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Bild: Alex Brandon/AP/KEYSTONE

Verprellt Trump mit dem Luftschlag in Syrien seine treuesten Anhänger?

In der Syrienkrise kann sich Donald Trump als Macher präsentieren, beeindruckt sogar den politischen Gegner. Seine engsten Anhänger jedoch fühlen sich betrogen – eine Gefahr für den Präsidenten.

07.04.17, 22:30 08.04.17, 09:02

Annett Meiritz, Washington

Ein Artikel von

Der US-Luftangriff auf eine syrische Militärbasis bringt eine völlig neue Erfahrung für Donald Trump mit sich. Zum ersten Mal erlebt der Präsident auf der offiziellen Ebene eine breite, parteiübergreifende Zustimmung für eine seiner Amtshandlungen.

Führende Republikaner und Demokraten loben den Raketenangriff auf einen Stützpunkt der Truppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Trumps Entscheidung sei ein «richtiger Schritt», eine «angemessene Reaktion» auf die Nervengiftattacke auf Zivilisten in Chan Scheichin. Auch wenn viele Demokraten zerknirscht eine Zustimmung des Kongresses für mögliche weitere Luftschläge einfordern: In der Sache überwiegt das Wohlwollen.

Der Luftschlag mit 59 Tomahawk-Marschflugkörpern in der Nacht zum Freitag hat geschafft, was Trump in den ersten Chaoswochen seiner Präsidentschaft nicht gelungen ist. Kurzzeitig kann er Blamagen um den gescheiterten Einreisebann für Muslime oder die geplatzte Gesundheitsreform kaschieren.

Für den Augenblick bestimmen ausnahmsweise mal nicht Rücktritte aus seinem Team oder Vetternwirtschaft-Vorwürfe die Schlagzeilen - sondern Trumps Performance als Oberbefehlshaber der US-Armee steht im Mittelpunkt.

Gleichzeitig hat sich Trump in eine riesige Glaubwürdigkeitsfalle manövriert, die vor allem ausserhalb der professionellen Politikblase, im harten Kern seiner Anhängerschaft, Spuren hinterlässt. Trump-Fans wenden sich ab, reagieren empört auf Trumps radikalen Kurswechsel, werfen ihm Wortbruch vor.

Denn bis zu dem Angriff von Chan Scheichin, bei dem ganze Familien ausgelöscht wurden, galt Trump als Gegner einer militärischen Intervention in Syrien.

«Don't attack Syria», brüllte Trump jahrelang in jedes Mikrofon. «Wir müssen uns aus Syrien raushalten, und aus allen anderen Ländern, die uns hassen», twitterte Trump 2013, oder er warnte vor einer «globalen Hölle», die nach einem Syrieneinsatz drohe.

Trumps Leitspruch im Wahlkampf, «America First», propagierte auch eine Abkehr der USA von ihrer Rolle als militärische Schutz- und Eingriffsmacht. Der Luftschlag in Syrien bricht nun mit diesem zentralen Motiv.

Fans fühlen sich getäuscht

Ein Teil von Trumps treuesten Anhängern, die im Wahlkampf aggressiv für ihn trommelten, fühlt sich deshalb getäuscht. Websites und Kommentatoren, die sonst stets als Parolenlautsprecher zur Seite standen, verurteilten den Luftschlag scharf.

«Mr. President, mutieren Sie nicht zu Bush III», schreibt die konservative Seite Daily Caller. «Radieren ein paar Bilder unschuldiger Toter wirklich alle Logik aus, die Sie im Wahlkampf an den Tag gelegt haben?»

Paul Joseph Watson, Autor für die ultrarechte Verschwörungstheorie-Seite Infowars, twitterte: «Ich bin offiziell RAUS aus dem Trump-Zug.» Die rechtskonservative Publizistin und bisherige Trump-Unterstützerin Ann Coulter zeigte sich fassungslos, warf Trump eine Abkehr seiner Prinzipien vor.

