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Kritisiert die Arbeit der Untersuchungskommission für Syrien harsch: Carla Del Ponte.   Bild: KEYSTONE

«Nichts gelernt!»: Del Ponte schmeisst hin – eine Chronik des Scheiterns in Syrien

07.08.17, 16:03


Gestern Sonntag gab die frühere UN-Chefanklägerin Carla Del Ponte bekannt, dass sie die Syrien-Untersuchungskommission verlässt. «Wir haben überhaupt keinen Erfolg. Seit fünf Jahren rennen wir Mauern ein», sagte Del Ponte gegenüber dem «BLICK». Sie sei frustriert und wolle keine «Alibi-Ermittlerin» mehr sein, so Del Ponte.

Del Ponte kritisiert das Handeln des UN-Sicherheitsrates harsch. Solange kein Sondertribunal für die Kriegsverbrechen in Syrien eingesetzt werde, seien die Berichte der extra dafür eingesetzten Syrien-Kommission absolut nutzlos. China und Russland würden alles blockieren. Der Bürgerkrieg in Syrien sei ein Skandal für die internationale Gemeinschaft. «Wir dachten, dass die internationale Gemeinschaft etwas gelernt hat aus Ruanda. Aber nein, nichts haben sie gelernt!», erzählt Del Ponte dem «BLICK». 

Eine Chronologie des Scheiterns

Die UN-Sonderkommission für Syrien wurde 2011 vom UNO-Sicherheitsrat ins Leben gerufen. Primärer Auftrag der Kommission ist, internationale Menschenrechtsverletzungen in Syrien zu untersuchen und die Ursachen und Umstände zu ermitteln. Zudem sollen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Ein Blick auf die vergangenen sechs Jahre zeigt eine Chronik des Scheiterns von Seiten der internationalen Gemeinschaft – und bestätigt die Kritik von Carla Del Ponte. 

Eine Veto-Stimme reicht und die vorgeschlagene Resolution wird über Bord geworfen: Der UNO-Sicherheitsrat.  Bild: AP/The United Nations

2011/12: Syrien stürzt in einen Bürgerkrieg

13 Gesichter von syrischen Flüchtlings-Kindern: Wo ist meine Zukunft?

2013: Syrien im freien Fall 

UN-Chemiewaffeninspektoren an der Arbeit. Bild: AP/Local Committee of Arbeen

2014: UN-Friedensverhandlungen scheitern 

Die syrische Stadt Homs. Bild: EPA/EPA

Der vergessene Krieg

2015: Endlich ein Fahrplan für den Frieden?

Der «IS» hinterlässt in der antiken Oasenstadt Palmyra eine Schneise der Zerstörung.   Bild: EPA/EPA

Der UN-Sicherheitsrat tagt in Genf.  Bild: KEYSTONE

2016: Unvorstellbares Leid

Mitte September wird ein UN-Hilfskonvoi angegriffen, 21 Menschen kamen ums Leben.  Bild: EPA/EPA

2017: Desillusioniert, skeptisch, frustriert

Staffan de Misura ist UNO-Sondergesandter für Syrien. Bild: POOL XINHUA

Brüchige Waffenruhe in Syrien

Video: reuters

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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19
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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • leykon 07.08.2017 18:51
    Highlight Ohne worte 😭
    16 1 Melden
  • ostpol76 07.08.2017 18:48
    Highlight Viellicht liegt es an der einseitigen Berichterstattung. Aber seit Jugoslawien bis heute habe ich noch nie von einer positiven Intervention in Kriegsgebieten seitens der UNO gehört.

    Und dieser Verein verschlingt jährlich sicherlich einige Milliarden.
    22 18 Melden
    • Hierundjetzt 07.08.2017 20:26
      Highlight Soso. Wieviele UN Missionen (Korrekter Terminus übrigens) haben wir den aktuell?

      Die im Kongo, Mali oder Südsudan sind also für nichts? Aha. Soso

      Millionen Menschen wurden vor Hunger und Krieg gerettet. Mehr Menschen als Frankreich Einwohner hat, auf einer Fläche doppelt so gross wie der Kontinent Europa.

      Aber hey voll sinnlos

      Immer wieder erstaunlich wie man komplett faktenlos durch die Welt geistert aber dann alles extrem viel besser weis.

      Weil aus Gründen. 100% Ignoranz und Fremdschäm pur

      27 8 Melden
  • walsi 07.08.2017 17:48
    Highlight Weshalb schreibt man immer noch von Rebellen? Diese angebliche Rebellen sind Kopfabschneider wie der IS. Zu den Rebellen gehört z.B. die al-Nusra-Front, fundamentalistische Islamisten. https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Nusra-Front Oder noch ein interessanter Artikel über diese moderaten Rebellen: http://www.stern.de/politik/ausland/syrien--rebellengruppe-koepft-kind-6972214.html

