International

Wieder ein Giftgasangriff in Syrien? Die UNO geht Berichten in Aleppo nach

12.08.16, 05:32 12.08.16, 07:28

Ein Mann wird in Aleppo behandelt. Aktivisten behaupten, dass das Assad-Regime Giftgas abgeworfen hat. Bild: ABDALRHMAN ISMAIL/REUTERS

Die UNO überprüft Berichte von Aktivisten, wonach es am Mittwochabend in der umkämpften syrischen Grossstadt Aleppo zu einem Giftgas-Angriff gekommen ist. Sollten sich die Berichte bestätigen, handle es sich um ein «Kriegsverbrechen», sagte der UNO-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, am Donnerstag in Genf.

Aktivisten teilten Bilder und Videos im Internet, die die Behandlung von Opfern mit Atemproblemen zeigen sollen. Den Anschuldigungen zufolge sollen Helikopter des Assad-Regimes Behälter mit dem ätzenden und potenziell tödlichen Chlorgas abgeworfen haben. Mindestens drei Menschen seien an den Folgen einer Vergiftung gestorben. De Mistura betonte, dass es keine offizielle Bestätigung des Gasangriffs gebe.

Der französische Aussenminister Jean-Marc Ayrault äusserte sich besorgt: «Ich verurteile alle Angriffe auf die Zivilbevölkerung, besonders wenn chemische Waffen benutzt werden.» Der syrischen Regierung, aber auch Aufständischen, wird immer wieder der Einsatz verbotener chemischer Waffen vorgeworfen. (trs/sda/dpa)

Analysen zum Dilemma, das der Syrien-Konflikt ist

6 Fakten, die zeigen, dass Saudi-Arabien keinen Deut besser ist als der «IS» – aber die Schweiz liefert weiterhin Waffen

Bilder, die traurig – und zugleich hoffnungsvoll stimmen: So schön war es in Aleppo, Homs und Rakka vor dem Krieg

Hören wir auf, dem Westen die Schuld an allen Problemen in Nahost zu geben

Was gerade in Aleppo passiert, ist «schlimmer als Auschwitz» – warum wir uns schämen werden

Annäherung der Erzfeinde: Warum die USA bald um Russland buhlen werden

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Domino 12.08.2016 10:24
    Highlight Soweit ich weis wurde Chlorgas für kurze Zeit im 1. Weltkrieg eingesetzt und relativ kurz danach durch weitaus effektivere Stoffe ersetzt.

    Achtung: Chlorgas kann entstehen wenn man Javelwasser mit Entkalker mischt. Also aufpassen beim putzen.
    4 0 Melden
    • silverback 12.08.2016 10:47
      Highlight Dieses «Giftgas» findet bei uns Verwendung als Tränengas um Demos aufzulösen. Ein internationaler Vertrag zu chemischen Waffen verbietet jedoch den Einsatz in Kriegsgebieten.
      3 6 Melden
    • Domino 12.08.2016 10:54
      Highlight Nein, im Tränengas befindet kein Chlorgas, sondern CS, CR oder früher CN. Heute wird auch Capsicin (Chilli) eingesetzt.
      6 0 Melden
    • silverback 12.08.2016 13:37
      Highlight Du hast Recht, ziehe meine Aussage zurück. Danke für die Richtigstellung.

      Umso erstaunlicher, dass Tränengas nur in Kriegsgebieten verboten ist.
      2 4 Melden

Nicht mit seiner Flüchtlingspolitik vereinbar – Trump kündigt Abkommen mit der Uno

193 Staaten hatten sich geeinigt: Länder, die Flüchtlinge aufnehmen, werden besser unterstützt, Migranten besser geschützt. Die USA ziehen sich nun aus dem Projekt der Uno zurück – es sei unvereinbar mit US-Prinzipien.

Die USA ziehen sich aus einer Flüchtlingsvereinbarung der Uno zurück. Die US-Vertretung bei den Vereinten Nationen habe Uno-Generalsekretär Antonio Guterres am Samstag darüber informiert, dass sich die US-Regierung nicht länger an der Ausarbeitung des globalen Flüchtlings- und Migrationspaktes beteilige, erklärte die US-Vertretung am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Die dazu verabschiedete New Yorker Erklärung sei «unvereinbar» mit der …

Artikel lesen