«Ich möchte mein Geld zurück, du bescheuerter Idiot»

Auf dem rechtspopulistischen Portal Breitbart kommentieren Zehntausende, darunter viele, die mit Trump brechen wollen. «Trump schuldet uns eine Erklärung. Das ist nicht, wofür ich ihn gewählt habe», schreibt einer, «90 Prozent von uns haben ihn nicht deshalb gewählt», antwortet ein anderer Nutzer, und an Trump gerichtet: «Ich möchte mein Geld zurück, du bescheuerter Idiot.»

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump seine Anhänger verprellt. Erste Ernüchterungstendenzen waren bereits zu beobachten, nachdem Details seiner Gesundheitsreform bekannt wurden. Das Gesetz sollte Bürger mit niedrigen Einkommen benachteiligen – jene Gruppe, in der Trump bei der US-Wahl besonders gepunktet hatte.

Der Luftschlag in Syrien ist jedoch um ein Vielfaches greifbarer als komplizierte Paragrafen. Er könnte nachhaltig an der Substanz der verbliebenen Trump-Euphorie kratzen.

Im Augenblick muss Trump keine Wahl gewinnen, der Widerstand hat also erst mal keine direkte Konsequenz für ihn. Doch egal kann ihm die Empörung auch nicht sein, schliesslich verhalf ihm auch die Mobilisierungskraft aus dem Netz zum Einzug ins Weisse Haus.

Dort ist sein Kurswechsel in der Syrienfrage nun dauerhaft dokumentiert.

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 08.04.2017 12:27
    Highlight Es herrscht krieg terror unsicherheit. Doch die wirtschaft brummt.
    3 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 08.04.2017 09:08
    Highlight "Verprellt Trump mit dem Luftschlag in Syrien seine treuesten Anhänger?"

    Also Kushner und die jüdische Lobby?

    Ich glaube kaum dass er diese verprellt. Und die restlichen Republikaner sind ihm eh egal.

    Es zeigt sich jetzt immer mehr, wessen Marionette Trump ist. Die von Kushner und Netanjahu.
    4 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 08.04.2017 07:27
    Highlight Trump hat sich doch nur anti-interventionistisch dargestellt um Hillary wegen des Eingreifens in Libyen als Kriegstreiberin beschimpfen zu können. Gleichzeitig hat er aber versprochen "to bomb the shit out of ISIS", hat Kriegsflüsterer Steve Bannon als enger Berater, diverse Generäle aber keinen Diplomaten im State Dep., und ist schnell provoziert. Das ist wieder das Problem mit Trump, je nach Auslegung gehört er der einen oder der anderen Position zu weil er sich nie auf etwas festlegen kann und wohl spontan aus dem Bauch heraus entscheidet.
    14 3 Melden
  • rodolofo 08.04.2017 06:49
    Highlight ...
    Und vielleicht fällt Donald Trump jetzt auch auf, was für grässliche Typen unter seinen Anhängern sind, und wie diese jetzt geifern und keifen und schimpfen, wo er für einmal das Richtige getan hat, mit einem beherzten Eingreifen, wie damals Angela Merkel im Verlaufe der Flüchtlingskrise, als Griechenland vor dem Bankrott stand und die Millionen von traumatisierten, von Assad und seinen Schlächtern in die Flucht geschlagenen Flüchtlinge dem Mutterland der Demokratie den Rest gegeben hätten...
    Und vielleicht bekommt er jetzt auch etwas Angst vor diesen Rechtsextremen, dem "Inneren Feind"!
    8 19 Melden
  • rodolofo 08.04.2017 06:42
    Highlight Trump hat endlich begriffen, was für ein monströses Scheusal Assad ist, als er die vergifteten toten Babies im Fernsehen sah, nach dem Giftgas-Angriff der Syrischen Luftwaffe auf das von Rebellen kontrollierte Gebiet um Idlib.
    Wir wussten das alles schon längst!
    Spätestens seitdem Assad im Jahre 2013 mit einem Giftgas-Angriff über 1000 Menschen qualvoll ermordete (und damit die berühmte "Rote Linie", welche Barak Obama gezogen hatte, ungerührt und absolut Menschen verachtend einen Kilometer weit überschritt...)!
    Aber besser er merkt es spät, als gar nie!
    ...
    5 26 Melden
    • Informant 08.04.2017 10:41
      Highlight Der Giftgas-Angriff von Ghouta mit bis zu 1000 Toten wurde, und da sind sich Experten mittlerweile ziemlich sicher, eben gerade nicht von Assad ausgeübt.
      Ich finde es erbärmlich, wie Sie hier fast pausenlos ihre als Fakten getarnten persönlichen Befindlichkeiten in den Kommentarbereich schütten und die "neusten" Erkenntnisse einfach leugnen.

