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Russian military police officers check a weapons factory left behind by members of the Army of Islam group, in the town of Douma, the site of a suspected chemical weapons attack, near Damascus, Syria, Monday, April 16, 2018. Faisal Mekdad, Syria's deputy foreign minister, said on Monday that his country is

Russische Einheiten in Duma. Bild: AP/AP

Chemiewaffenexperten in Duma eingetroffen – Westen befürchtet mögliche Manipulation

17.04.18, 17:16 17.04.18, 17:39


Zehn Tage nach einem mutmasslichen Giftgasangriff in der syrischen Stadt Duma ist dort am Dienstag nach Angaben syrischer Staatsmedien ein internationales Expertenteam der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) eingetroffen.

Eigentlich war der Besuch in der einstigen Rebellenhochburg Ost-Ghuta bei Damaskus für Mittwoch angekündigt. International wuchs die Sorge, dass bereits alle Spuren beseitigt seien. «Es ist sehr wahrscheinlich, dass Beweise und wesentliche Elemente verschwinden werden», warnte die französische Regierung am Dienstag.

Die Stadt Duma, in der sich am 7. April der mutmassliche Giftgasangriff ereignete, sei «vollkommen unter Kontrolle der russischen und syrischen Armee», und die OPCW-Experten hätten bisher den Ort nicht untersuchen können.

epa06674179 French President Emmanuel Macron delivers his speech at the European Parliament in Strasbourg, France, 17 April 2018. Macron is in Strasbourg to debate the future of the European Union with the Members of Parliament.  EPA/PATRICK SEEGER

Emmanuel Macron: «Wir haben die Ehre der internationalen Gemeinschaft verteidigt.» Bild: EPA/EPA

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte am Dienstag, mit den Luftangriffen hätten die westlichen Staaten «die Ehre der internationalen Gemeinschaft» verteidigt. Die syrische Führung habe wiederholt Giftgasanschläge gegen die eigene Bevölkerung gerichtet, auch gegen Frauen und Kinder, sagte Macron vor dem EU-Parlament. «Das können wir nicht dulden.»

Gegenseitige Beschuldigungen

Schon am Montag hatte der US-Vertreter bei der OPCW Russland vorgeworfen, in Duma Beweise zu manipulieren. Die USA seien «besorgt», dass die Russen am Angriffsort Dinge getan hätten, um die Ermittlungen der OPCW zu behindern, sagte Ken Ward. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow versicherte daraufhin, dass Russland nichts manipuliert habe.

Der Westen beschuldigt die syrische Staatsführung, am 7. April in Duma international geächtete Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Bei dem Angriff wurden nach Angaben örtlicher Helfer mindestens 40 Menschen getötet. In der Nacht zum Samstag bombardierten die USA, Frankreich und Grossbritannien mehrere Standorte der syrischen Chemiewaffenproduktion. Mehr als 100 Marschflugkörper sollen zum Einsatz gekommen sein.

Bilder des Angriffs

Die syrische Regierung und ihre Verbündeten Russland und Iran werfen dem Westen dagegen vor, ohne eine unabhängige Bestätigung der Vorwürfe gehandelt zu haben. Westliche Diplomaten beschuldigten aber Damaskus, die OPCW-Experten an ihrer Arbeit zu hindern. Moskau begründete die mehrtägige Verzögerung mit der schwierigen Sicherheitslage in Duma.

Die Stadt im Nordosten von Damaskus war die letzte Bastion der Rebellen in der Region Ost-Ghuta. Einen Tag nach dem mutmasslichen Giftgasangriff in Duma sagte die Rebellengruppe Dschaisch al-Islam (Armee des Islams) zu, ihre Kämpfer aus der Stadt abzuziehen. Zuvor waren bereits andere Gruppen unter dem Druck der Regierungstruppen abgezogen.

Am Dienstag sagte Dschaisch al-Islam laut Sana zu, auch die Stadt Dumair rund 50 Kilometer östlich von Damaskus zu räumen. Demnach sollen rund tausend Kämpfer von dort in die nordsyrische Stadt Dscharabulus abziehen. In Dumair galt seit 2016 ein «Versöhnungsabkommen», das eine Waffenruhe zwischen Regierung und Rebellen umfasste.

Falscher Raketenalarm über Homs

Unterdessen erwiesen sich Berichte über einen nächtlichen Raketenangriff auf die Provinz Homs als falsch. «Es gab keine Attacke von aussen auf Syrien», meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Dienstag unter Berufung auf Militärkreise. Es habe sich um einen «falschen Alarm» gehandelt. Sana hatte in der Nacht gemeldet, dass mehrere Raketen über Homs abgeschossen worden seien.

