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A frame grab taken from a footage released by Russia's Defence Ministry shows smoke caused by airstrikes carried out by the country's air force at an unknown location in Syria, October 26, 2015. REUTERS/Ministry of Defence of the Russian Federation/Handout via Reuters ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. IT IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. NO RESALES. NO ARCHIVE.

Satelliten-Bild eines russischen Luftangriffs in Syrien.
Bild: HANDOUT/REUTERS

Russische Luftangriffe in Syrien: Allein im Oktober wurden über 120'000 Menschen vertrieben

Russland fliegt Luftangriffe auf Syrien – und Zehntausende Menschen flüchten vor den Bomben. Die UNO hat nun die Zahl der vertriebenen Syrer deutlich nach oben korrigiert: allein für den Oktober auf mehr als 120'000.

27.10.15, 04:39 27.10.15, 10:13


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In Syrien sind nach Angaben der UNO seit Anfang des Monats mindestens 120'000 Menschen vor den Kämpfen in den Bezirken Aleppo, Hama und Idlib geflohen. Die meisten suchten in der Nähe ihrer Heimatorte oder in Lagern nahe der türkischen Grenze Schutz vor den Gefechten, sagte eine UNO-Sprecherin in Genf.

Vor einigen Tagen hatten die Vereinten Nationen noch von 50'000 Flüchtlingen in den betroffenen Regionen gesprochen. Dort toben heftige Kämpfe zwischen der von der russischen Luftwaffe unterstützten syrischen Armee und verschiedenen Rebellengruppen. Dabei werden immer wieder auch Zivilisten getötet.

Die syrische Opposition gibt Russland die Schuld daran: Willkürliche russische Luftangriffe seien inzwischen die Haupt-Todesursache für Zivilisten, sagte der Sprecher der Syrischen Nationalkoalition, Najib Ghadbian. Die russische Intervention in Syrien erleichtere Präsident Baschar al-Assads «Krieg gegen Zivilisten».

Laut den Angaben syrischer Hilfskräfte sind seit Beginn der russischen Luftangriffe mehr als 436 Menschen ums Leben gekommen. «Mehr als die Hälfte der Todesopfer lässt sich direkt mit russischen Angriffen in Verbindung bringen», sagte Ghadbian.

Russische Luftangriffe in Syrien

Russland weist die Vorwürfe von sich. Der Kreml gibt an, das russische Vorgehen in Syrien ziele allein auf die Bekämpfung von terroristischen und extremistischen Gruppen ab. Wie das Verteidigungsministerium bekannt gab, flog die russische Armee in den vergangenen 24 Stunden 59 Einsätze. Sie sollen 94 Ziele der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) und der Nusra-Front getroffen haben.

Russland und USA sprechen über Schritte im Syrien-Konflikt

Nach dem Besuch Assads in Moskau vergangene Woche haben die politischen Bemühungen um eine Lösung des Konflikts neuen Schwung bekommen.

Wie das russische Aussenministerium mitteilte, hat Minister Sergej Lawrow erneut mit seinem US-Kollegen John Kerry telefoniert. Bei dem dritten Gespräch in den vergangenen Tagen sei es darum gegangen, andere regionale Regierungen in den politischen Prozess einzubeziehen. Das russische Präsidialbüro erklärte später, auch Staatschef Wladimir Putin und der saudi-arabische König Salman hätten miteinander telefoniert. Thema seien ebenfalls Vorschläge zur Lösung der Krise gewesen.

Der stellvertretende russische Aussenminister Michail Bogdanow sagte, Vertreter der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) hätten Moskau etliche Male besucht. «Ja, sie waren hier, auch in dieser Woche», zitierte ihn die Agentur Interfax. Lawrow hatte angekündigt, sein Land sei bereit, der FSA mit Luftangriffen im Kampf gegen Extremisten zu helfen.

Oman könnte Vermittlerrolle in Syrien einnehmen

Auch der Oman hat sich inzwischen in die Debatte um den Syrien-Konflikt eingeschaltet. Der Aussenminister des Oman, Youssef al-Alawi Abdullah, besprach in Damaskus mit Assad Möglichkeiten für eine Beilegung des Konflikts. Oman könnte Diplomaten zufolge eine Vermittlerrolle zwischen Syrien und den Gegnern Assads einnehmen, zu denen neben den USA auch andere Golf-Staaten gehören.

Syrien: Der vergessene Krieg

Zusammengefasst: Mehr als 120'000 Menschen sind seit Anfang Oktober laut UNO-Angaben aus besonders umkämpften Gebieten in Syrien vertrieben worden. Die syrische Opposition gibt Russland die Schuld an den vielen zivilen Todesopfern in der Region. Der Kreml weist die Vorwürfe von sich. Die politischen Gespräche um den Syrien-Konflikt haben sich in der vergangenen Woche intensiviert – insbesondere zwischen Russland und den USA.

