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In this photo made from the footage taken from Russian Defense Ministry official web site, Wednesday, Oct. 7, 2015, a Russian navy ship launches a cruise missile in the Caspian Sea. Russia's Defense Minister Sergei Shoigu said four Russian navy ships in the Caspian launched 26 cruise missiles at Islamic State targets in Syria.(Russian Defense Ministry Press Service via AP)

Mehrere Kreuzer im kaspischen Meer habe laut russischen Angaben Stellungen der IS-Miliz bombardiert.
Bild: AP/Russian Defense Ministry Press Service

Russische Kriegsschiffe feuern auf Ziele in Syrien – Assad startet Bodenoffensive

07.10.15, 18:07 07.10.15, 18:17


Eine Woche nach Beginn der russischen Luftangriffe hat das syrische Regime mit Hilfe aus Moskau eine Bodenoffensive gegen Rebellen begonnen. Die Gefechte nördlich der Stadt Hama sind laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte die heftigsten seit Monaten.

Russische Jets haben demnach in den Provinzen Hama und Idlib fast 40 Ziele bombardiert. Die Operation richtet sich nach Angaben der Beobachtungsstelle gegen ein Rebellenbündnis, das sowohl das Regime als auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpft. Anzeichen für den Einsatz russischer Bodentruppen gebe es nicht.

A still image taken from a October 6, 2015 footage shows a Russian air force helicopter on the tarmac of Heymim air base near the Syrian port town of Latakia. The Syrian army and allied militia carried out ground attacks on insurgent positions in Syria on Wednesday backed by Russian air strikes, in what appeared to be their first major coordinated assault since Moscow intervened last week, a monitor said. REUTERS/RURTR via Reuters TV ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. NO SALES. NO ARCHIVES. RUSSIA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN RUSSIA

Ein russischer Helikopter wird in Syrien für den Kampf bereitgemacht. 
Bild: REUTERS TV/REUTERS

Russland griff nach eigenen Angaben erstmals von Kriegsschiffen im Kaspischen Meer Ziele in Syrien an. Mehrere Kreuzer hätten elf Stellungen der IS-Miliz bombardiert, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Die Marschflugkörper legten demnach 1500 Kilometer zurück.

Russland argumentiert, mit den Luftangriffen die IS-Miliz bekämpfen zu wollen. Moskau steht jedoch in der Kritik, weil sich die Angriffe vor allem gegen Gebiete unter Kontrolle von anderen Regimegegnern richteten, die die IS-Miliz bekämpfen. Beobachter gehen davon aus, dass Russland die Macht des umstrittenen syrischen Machthabers Baschar al-Assad sichern will.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu erklärte in Istanbul, nur zwei von 57 russischen Angriffen seien gegen den IS gerichtet gewesen. Die übrigen hätten Einrichtungen der gemässigteren Rebellengruppen getroffen. «Im Moment ist die gemässigte syrische Opposition fast die einzige Macht im Norden, die sich dem Islamischen Staat entgegenstellt», sagte Davutoglu.

Beginn der Offensive

People inspect a site hit by what residents said were airstrikes carried out by the Russian air force in the town of Darat Izza in Aleppo's countryside October 7, 2015. REUTERS/Ammar Abdullah       TPX IMAGES OF THE DAY

Russische Bomben sollen am Mittwoch in Darat Izza, in der Nähe von Aleppo, eingeschlagen haben.
Bild: AMMAR ABDULLAH/REUTERS

Gegner und Verbündete des Regimes hatten in den vergangenen Tagen berichtet, Tausende Kämpfer aus dem Iran und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah seien für eine Bodenoffensive der Armee gegen Rebellen nach Syrien verlegt worden. Osama Abou Seid, Militärberater der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA), erklärte, die Operation am Mittwoch sei der Beginn dieser Offensive.

Das umkämpfte Gebiet steht unter Kontrolle mehrerer moderater und radikaler Gruppen. Zu dem Bündnis gehört neben Brigaden, die vom Westen unterstützt werden, auch die Al-Nusra-Front, ein syrischer Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Mit den Angriffen wollten Assads Anhänger eine Verbindungsstrasse von Hama in Richtung Norden und zum Militärflughafen der Stadt sichern, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdelrahman. Die Rebellen hätten Verstärkung in das Kampfgebiet verlegt. Zunächst war unklar, ob das Regime die Rebellen zurückdrängen konnte. Es gebe auf beiden Seiten Opfer, erklärte Abdelrahman.

Ein mit der militärischen Lage vertrauter Insider erklärte, auch Mitglieder der schiitischen Hisbollah-Miliz aus dem Libanon nähmen an Angriffen gegen vier Rebellenstellungen teil.