Unterdessen forderten die G7-Staaten eine politische Lösung der Krise in Syrien. Ziel müsse es sein, bei den Verhandlungen unter UNO-Ägide in Genf einen «glaubwürdigen politischen Übergang» herbeizuführen, hiess es in einer Erklärung der Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Grossbritanniens, Frankreichs, Kanadas, Italiens, Japans, der USA sowie der EU. (cma/sda/afp/dpa/reu)

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Wilhelm Dingo 18.04.2018 06:28
    Highlight Statt zu bombardieren hätten 'der Westen' halt vorher untersuchen sollen, es war sogar eine Einladung von Assad dazu da.
    5 1 Melden
  • Billy the Kid 18.04.2018 01:17
    Highlight Der "Westen" befürchtet also, dass Beweise vernichtet werden könnten, über die er in der Vergangenheit anscheinend schon zweifelsfrei verfügte.
    Die Logik ist bestechend - not.

    11 4 Melden
    • Wilhelm Dingo 18.04.2018 11:17
      Highlight Es ist keine Logik, es ist Kriegsrhetorik.
      6 1 Melden
  • Watson=Propagandahuren 17.04.2018 19:32
    Highlight "Westen befürchtet mögliche Manipulation" - jesses.
    Ih befürchte eine faktenfreie manipulative Schlagzeile.
    30 6 Melden
  • Radiochopf 17.04.2018 18:32
    Highlight Genau, beide Seiten befürchten Manipulation, damit man auf jeden Fall das Resultat abstreiten kann wenn es nicht für seine Gunsten ist.. allerdings verstehe ich den Westen nicht, sie haben doch 100% Beweise, sonst hätten sie ja wohl kaum illegal einen Raketenangriff durchgeführt.. oder halt eben doch keine Beweise, was ja keine Rolle spielt, der Angriff war sicher schon vorher geplant...
    33 4 Melden
  • Scaros_2 17.04.2018 18:13
    Highlight Natürlich befürchtet der Westen eine Manipulation.
    15 3 Melden
  • Posersalami 17.04.2018 17:55
    Highlight «Es ist sehr wahrscheinlich, dass Beweise und wesentliche Elemente verschwinden werden», warnte die französische Regierung am Dienstag.

    Die französische Regierung labert Unsinn.

    Es ist nicht möglich, die Rückstände eines Chemiewaffenangriffs zu beseitigen. Das Zeug ist in winzigen Mengen nachweisbar, im Boden, im Staub, sogar in Pflanzen.

    Vielleicht wenn man mit einem Atomsprengkopf das Quartier in ionisierende Strahlung verwandelt. Aber sonst? Absolut keine Chance, Frankreich macht sich lächerlich.
    28 3 Melden
    • Billy the Kid 18.04.2018 12:16
      Highlight @refree
      So viel ich weiss war es vor allem diese dubiose "Weisshelm"-Truppe, die als "Kron-Zeugen" gehandelt wurden.
      4 3 Melden
  • InfinityLoop 17.04.2018 17:51
    Highlight Währe es für die Syrer keine Tragödie gebe der Stoff der derzeit dort produziert wird eine richtig gute Seifenoper.......Man stelle sich nur vor,die Briten finden anhand minimaler Spuren herraus das das eingesetzte Gift für den Anschlag auf den Doppelagenten mit hoher Sicherheit in Russland hergestellt wurde.In Douma jedoch soll auf eine Stadt Fassbomben mit Chemiekampfstoffen abgeworfen worden sein und die Franzosen haben Angst das die Spuren beseitigt worden sind.......🤔Wie gesagt,da wird auf dem Rücken der Syrer ein ganz dreckiges Spiel gespielt.
    36 4 Melden
    • Energize 18.04.2018 07:45
      Highlight Das ist kaum vergleichbar - das Gift welches mutmasslich angewandt wurde befindet sich im Körper eines Menschen, das ist grundsätzlich leichter nachzuweisen weil in einem quasi abgeschlossenen System (Blutbahn/ Lymphsystem). In Douma ist der Stoff dem Wind und Wasser ausgesetzt.

      Trotzdem sieht das Ganze von beidem Seiten her sehr suspekt aus.
      0 2 Melden
  • Pitsch K. Matter 17.04.2018 17:37
    Highlight Während die Russen alles tun werden, damit man nichts findet, werden die USA alles tun, dass man etwas findet. Glaubwürdig ist keiner.
    20 4 Melden
    • Mandelbrot 18.04.2018 18:00
      Highlight Die Inspektionen durch russische ABC-Spezialisten und Ärzte ab 8.April sind schon längst abgeschlossen und die Resulate publiziert.Die OPCW-Inspektion kommt etwas zu spät.
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