

17
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Karl33 04.12.2017 19:47
    Highlight Der Artikel festigt halt das Klischee, dass nur Minderheiten -Schwarze- oder Frauen Opfer sein können.
    Dürfte ein weisser Mann, und nicht mal 2m gross, sondern bloss 1.80, auch Opfer sein? Oder würde euch das nicht für eine Schlagzeile reichen?
    31 77 Melden
  • alenna 04.12.2017 19:37
    Highlight Das ist wahrscheinlich alles noch die Spitze des Eisberges. Was wohl alles mit Kinderschauspieler in Hollywood passiert, die ja noch leichtere Opfer sind?
    Ich möchte mir das gar nicht vorstellen.. 😔
    67 7 Melden
    • Helona 04.12.2017 22:02
      Highlight Schön und gut. Weshalb wird dann ein Kindrrschänder wie Michael Jackson noch immer heiss verehrt? Und warum streitet seine Fangemeide jedes Fehlverhalten vehement ab?
      31 18 Melden
    • pamayer 05.12.2017 06:02
      Highlight @Helona
      Wahrscheinlich, weil sie selbst am liebsten Sex mit M.J. gehabt hätten anstelle der armen Knäblein.
      7 7 Melden
  • Enzasa 04.12.2017 19:33
    Highlight Cool, dass er es öffentlich macht.
    Er ist groß, stark, ein Mann von körperlicher Überlegenheit und trotzdem schnappt die Sexismusfalle zu.
    „Wenn ich zu schlage“ was er ohne weiteres kann, aber dann gibt es unkontrollierbare Schlagzeilen, öffentliche Aufmerksamkeit, die einem den nächsten Job kosten kann oder keine Angebote.
    Auf der anderen Seite, keine Ahndung, milde Strafen oder vielleicht sogar selber Ärger
    54 3 Melden
  • Blutgrätscher 04.12.2017 19:32
    Highlight "Es wurde erwartet, dass Crews vor einem harten Kampf stehen würde, war er als Ankläger doch ein Schwarzer und keine junge Weisse."

    Kann man das noch reisserischer formulieren?

    Das wird ein harter Kampf, weil vor Gericht die Unschuldsvermutung gilt und ich beim besten Willen nicht weiss, wie man zweifelsfrei beweisen soll, dass jemand dir vor einem halben Jahr an die Eier gegriffen hat.
    139 23 Melden
    • Bruno S. 88 04.12.2017 19:55
      Highlight ...Zeugen?!
      11 5 Melden
    • dath bane 05.12.2017 09:27
      Highlight War doch an einer Party? Gabs da keine Zeugen?
      2 0 Melden
  • pamayer 04.12.2017 19:19
    Highlight Auch Männer werden ebenso Opfer sexueller Gewalt.
    Das Patriarchat metzelt alle nieder. Sehr destruktiv. Durch und durch.
    79 22 Melden
    • Karl33 04.12.2017 21:45
      Highlight Machtmissbrauch gibts in allen Gesellschaften. Egal ob sie 'Matriarchalisch' oder kommunistisch sind, egal ob eine religiöse Sekte oder eine indigene Sippschaft.
      26 24 Melden
    • Enzasa 05.12.2017 16:23
      Highlight Und es gibt immer auch eine Gruppe die, die Täter schützt und deckt
      0 0 Melden

Hollywood trauert um Burt Reynolds – der Schauspieler stirbt im Alter von 82 Jahren

Vom Footballspieler zum Sexsymbol in Hollywood: Burt Reynolds war eines der Aushängeschilder der US-Filmbranche. Nun ist er im Alter von 82 Jahren gestorben.

Hollywoodstar Burt Reynolds ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Das berichteten mehrere US-Medien am Donnerstag übereinstimmend, darunter der Sender CNN und das Magazin «Hollywood Reporter».

In der Westernserie «Rauchende Colts» war Reynolds in den 60er Jahren lange als Hufschmied Quint Asper zu sehen. Vor allem in den 70er und 80er Jahren galt Reynolds in Hollywood als Kassenmagnet.

Thriller wie «Beim Sterben ist jeder der Erste» und «Ein ausgekochtes Schlitzohr» wurden zu Hits. Einen Oscar …

Artikel lesen