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A nurse assists babies inside a nursery at a children's hospital that was partially damaged from recent airstrikes, in a rebel held area of Aleppo, Syria July 24, 2016. REUTERS/Abdalrhman Ismail

Blick in die Geburtenabteilung eines Spitals in der syrischen Stadt Aleppo.
Bild: ABDALRHMAN ISMAIL/REUTERS

In Syrien nichts Neues. Aber dieser Bericht aus Aleppo ist herzzerreissend



«Medecins sans Frontières beklagen Angriffe auf Spitäler in Aleppo» oder «MSF warnt vor Not in belagerter syrischer Stadt», «250'000 Menschen in Aleppo eingeschlossen» oder aber «Hilfsorganisation fordert Ende von Beschuss in Aleppo»: Hand aufs Herz, wer liest nach solchen Schlagzeilen über die Lage in Syrien noch weiter nach fünf Jahren Bürgerkrieg im Land?

Die Hilfsorganisation Medecins sans Frontières (MSF) hat am Donnerstag eine Mitteilung veröffentlicht, die sich mit all diesen Schlagzeilen überschreiben liesse:

So meldet die Hilfsorganisation etwa:

Wer bis hier gelesen hat, dürfte das eine oder andere Déjà-vu erlebt haben. «Alleine in dieser Woche», schreibt MSF weiter, wurden vier Spitäler bei Bombenangriffen beschädigt. Auch das gab es in dem Konflikt bereits zu oft.

Gleichzeitig beschossen

Eines dieser Spitäler, das auf allgemeine und Gefässchirurgie spezialisiert ist, war schon vor einem Monat getroffen worden und musste den Betrieb einstellen. MSF unterstützte den behelfsmässigen Wiederaufbau der Einrichtung, welche vor zwei Wochen wieder öffnen konnte. Doch was dann am letzten Samstag in Aleppo passierte, deutet an, in welcher Verzweiflung sich Bevölkerung und Hilfskräfte wiederfinden:

«Am 23. Juli, nur Tage später, wurde das Spital durch einen Luftangriff auf ein benachbartes Gebäude erneut getroffen. Das Personal begann damit, Patienten in ein anderes Spital zu überführen, welches kurz darauf ebenfalls getroffen wurde. Während der ersten Minuten des Chaos' wiesen sich die beiden Spitäler gegenseitig Patienten zu, während sie gleichzeitig beschossen wurden.»

Residents inspect a damaged site after an airstrike on Aleppo's rebel held Al-Mashad neighbourhood, Syria July 26, 2016. REUTERS/Abdalrhman Ismail

So sieht es aus in den Strassen von Aleppo.
Bild: ABDALRHMAN ISMAIL/REUTERS

Pablo Marco von MSF berichtet von steigenden Opferzahlen. Eines der Spitäler habe in den letzten Monaten bis zu 50 Verwundete täglich aufgenommen, bevor es getroffen wurde und schliessen musste. «Wohin werden diese Menschen jetzt gehen?»

34 Ärzte für 300'000 Einwohner

Die Vereinigung der syrischen Notärzte (UOSSM) forderte eine internationale Überwachung für humanitäre Korridore in Aleppo. «Es ist unmöglich, dass jene, die bombardieren, wie Russland und das syrische Regime eine solche Massnahme durchführen», sagte Tawfik Chamaa, Präsident der Schweizer Sektion der Union of Medical Care and Relief Organizations (UOSSM), in Genf. Chamaa rief dazu auf, die humanitären Fragen von den militärischen zu trennen und die Zivilisten zu unterstützen, statt sie zur Flucht aufzufordern. Die Erpressung wie zuvor in Homs und Jarmuk müsse aufhören, sagte er. Nach Angaben von Chamaa gibt es im Ostteil von Aleppo nur noch 34 Ärzte für 300'000 Einwohner. Fast alle Spitäler seien beschädigt. Vier Kliniken funktionierten noch und zwei weitere teilweise. Seit Beginn des Krieges seien in Syrien 650 Mitarbeiter von medizinischen Einrichtungen getötet worden, davon mehr als 80 in diesem Jahr. (sda)

Aleppo ist seit Monaten heftig umkämpft. Vor Beginn des Krieges vor fünf Jahren war es die grösste Stadt des Landes. Sie ist seit 2012 zwischen Armee und Rebellen geteilt. Seit 17. Juli werden die von Rebellen beherrschten östlichen Stadtteile von der Regierungsarmee belagert.

Zuletzt gelang es der Armee nach eigenen Angaben, alle Versorgungsrouten der Aufständischen in den Ostteil Aleppos zu kappen. Laut staatlichen Medien eroberte die Armee zudem mit Unterstützung verbündeter Milizen und russischer Luftangriffe auch Gelände am nördlichen Stadtrand zurück. (kad)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Yayoer Yoe 29.07.2016 18:37
    Highlight Highlight hauptsache die usa versorgt die "gemässigten" rebellen mit waffen. kranke welt
  • DailyGuy 29.07.2016 10:55
    Highlight Highlight Der Mensch. Das einzige Lebewesen, welche wegen einer anderen Überzeugung andere Menschen umbringt. Und wir sollen hochentwickelt sein.
  • Rukfash 29.07.2016 09:37
    Highlight Highlight Aleppo erinnert an Sarajevo, nur das die Regierungstruppen jetzt die Stadt zurückerobern von den terroristischen Aggressoren, während damals in Sarajevo die Terroristen auf den Hügeln waren und die Stadt granatierten.. Traurig, traurig, viel Kraft der Zivilbevölkerung :(

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