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Syrische Luftwaffe bombardiert mehrere Märkte und tötet mindestens 44 Zivilisten



Bei Luftangriffen auf Märkte in Syrien sind am Dienstag nach Oppositionsangaben mindestens 44 Zivilisten getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurden Marktplätze in der nordwestlichen Provinz Idlib attackiert, einer Hochburg des Terrornetzwerks al-Kaida.

Die Angriffe seien vermutlich von der syrischen Luftwaffe geflogen worden, hiess es weiter. Am folgenschwersten waren die Luftangriffe demnach auf einen Gemüsemarkt in der Stadt Maaret al-Numan. Dort seien mindestens 37 Zivilisten getötet worden, teilte die Beobachtungsstelle mit, die zuvor von fünf Toten gesprochen hatte. Es handle sich um ein «Massaker».

Mindestens sieben Zivilisten seien zudem bei Luftangriffen auf einen Fischmarkt in der Ortschaft Kafranbel getötet worden, unter den Toten sei ein Kind.

Ebenfalls in der Provinz Idlib wurden den Angaben zufolge drei Kinder durch Raketenbeschuss des schiitischen Dorfes Kafraja durch islamistische Rebellen getötet. Kafraja ist eine der letzten Bastionen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

In der Provinz Damaskus wurden bei Luftangriffen mindestens sieben Zivilisten getötet und zehn weitere verletzt, wie die Beobachtungsstelle weiter mitteilte. Die Angriffe zielten demnach auf den Ort Bala, einen von Rebellen kontrollierten Vorort von Damaskus.

Produce lies amidst damaged shops after an airstrike on a market in the town of Maarat al-Numan in the insurgent stronghold of Idlib province, Syria April 19, 2016. REUTERS/Ammar Abdullah

Nach den Luftschlägen erinnert nur noch das Gemüse an einen Markt.
Bild: AMMAR ABDULLAH/REUTERS

Sehr laute Waffen«ruhe»

In der Provinz Latakia, einer Hochburg Assads, gingen derweil die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen weiter – ungeachtet der am 27. Februar in Kraft getretenen Waffenruhe. Am Montag hatten zehn islamistische Rebellengruppen eine koordinierte Offensive gegen die Regierung angekündigt. Sie begründeten dies mit Verstössen der Regierung gegen die Waffenruhe.

In Genf finden derzeit unter UNO-Vermittlung indirekte Friedensverhandlungen zwischen Rebellengruppen und dem syrischen Regime unter Präsident Baschar al-Assad statt. Die Exil-Opposition hatte am Montag angekündigt, ihre Teilnahme an den Verhandlungen auszusetzen, solange die Regierung ihre Angriffe fortsetze.

Die in Grossbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk an Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite nur schwer überprüfbar.

Türkei beschiesst IS

Die Türkei ging am Dienstag gegen die radikal-islamische IS-Miliz in ihren Nachbarländern Irak und Syrien vor. Bei einem Angriff der türkischen Armee im Norden des Iraks wurden einem Fernsehbericht zufolge mehr als 30 Extremisten getötet.

Zudem hat die türkische Armee die von der Terrormiliz kontrollierte Region jenseits der Grenze zu Syrien beschossen. Sie reagierte nach Militärangaben auf den Einschlag der drei Raketen in Kilis. Niemand sei getötet worden, drei Menschen seien verletzt worden.

Es war bereits der zweite Tag in Folge, dass Kilis vom IS-Gebiet aus unter Beschuss geriet. In den vergangenen Wochen war die türkische Grenzstadt immer wieder mit Raketen beschossen worden. Dabei wurden zahlreiche Menschen verletzt. Kilis beherbergt rund 110'000 syrische Flüchtlinge. (jas/sda/afp/reu)

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Das Massaker von Suweida

Die Terrormiliz «IS» will mit einer Anschlagserie in Syrien Stärke demonstrieren: Sie hat mehr als 200 Menschen getötet und Dutzende weitere verschleppt. Die meisten Opfer waren Drusen.

Am Ende, als der Horror vorbei ist, hängen drei Leichen an einem Kran vor einem Krankenhaus in Suweida. Die Männer, die von wütenden Bewohnern der Stadt gelyncht wurden, sollen zu einem Terrorkommando des «Islamischen Staats» (IS) gehört haben, das in den Stunden zuvor eines der schlimmsten Massaker seit Beginn des Bürgerkrieg in Syrien vor sieben Jahren verübte.

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