      Möglicherweise ahnen Sie ja langsam, dass Sie auf dem falschen Dampfer sind und versuchen es mit der Taktik 'Augen zu und durch'.

      Möglicherweise wäre ein Notizbuch aber die bessere Variante, seinen Seelenschmerz niederzuschreiben.






      9 4 Melden
    • rodolofo 08.04.2017 12:00
      Highlight Das hättest Du wohl gerne so, was Desinformant?
      Aber noch habt Ihr in der Schweiz NICHT alle Medien gleichgeschaltet und alle Oppositionellen eingeschüchtert, zum schweigen gebracht und eingesperrt!
      War das jetzt deutlich genug?
      6 5 Melden
    • Informant 08.04.2017 16:05
      Highlight In der Schweiz sind die Medien zum grössten Teil sehr wohl gleichgeschaltet. Oder spielt es eine Rolle, ob sie 20Min, Watson, Tagi, NZZ oder SRF konsumieren? Überall ist die geopolitische Richtung die selbe, während "Oppositionelle" denunziert werden.
      Sie, lieber Rodolofo sind eben genau nicht "oppositionell", sondern der pure, hirngewaschene, staatstreue Mainstream.
      6 1 Melden
    • Dirk Leinher 07.05.2017 20:54
      Highlight Wenn Trump Tomahawks abfeuert ist der der Liebling der "rodolofos-ähnlichen Trolls" wenn er sich für Verständigung und bessere Beziehungen ausspricht, ist er in deren Augen ein psychotischerKriegstreiber. Soviel zur einfachen Logik der "rodolofos-artigen" Kommentatoren.
      Und nein, ich war und bin kein Trump Anhänger.
      0 0 Melden
  • Therealmonti 08.04.2017 05:04
    Highlight Mlt dem kurzsichtigen, nicht überdachten und völlig unnützen Tomahawk-Angriff auf Syrien hat der grössenwahnsinnige Idiot im Weissen Haus einmal mehr bewiesen, dass er als Präsident der USA völlig ungeeignet ist
    18 4 Melden
  • Max Dick 08.04.2017 00:07
    Highlight Er ist weiter daran, Wahlversprechen umzusetzen. Nun allerdings jene von Clinton.
    23 2 Melden
    • Goldfish 08.04.2017 09:42
      Highlight 😂😂😂
      3 0 Melden
  • äti 07.04.2017 23:42
    Highlight Für Zwischendurch: "Nasty man von Joan Baez"