Militärtraining durch CIA

Ein Kommandant einer von den USA ausgebildeten gemässigten Rebellengruppe sagte der Nachrichtenagentur Reuters, bei den russischen Angriffen seien ihre Hauptwaffendepots getroffen worden.

Die Bombardierungen am Dienstag in der Provinz Aleppo hätten diese Lager komplett zerstört, erklärte Hassan Hadsch Ali von der Gruppe Liwa Sukur al-Dschabal. Deren Kämpfer hatten in Saudi-Arabien und Katar ein vom US-Geheimdienst CIA organisiertes Militärtraining durchlaufen.

A man searches for belongings amidst rubble at a site hit by what residents said were airstrikes carried out by the Russian air force in the town of Darat Izza in Aleppo's countryside October 7, 2015. REUTERS/Ammar Abdullah

Russische Bomben sollen am Mittwoch in Darat Izza, in der Nähe von Aleppo, eingeschlagen haben.
Bild: AMMAR ABDULLAH/REUTERS

Seit Monaten bombardiert eine US-geführte Allianz IS-Stellungen in Syrien und dem Irak. Damit greifen zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg amerikanische und russische Einheiten gleichzeitig Ziele in einem Land an.

Zwischen beiden Staaten herrscht ein scharfer Tonfall: US-Verteidigungsminister Ash Carter sprach von einer «tragisch verfehlten Strategie» der Regierung in Moskau und lehnte eine militärische Zusammenarbeit ab. Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums erklärte daraufhin, die USA suchten nach einer Ausrede, um sich nicht am Kampf gegen den Terrorismus zu beteiligen. (sda/reu/dpa/mlu)

Russische Luftangriffe in Syrien

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    Alle Leser-Kommentare
  • Aaron 07.10.2015 23:40
    Highlight "gemässigte Rebellen" = Orwellsches Neusprech für CIA ausgebildete Terroristen
    2 1 Melden
  • IchHabeAuchNeMeinung 07.10.2015 20:43
    Highlight Die NATO macht das einzig vernünftige: Finger raushalten aus dem Chaos im nahen Osten.
    Wir haben in der jüngeren Geschichte mehr als genug westliche, militärische Eingriffe in Fremdgebieten erlebt, sie haben ausnahmslos gewaltige Mengen Geld verschlungen, noch mehr zivile Opfer gefordert als ohnehin schon der Fall war und die jeweiligen Situationen nicht verbessert (Afghanistan, Irak, Lybien, etc.).
    Viel Spass der russischen Armee, Wirtschaft und Bevölkerung die den Mist bezahlen und ausbaden muss.
    3 3 Melden
  • The Destiny // Team Telegram 07.10.2015 19:55
    Highlight «Im Moment ist die gemässigte syrische Opposition fast die einzige Macht im Norden, die sich dem Islamischen Staat entgegenstellt»

    Also im Norden Syriens hat es mehrheitlich Kurden <.<
    5 0 Melden
    • Ursin Tomaschett 07.10.2015 20:16
      Highlight Naja, die Aussage stammt vom türkischen Premier - noch Fragen?
      6 0 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 07.10.2015 20:26
      Highlight Nein Sir, Keine weiteren Fragen Sir.
      4 0 Melden
  • Openyourmind 07.10.2015 15:20
    Highlight Im Bericht steht: "Die der Opposition nahestehende Beobachtungsstelle mit Sitz in Grossbritannien stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite aber kaum überprüfbar."

    Das ist nur die halbe Wahrheit (immer hin!)...

    In Wirklichkeit ist die "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" ein "One-Man-Show" vom Exil-Syrer Rami Abdel Rahman. Kein Office, keine Mitarbeiter, Netzwerk ist eine Webseite und ein Twitteraccount.

    Guckst du hier: #SOHR

    Und hier: http://www.syriahr.com/en/
    17 4 Melden
    • Henrix 07.10.2015 15:54
      Highlight Sehr interessant, danke für den Hinweis.
      8 1 Melden
    • Sapere Aude 07.10.2015 16:28
      Highlight Bei jenen, die sich ein bischen mit der Thematik auseinandersetzen, ist seit langem bekannt, dass es sich um einen einzelnen Aktivisten handelt, der auf ein Netzwerk von Informanten vor Ort zurückgreift. Sie stellen seine Glaubwürdigkeit grundsätzlich in Frage, richtig? Und geben als Quelle eine englischsprachige syrische Newseite an, die mit grosser Wahrscheinlichkeit dem Regime nahe steht. Vielleicht sollten Sie ihren Geist gegen alle Seiten öffnen.
      8 11 Melden
    • Openyourmind 07.10.2015 16:59
      Highlight Ihnen war es vielleicht bekannt, viele wissen es aber nicht.

