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«IS» zieht sich aus Manbidsch zurück und nimmt 2000 Bewohner als Geiseln

12.08.16, 18:26 15.08.16, 16:53


Syria Democratic Forces (SDF) fighters walk with people that fled their homes due to clashes between Islamic State fighters and Syria Democratic Forces (SDF) towards safer parts of Manbij, in Aleppo Governorate, Syria, August 7, 2016. REUTERS/Rodi Said

Zivilbevölkerung im Visier des «IS». Bild: RODI SAID/REUTERS

Nach wochenlangen Kämpfen hat sich die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») aus der strategisch wichtigen Stadt Manbidsch im Norden Syriens zurückgezogen. Bei ihrem Rückzug nahm sie etwa 2000 Zivilisten als Schutzschilde mit.

Syrisch-kurdische Truppen verkündeten am Freitag die vollständige «Befreiung» der Stadt vom «IS». Die Dschihadisten hätten sich in Richtung der Stadt Dscharablus nördlich von Manbidsch zurückgezogen.

Der Sprecher des Militärrates von Manbidsch sagte, der «IS» habe auch Bewohner der Stadt mitgenommen. «Wir haben nicht auf sie geschossen, weil sie Zivilisten als menschliche Schutzschilde dabei hatten», sagte Scherwan Darwisch.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Entführung von Zivilisten durch die Dschihadisten. Die 2000 Geiseln seien gezwungen worden, in rund 500 privaten Autos nach Dscharablus zu fahren, erklärte die oppositionsnahe Organisation in Grossbritannien.

USA halfen mit Luftangriffen

Gebiete in Manbidsch würden zunächst nach Minen durchsucht, teilte die pro-kurdische Nachrichtenagentur Firat mit. Demnach hatten Luftangriffe der USA eine entscheidende Rolle bei der Eroberung gespielt. Der Rückzugsort Dscharablus liegt nördlich von Manbidsch direkt an der türkischen Grenze.

Kinder in Kriegsregionen

Mehr als zwei Monate hatten die von Kurden geführten und von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (DFS) versucht, Manbidsch einzunehmen. Die Stadt war 2014 von den Dschihadisten eingenommen worden und galt als wichtiger Knotenpunkt für die Versorgungsroute in die «IS»-Hochburg Al-Rakka.

Zuvor war mehr als 2500 Zivilisten die Flucht aus dem letzten vom «IS» kontrollierten Viertel im Norden der Stadt gelungen. Es habe sich vor allem um Frauen und Kinder gehandelt, hiess es aus Kreisen der DFS.

Weiterhin Kämpfe in Aleppo

Unterdessen gingen nach Angaben von Aktivisten auch die Kämpfe in der syrischen Metropole Aleppo weiter. Menschenrechtsbeobachter berichteten von Dutzenden Luftangriffen und von Artilleriebeschuss. In der Folge habe ein Kinderspital in der Nähe von Aleppo den Dienst einstellen müssen.

Die internationale Hilfsorganisation Save the Children warnte vor einem Anstieg der Angriffe auf Schulen im Nordwesten Syriens. Die Kämpfe in den Regionen von Aleppo und Idlib verschärften sich weiter, und auch immer mehr Schulen gerieten dabei unter Beschuss, teilte die Organisation mit.

Die Kinder seien völlig verängstigt und ihre Eltern wollten sie nicht mehr zum Unterricht schicken, weil den ganzen Tag über Drohnen, Helikopter und Kampfflugzeuge über den Gebieten kreisten. «Selbst in einem solchen Konflikt muss das Recht der Kinder gewahrt bleiben, zu lernen und zu spielen», sagte Geschäftsführerin Helle Thorning-Schmidt.

UNO prüft Bericht über Gasangriff

In Aleppo haben Truppen des Assad-Regimes nach Angaben von Aktivisten Chlorgas eingesetzt. Sollten sich die Berichte bestätigen, handle es sich um ein «Kriegsverbrechen», sagte der UNO-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura.

Den Anschuldigungen zufolge sollen Helikopter am späten Mittwochabend Behälter mit der ätzenden und potenziell tödlichen Chemikalie abgeworfen haben. Mindestens drei Menschen seien an den Folgen einer Vergiftung gestorben. Die Vereinten Nationen würden die Berichte prüfen, für die es zunächst keine offizielle Bestätigung gab, sagte de Mistura am Donnerstag in Genf. (sda/dpa/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 13.08.2016 08:04
    Highlight So funktioniert's!
    Hoch motivierte KämpferInnen der Kurden und der FSA am Boden zusammen mit hoch moderner US-Unterstützung aus der Luft lehren die Islamistischen Scheusale des IS das Fürchten!
    Jetzt können die Terroristen nur noch zu Allah beten und auf die versprochenen Jungfrauen im Paradies hoffen...
    Wenn sie allerdings so feige sind, auf ihrem Rückzug Zivilisten als Schutzschilde zu benutzen, wird sich Allah das mit den Jungfrauen nochmals gründlich überlegen!
    Vielleicht wird er die IS-Fanatiker mit den hässlich-klebrigen Bärten bis zu ihrem Tod zusammen einpferchen, ohne Frauen...
    5 0 Melden
    • Tierra Y Libertad 13.08.2016 10:22
      Highlight @rodolfo Und jetzt leben die Islamisten unter den Augen Erdogans ein ruhiges Leben in Jarabulus, wo weder Kurden noch mit ihnen verbündete FSA Einheiten Zutritt haben...
      1 0 Melden
  • Tierra Y Libertad 12.08.2016 22:34
    Highlight Einfach nur abscheulich!
    Auch wichtig: Jarabulus liegt hinter der "roten Linie" der Türkei, bzw. in der no go area für die YPG und DFS. Die 2000 Geiseln werden wohl so schnell nicht wieder auftauchen. : (


    Falls es jemanden interessiert...
    Ab Minute 27 sieht man die Anfänge der Manbij Offensive durch das Northern Sun Battalion (Flagge auf dem Geschütz) und die YPG:

    3 0 Melden
  • freewilly2 12.08.2016 18:44
    Highlight 'nahmen sie etwa 2000...' tönt ziemlich nach helvetismus...deutscher - wenn auch mit fremdwort - wäre meiner ansicht nach 'nahmen zirka 2000...'
    1 19 Melden
    • Thanatos 12.08.2016 19:31
      Highlight Ja und? Wir leben doch in der Schweiz...
      14 0 Melden

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