    3 0 Melden
  • Butzdi 07.04.2017 23:18
    Highlight Hm, die Syrer haben heute bereits wieder Luftschläge von dem Flughafen aus geführt. Die Attacke hat somit also ihr Ziel nicht erreicht, wieder schlampige Planung und Ausführung des Trump Regimes. War wohl eher eine Aktion um seine sinkenden Umfragewerte zu retten und von der Russlandaffäre abzulenken.
    21 24 Melden
    • Richu 08.04.2017 00:00
      Highlight @Butzdi: Ihre Aussagen entsprechen nicht der Wahrheit. Heute Freitag Abend wurden Bilder vom russischen Fernsehen mit den doch grossen Zerstörungen der US-Bombardierungen in Syrien gezeigt! Also absolut keine schlampige Planung, wie Sie fälschlicherweise behaupten.
      Dieser US-Angriff hatte zudem ein breiter Rückhalt bei den "höchsten" Regierungsvertretern in Deutschland, Frankreich, Italien, Grossbritanien usw. sowie sogar auch bei der Opposition (Demokraten) im US-Kongress!
      2 10 Melden
    • roger.schmid 08.04.2017 00:58
      Highlight @butzdi: mit dem zweiten Teil bin ich einverstanden, mit dem ersten nicht: das Ziel wurde sehr wohl erreicht..
      - die Medien berichten nun fast alle: aha, Trump hat anscheinend doch nichts mit Russland am hut.
      - ich denke ein richtig schwerer Schlag gegen Assad, geschweige denn Russland war gar nie das Ziel, es war reine Symbolik
      - Trump und Putin können nun beide schön das Alphamännchen spielen, von ihrem Versagen ablenken, innenpolitisch die Reihen schliessen und dann..
      - irgend einen faulen Deal bekannt geben, Trump steht als Dealmaker da, die Sanktionen werden aufgehoben, alles geht auf..
      13 2 Melden
    • Informant 08.04.2017 01:32
      Highlight Durchaus denkbar. Offenbar haben über die Hälfte der Missiles ihr Ziel nicht erreicht. Man sah schon in den Videos, dass die Start/Landebahn nicht zerstört wurde, und nur einige wenige alte, reparaturbedürftige MIG-23 beschädigt wurden.
      Entweder ist das US-Militär unfähiger als erwartet, oder aber Trump gewiefter als gedacht und dieser Luftschlag war lediglich zu propagandistischen Zwecken und mit Russland abgesprochen.

      Der militärische Erfolg jedenfalls war sehr gering, die Konsequenzen aber relativ gross. Russland hat die "Hotline" gekündigt und wird weitere Flugabwehr installieren.




      5 3 Melden
    • Butzdi 08.04.2017 10:33
      Highlight @Roger.schmid: mit dem ersten Ziel meinte ich das militärische Ziel. Wenn der Flughafen benutzt werfen kann und wird, dann ist dieses Ziel nicht erreicht worden. Ich gehe mit ihnen aber eins, dass dies wohl nicht das Ziel war. Trump hat die Russen gewarnt, nicht aber seinen eigenen Kongress, der das eigentlich absegnen müsste. Obama wurden solche Angriffe von den R's verwehrt und nun tut 'ihr' Typ genau dasselbe, aber ohne den Kongress zu fragen gemützlich von seinem Dauerferiensitz aus und geht dann golfen. Scheinheiligkeit hoch zehn, wie so ziemlich alles in der Regierung.
      3 1 Melden
    • Richu 08.04.2017 16:15
      Highlight @Butzdi: Tatsache ist aber, dass auch die Opposition im Kongress, die Demokraten, den Angriff auf Syrien als "gut" beurteilt haben!
      2 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.04.2017 22:43
    Highlight Ich als bisher treuer unterstützter der Trump Administration darf diese Fragestellung nur mit einem definitiven ja beantworten.
    20 20 Melden
    • Sisiphos 08.04.2017 00:37
      Highlight Das freut mich doch ungemein, dass das orangene Frettchen und seine Freunde nicht zufriedenen sind - so great
      7 1 Melden
    • Therealmonti 08.04.2017 05:05
      Highlight Na ja. Deine Einsicht kommt reichlich spät. Aber immerhin.
      4 1 Melden

Trump kippt Einfuhr-Verbot für Grosswildjäger – (Und ja, auf dem Foto sind seine Söhne)

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