    Ich mag Assad auch nicht, aber so zu tun als sei er der Satan und die anderen die guten ist einfach lächerlich.
    31 9 Melden
    • Enzasa 07.08.2017 19:56
      Highlight Die Zeiten, dass man Kriegsparteien in gut und böse aufteilen kann, sind lange vorbei.
      Ausstehende bzw. wir wünschen uns diese Unterteilung, darum haben es die Flüchtlinge bei uns auch so schwer
      15 4 Melden
    • blaubar 07.08.2017 20:47
      Highlight @Enzasa: m.M. nach kann man hier nicht von Kriegsparteien sprechen. Wenn ein Land in ein anderes umgebeten einmarschiert, gibt es vorallem EINE Kriegspartei. In dem Fall leider Gottes tatsächlich dir USA (und Frankreich, Deutschland, IS, Türkei und viele mehr).
      6 8 Melden
  • Domsh 07.08.2017 17:00
    Highlight Del Ponte: “China und Russland würden alles blockieren.“
    Oha, gemäss all den Putinfreunden hier heisst dass nun, dass auch sie eine Marionette der Amerikaner ist?
    Oder man muss sich endlich doch eingestehen dass diese beiden Länder nicht über alle Zweifel erhaben sind.
    23 15 Melden
  • The Origin Gra 07.08.2017 16:43
    Highlight Wann endet die Menschenschlächterei in Syrien? 5 Jahre Bürgerkrieg, gesiegt hat nur der Tod und der Schrecken
    55 7 Melden
    • Haihappen 07.08.2017 18:34
      Highlight Die UNO (inkl. Russland und USA) muss zuerst erkennen dass ein Ende der Gräueltaten nur in Sicht ist, wenn nur noch eine Partei unterstützt wird. Die Rebellen sind zu versplittert als dass sie Regierungsverantwortung übernehmen könnten, Assad geschwächt. M. E. wäre eine international kontrollierte Übergangsregierung Assad mit anschliessenden Neuwahlen die einzige gangbare Lösung. Sicher ist dass ein Neuanfang ohne alte Gesichter her muss
      15 6 Melden
    • axantas 07.08.2017 19:03
      Highlight Da müssen die Kriegsparteien selber auch mal draufkommen, aber leider kennen sie nur draufhauen.

      Dialog, miteinander oder auch nur nebeneinander ist in dieser Kultur so gut wie nicht bekannt...
      11 5 Melden
    • Enzasa 07.08.2017 19:52
      Highlight Welche Kultur ist denn in einer Kriegssituation zum Dialog bereit?
      13 1 Melden
  • Immanuel Albrecht 07.08.2017 16:37
    Highlight Die Uno ist ein grosser Witz. Das Vetorecht zerstört die Grundidee der Organisation und dessen Einsatz hinterlässt nichts als Zermürbung und Frustration. Trotzdem: Schöner Beitrag! Ein weiterer Grund wieso ich Grossorganisationen nicht ausstehenden kann.
    62 22 Melden
    • The Origin Gra 07.08.2017 17:02
      Highlight Wenn man den Sicherheitsrat Umbauen würde sähe es Theoretisch anders aus.
      Dumm nur das dass Vetorecht als Schutzmechanismus vor dem 3. Weltkrieg eingebaut wurde. Damit sollte verhindert werden das z.B. die NATO Staaten Friedenstruppen in die Staaten des Warschauer Pakts entsendeten und die Sowjets dafür Pilze in Washington steigen lassen, daher besteht der Sicherheitsrat ja aus 5 Atommächten + einem Jährlich wechselnden Nicht Atomvollmitgliedslandes der UNO.
      16 1 Melden
    • Schnapphahn 07.08.2017 17:07
      Highlight Sehe ich auch so. Sie wirft der internationalen Gemeinschaft vor, nichts aus Ruanda gelernt zu haben.
      Hat sich die Institution UNO in irgendeiner weise seit Ruanda reformiert? Nö, deshalb geniesst dieses Gefäss auch über wenig Glaubwürdigkeit bei Regierungsvertretern. Hat Del Ponte das Richtige gemacht? Schwer zu sagen. Bewegt hat sie auf jeden Fall wenig.
      9 4 Melden
    • CASSIO 07.08.2017 19:12
      Highlight Nicht die UNO ist der Witz. Der Weltsicherheitsrat und deren Mitglieder tragen die Verantwortung. Die UNO selbst hat null Macht.
      20 2 Melden
    • Jein 07.08.2017 20:03
      Highlight Der Sicherheitsrat ist nicht der UNO gleichzusetzen. Die WHO, UNHCR, IAEA, FAO, World Bank, UNESCO, IMF, WFP und wie sie alle heissen sind ausgezeichnete Organisationen im UNO-Universum.
      13 1 Melden
    • rodolofo 07.08.2017 22:46
      Highlight Die Grösse der UNO ist nicht das Problem, sondern die Qualität seiner Mitglieds-Länder!
      Das Selbe gilt für die Schweizer Demokratie:
      Sie kann nur so gut sein, wie die Qualität ihrer Stimmbürger.
      Wenn über 50% Idioten und Halbschlaue abstimmen und wählen, dann wird auch die Nationale und lokale Politik idiotisch und halbschlau sein.
      In der UNO haben die meisten Mitglieds-Länder Diktaturen, oder Demokraturen.
      Die Demokratien befinden sich in der Minderheit und werden darum in der UNO-Demokratie von den Interessen der Diktaturen und Demokraturen überstimmt.
      Aber das muss nicht immer so bleiben.
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