(kry/Reuters/AP)

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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spiegelfabrik 27.10.2015 10:46
    Highlight Interessant ist, dass die von der UNO vor mehr als einem Jahr aufgeforderte Unterstützung (mit Nahrungsmittel und medizinischen Grundgüter) der grossen Flüchtlinglager nahe Syrien von den westlichen Ländern ignoriert wurde. Als sich diese Situation zuspitzte, vergrösserte sich der Flüchtlingsstrom markant, da in den Flüchtlingslagern ein Leben nicht mehr realistisch war.

    Die USA unterstützt seit einiger Zeit stets nur Rebellentruppen, welche nicht nur den IS (auch von den USA einst unterstützt und finanziert) sondern sich gegenseitig wie natürlich auch Assad bekriegen.
    8 1 Melden
    • Roger Gruber 27.10.2015 13:07
      Highlight Das stimmt zwar alles, aber tut hier nichts zur Sache. Putin ist schuld. Punkt.
      Washington hat das so beschlossen und unsere Qualitätsmedien würden es ja nicht schreiben, wenn es nicht stimmen würde.
      Oder?
      5 9 Melden
  • N.F. 27.10.2015 08:50
    Highlight Das war das Ziel des Militäreinsatzes-die Schwächung Europas durch noch mehr Flüchtlinge. Wie auch die 80 russischen "Anti-Nazi"-Bürgerbewegungen die für Russland werben sollen im Baltikum, die Annektion der Krim/der Krieg in der Ukraine, die plötzlich aus dem nichts auftauchenden (russischen!) Umweltschutzgruppen als in Osteuropa Projekte für die Gewinnung von Schiefergas/-Öl gestartet wurden, die finanzielle Stärkung von Anti-Eu-Parteien wie Front National und noch viel mehr. Darum geht es!
    9 9 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 27.10.2015 10:53
      Highlight Quellenangaben bitte!
      5 2 Melden
  • HotShot 27.10.2015 07:23
    Highlight Liebes Watson Team

    Bitte Berichtet Neutral, oder Berichtet erst gar nicht. Mit Propaganda ist wahrlich niemandem geholfen.
    18 16 Melden
    • WinniePuuh 27.10.2015 08:53
      Highlight http://meedia.de/2015/10/20/ivw-blitz-analyse-auflagen-verluste-der-magazine-dramatischer-denn-je-nur-sieben-gewinner-in-der-top-50/
      Auch der Spiegel verliert massiv an Leserschaft und muss sich nicht wundern wenn der Trend anhält. Mittlerweile nur noch ein Revolverblatt auf Stufe der Bild oder The Sun.
      10 5 Melden
  • Jason 27.10.2015 06:48
    Highlight Watson """ Die Wahrheit bitte und kein Amerikanisches denken !!
    25 12 Melden
    • Spiegelfabrik 27.10.2015 12:44
      Highlight Das ist so. Reuters als Nachrichtenquelle sagt alles...
      6 1 Melden
  • Henrix 27.10.2015 06:46
    Highlight Das ist die perfideste Form von Propaganda. In dem die Greueltaten der einen Seite ständig wiederholt und die genau gleichen der anderen Seite einfach verschwiegen werden. Da muss man nicht mal luegen, sondern beeinflusst die schlafende Masse auf einer viel subtileren Ebene. Es geht nur darum das Bild USA gut, Russland böse, bei jeder Gelegenheit zu unterstreichen.
    Der Inhalt dieser Meldung ist sowieso in keinster Weise überprüfbar.
    31 8 Melden
  • The Writer Formerly Known as Peter 27.10.2015 06:23
    Highlight Solche Meldungen sind pure Propaganda. Diesmal für die andere Seite. Die Meldung ist unbestätigt und Putin alleine die Schuld zu geben ist auch nicht richtig. Die Öffentlichkeit wird in diesem Konflikt nach Strich und Faden manipuliert.
    20 6 Melden
  • zombie woof 27.10.2015 05:16
    Highlight Putin geht über Leichen um seine Ziele zu erreichen, das sollte mittlerweile allen klar sein. Assad wird ohne Folgen aus dem Morden herauskommen und von Putin beschützt, irgendwo ein ruhiges Leben führen. Alle anderen verhalten sich schön ruhig, man weiss ja nie wann man Putin braucht.
    11 34 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 27.10.2015 06:18
      Highlight Rate mal wieviele Leute vertrieben wurden seit Beginn der Krise ?

      Merkst was...?
      14 3 Melden

Terroristenmiliz «IS» benutzt Schweizer RUAG-Handgranaten

Schweizer Handgranaten des Industrie- und Rüstungskonzerns RUAG sind möglicherweise erneut in Syrien aufgetaucht. Es könnte sich laut RUAG um Handgranaten aus derselben Lieferung handeln, die 2003 und 2004 an die Vereinigten Arabischen Emirate verkauft worden waren.

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