International

Hin und Her um Palmyra: Jetzt dominiert wieder der «IS»

11.12.16, 08:36 11.12.16, 13:25

Palmyra nach der Rückeroberung: Nicht so zerstört wie befürchtet

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben von Aktivisten wieder die Kontrolle über die syrische Wüstenstadt Palmyra übernommen. Die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad hätten sich zurückgezogen.

Das berichtete am Sonntag die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die IS-Miliz war am Samstag bereits kurzzeitig in Palmyra einmarschiert, durch russische Luftangriffe aber zunächst wieder zum Rückzug gezwungen worden.

«Trotz der anhaltenden Luftangriffe hat der IS ganz Palmyra wieder zurückerobert», sagte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die den syrischen Rebellen nahestehende Organisation mit Sitz in Grossbritannien beruft sich auf Informanten vor Ort, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Auch das IS-Sprachrohr Amaq berichtete, die Dschihadisten hätten die antike Wüstenstadt wieder vollständig unter ihrer Kontrolle.

Die IS-Miliz hatte vor wenigen Tagen eine neue Offensive in der Provinz Homs gestartet, in der die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende antike Oasenstadt liegt.

Am Samstag dann war die Miliz fast vollständig wieder in Palmyra eingerückt, nur im Süden lieferte sie sich noch heftige Kämpfe mit syrischen Regierungstruppen. Die Extremisten wurden zunächst durch russische Luftangriffe wieder vertrieben, am Sonntag nun eroberten sie die Stadt erneut.

Die Islamisten hatten Palmyra erstmals im Mai 2015 eingenommen, waren vor acht Monaten jedoch von der syrischen Armee mit Unterstützung ihres russischen Verbündeten vertrieben worden. Während ihrer Herrschaft in Palmyra hatten sie zahlreiche einzigartige Kulturgüter zerstört. (sda/afp)

Syrien-Analysen

Was gerade in Aleppo passiert, ist «schlimmer als Auschwitz» – warum wir uns schämen werden

Bilder, die traurig – und zugleich hoffnungsvoll stimmen: So schön war es in Aleppo, Homs und Rakka vor dem Krieg

6 Fakten, die zeigen, dass Saudi-Arabien keinen Deut besser ist als der «IS» – aber die Schweiz liefert weiterhin Waffen

Hören wir auf, dem Westen die Schuld an allen Problemen in Nahost zu geben

Annäherung der Erzfeinde: Warum die USA bald um Russland buhlen werden

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ivan der Schreckliche 11.12.2016 11:18
    Highlight Aber Russland hat doch kein Interesse daran, IS zu zerstören, laut SPON, oder etwa doch?🤗
    16 9 Melden
    • Echo der Zeit 11.12.2016 12:18
      Highlight Ach, seit wan Glauben sie den der Beobachtungsstelle für Menschenrechte - die ist doch so unglaubwürdig - Tuts nicht weh, wen man sich so verrenken muss ?
      8 3 Melden
    • Radiochopf 11.12.2016 12:54
      Highlight Jetzt sollte man Palmyra-Experte und Russland-Kenner Sydow fragen, wie er sich das erklären kann! 1 Tag zuvor schreibt er uns wie die bösen Russen Palmyra fallen lassen werden.. aber es ging ja im Artikels auch nur darum den Russen ans Bein zu pinkeln.. vielleicht sollte Spiegel Sydow mehr auf Fakten setzen als seine eigene Anti-Russland Meinung zu veröffentlichen, dann klappt es vielleicht auch wieder mit seinen Voraussagen...
      8 6 Melden
    • Radiochopf 11.12.2016 15:29
      Highlight Hier nochmal der Artikel von gestern http://www.watson.ch/!696044787
      Hauptausage: die bösen Russen lassen Palmyra fallen und sind schon weg und konzentrieren sich auf die Rebellen... sieht wohl aktuell anders aus..

      @Echo der Zeit und was würdest du schreiben wenn die News von RT oder Sputniknews statt von der SOHR? Dann hättest du sicher gesagt es sind Fakenews, da nur die SOHR seriös ist.. statt zu verrenken kann man es sich auch einfach machen gäu?
      3 5 Melden
  • Stojan 11.12.2016 10:58
    Highlight Es hiess doch, die Russen lassen sie gewähren, war wohl nix ;)
    20 6 Melden

Spielball der Mächte: Weshalb der Syrien-Konflikt in erster Linie ein Stellvertreterkrieg ist

Die westliche Berichterstattung über den Syrien-Konflikt sei einseitig, unreflektiert und spiegle die Interessen der Industriemächte, schreibt der langjährige SRF-Korrespondent Helmut Scheben. Dabei gehe oft vergessen, dass am Anfang des syrischen «Bürgerkriegs» ein Kampf um die Vormacht im globalen Energiemarkt stand.

Die Hauptakteure der ausländischen Parteien, die in Syrien Krieg führen, sind Gas-Exporteure mit Interessen in einem von zwei umkämpften Pipeline-Projekten. Dabei geht es um die Ausbeute der weltgrössten Erdgasreserven, nämlich des Gasfeldes South Pars/North Dome, welches auf dem Grund des Persischen Golfs liegt und zum Teil dem Iran, zum Teil Katar gehört. Beide Länder begannen 1989 mit der Förderung.

2009 schlug Katar vor, eine Pipeline zu bauen, die Erdgas durch Saudiarabien, Jordanien und …

Artikel lesen