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Aleppo: Die syrische Stadt ist umkämpft, die Bevölkerung leidet.
Bild: ABDALRHMAN ISMAIL/REUTERS

Während der Friedensverhandlungen regnet es Bomben auf Aleppo – mindestens zehn Menschen sterben

In Genf sollen das syrische Regime und die Rebellen über Frieden verhandeln. Doch die Gespräche werden von neuen Kämpfen überschattet: Jets bombardieren Aleppo, mindestens zehn Menschen starben.

22.04.16, 18:23 23.04.16, 11:02

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Auf dem Papier gilt in Syrien noch immer die Waffenruhe, in Genf sollen Regime und Rebellen über einen Friedensprozess verhandeln. Doch die Realität im Bürgerkriegsgebiet sieht anders aus: Bei Luftangriffen sind in der umkämpften Stadt Aleppo mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen.

Kampfjets des Regimes und Russlands hätten am Freitag mehrere von Rebellen kontrollierte Wohnviertel bombardiert, berichtete ein Aktivist, der sich in der Stadt aufhält. Weitere Aktivisten bestätigten die Angriffe. Die Grossstadt ist zwischen Regimetruppen und verschiedenen Rebellengruppen heftig umkämpft.

Die Kämpfe gefährden den weiteren Verlauf der Gespräche in Genf. US-Präsident Barack Obama sagte am Donnerstag, die Feuerpause leide unter einer «enormen Belastung». Die Opposition macht dafür die Regierung verantwortlich. Aus Protest gegen den Bruch der Waffenruhe kündigte sie ihre Abreise von den derzeit in Genf stattfindenden Friedensverhandlungen an. «Die Waffenruhe ist tot», sagte ein Mitglied der Delegation.

16. April in Aleppo: Helfer suchen nach einem Bombenanschlag nach Überlebenden.
Bild: ABDALRHMAN ISMAIL/REUTERS

Der UNO-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, hatte für Freitag Zwischenbilanz zum Stand der Gespräche angekündigt. Diplomaten rechneten damit, dass erneut eine Pause eingelegt wird.

In den vergangenen Tagen hatte die Gewalt im Norden Syriens insgesamt wieder zugenommen. Auch in der nordöstlichen Stadt Kamischli kam es zu Gefechten. Einheiten von Machthaber Baschar al-Assad beschossen am Freitag kurdisch kontrollierte Gebiete. Nach Angaben kurdischer Medien und der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden mehrere Menschen getötet, beide Seiten hätten ausserdem Gefangene genommen.

Im Nordosten hatten zuletzt eine relative Stabilität zwischen Regime und Kurden geherrscht. Die YPG, ein Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, und ihre Verbündeten kontrollieren weite Gebiete im Norden Syriens und gelten als wichtigster Partner des Westens im Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat».

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brk/dpa/Reuters

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    Alle Leser-Kommentare
  • Beobachter24 23.04.2016 12:59
    Highlight Die Genfer Gespräche sind ein Witz: 1. fehlen
    die Kurden, und 2. ist das HNC eine von den Saudis zusammengestellte Delegation wahhabitischer Terroristen, die man in einen Anzug gesteckt hat.

    Die Waffenruhe gebrochen haben mehrere Parteien - das HNC hat aus Genf via Twitter dazu aufgerufen (http://goo.gl/YxG1IN).

    Um Aleppo streiten sich verschiedene Gruppen (http://goo.gl/vxIH8Y), diese erneute Schlacht war leider absehbar, es hatten sich 8000 - 10000 Al-Nusra-Schergen während der Waffenruhe vor den Toren Aleppos versammelt. (https://goo.gl/lJGoYL).
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Schweizer Pharma-Unternehmen durfte Nervengift-Chemikale nach Syrien liefern

Ein Schweizer Pharmahersteller lieferte Isopropanol an ein syrisches Pharmaunternehmen. Das Seco bewilligte den Export. Doch bei der Chemikalie besteht ein Missbrauchsrisiko: Sie wird für die Herstellung des Nervengases Sarin benötigt.

Eine Schweizer Firma hat im Jahr 2014 Isopropanol nach Syrien geliefert. Diese Chemikalie wird für die Herstellung des Nervengases Sarin benötigt. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) beurteilte die Lieferung damals als «plausibel».

Nach den jüngsten Ereignissen würde eine solche Ausfuhr aber «ziemlich sicher unterbunden werden», teilte das Seco am Dienstagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mit. Der Bund bestätigte damit Recherchen des Westschweizer Fernsehens RTS.

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