      Ne, gar nicht... stelle diese Wuelle nicht grundsätzlich in Frage. Solche Quellen sind einfach mit grösster Vorsicht zu geniessen.

      Grundsätzlich müssen immer mehrere Quellen her, wenn ein Artikel einigermassen glaubwürdig sein soll.

      Es ist nicht irgendeine arabische webseite, es ist DIE Webseite der genannter "Syrischer Beobachtungsstelle für die Menschenrechte". Nicht gesehen?
      5 0 Melden
  • Openyourmind 07.10.2015 14:02
    Highlight Nur so als Information.... Dachte es wäre mal Interessant zu wissen was genau die Organisation "Beobachtungsstelle für Menschenrechte" ist, weil sich unsere Medien immer wieder darauf beziehen. Das Resultat hat mich nicht wirklich überzeugt.

    Die "Syrische Beobachtungstelle für Menschenrechte"
    wird von einem einzigen Mann betrieben (Exil-Syrer Abdel Rahman). Er arbeitet aus Homeoffice im Coventry (GB). Zuletzt war er persönlich im Jahr 2000 (!) in Syrien und alles was er berichtet kommt von den "Aktivisten", die er, wie er selber sagt, teilweise nicht selber kennt.

    http://www.syriahr.com/
    13 3 Melden
  • ferox77 07.10.2015 12:37
    Highlight Auch aus Europa kommt der schwarze Tod in Form der mörderischen Jihadisten. Denn in Europa toleriert man haufenweise islamische Hassprediger und bietet den Jihadisten viel Raum.
    Selbst ins öffentliche Fernsehen werden die Hassprediger eingeladen und dort hofiert.
    Es müssen daher viele Menschen aus Syrien flüchten, weil zahlreiche Hassprediger in Europa sind.
    20 23 Melden
  • Zeit_Genosse 07.10.2015 12:30
    Highlight Die Zweiteilung des Staates könnte politisch durchsetzbar sein, kam die Idee doch von den Russen. Die USA könnten damit einverstanden sein, wenn Assad an der Spitze eines Teilstaates bleibt, es aber einen Syrischen Zweitstaat gibt, der nach demokratischen Prozessen geführt wird. Mit dieser Arbeitshypothese könnte man jetzt einen Friedensplan ausarbeiten und einen Waffenstillstand erwirken. Jetzt wird einfach nur die Bevölkerung von Syrien getötet ohne Aussicht auf irgend ein Resultat. Die Grossmächte könnten ihre militärische Kraft gemeinsam dem IS zuwenden und die Flüchtlinge zurück.
    15 5 Melden
    • Jonasn 07.10.2015 13:02
      Highlight das ist nicht im Interesse Putins. Ein für Putin sehr angenehmer Nebeneffekt ist die Tatsache, dass nun noch mehr Flüchtlinge nach Europa reisen. Ein stark auf das Innere gerichteter Blick Europas wird die Folge sein. Das wiederum gibt Putin Handlungsfreiheit bei vielen Themen wie z.B. der Ukraine oder vielleicht auch mal wieder Georgien. Wenn die politische Führung in Zentraleuropa's Ländern so mit Flüchtlingen beschäftigt ist, hat sie (bei Wählerstimmen) keinen akzeptierten Rückhalt, um Putin in die Schranken zu weisen bei aussenpolitischen Themen.
      16 9 Melden
    • Jonasn 07.10.2015 13:04
      Highlight Nachtrag: Ich weiss, dass die Idee von den Russen stammte. Jedoch ist sie meiner Meinung nach - wie so oft in der Amstzeit Putins - nur eine Nebelkerze, um in der Aussendarstellung gut auszusehen und in der gewonnenen Zeit einfach eigene Fakten zu setzen während alle anderen noch reden. Siehe Krim.
      10 7 Melden
    • Zeit_Genosse 07.10.2015 13:45
      Highlight @Jonasn
      1) Mag sein, dass die Flüchtlingswelle Europa absorbiert und von der Ukraine ablenkt, doch die militärische Intervention in Syrien zeigt Europa, wie schnell und konkret Russland zu agieren bereit ist. Das wird den legitimen Schutz der östlichen Eurostaaten auf den Plan rufen und damit eine Natoaufrüstung gegen Osten. Das kann Putin auch nicht wollen.

      2)Man könnte ihn doch einfach beim Wort nehmen und seitens Westen die Lösung sehr konkret zu einem UNO-Mandat umformulieren, das Putin dann schon mit einem Veto öffentlich killen müsste. Er wäre dann demaskiert als Kriegstreiber.
      10 3 Melden
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