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Wenn Assad ruft, kommt Putin: Russland erwägt Einsatz von Bodentruppen in Syrien

Russland hat stets abgestritten, eine Militärintervention in Syrien zu planen - bis jetzt. Aus dem Kreml heisst es nun: Wenn die Assad-Regierung um Hilfe bitte, werde man über Bodentruppen nachdenken.

18.09.15, 15:30

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Syrien: Der vergessene Krieg

Über einen russischen Kampfeinsatz im syrischen Bürgerkrieg wurde zuletzt viel spekuliert. Immer wieder gab es Berichte über Lieferungen von Ausrüstung und Militärgerät. Der Kreml bestritt bislang Pläne für eine Intervention. Doch jetzt ist klar: Moskau schliesst auch eine Beteiligung eigener Bodentruppen an der Seite des Präsidentin Baschar al-Assad nicht aus - wenn Syrien darum bitte.

«Wenn es eine Anfrage gäbe, würde diese natürlich diskutiert und geprüft im Rahmen unserer bilateralen Kontakte», sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut der Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Solange eine solche Anfrage nicht erfolgt sei, sei eine Diskussion darüber aber schwierig, schränkte der Regierungssprecher ein.

Zum stärksten Gegner des Diktators Assad hat sich die Extremistenmiliz «Islamischer Staat» (IS) entwickelt. Syriens Aussenminister Walid al-Mualem hatte am Vortag erklärt, sollten russische Truppen nötig sein, werde man sie anfordern. Gegenwärtig sei das aber nicht der Fall.

Russland ist neben Iran der wichtigste Verbündete von Machthaber Assads. Moskau verstärkte in den vergangenen Tagen seine Militärpräsenz in Assads Heimatprovinz Latakia. Nach US-Angaben errichtet die russische Armee dort derzeit einen Luftwaffenstützpunkt und einen mobilen Kontrollturm. Zudem seien Panzer, Artillerie und Dutzende Soldaten nach Syrien verlegt worden. US-Aussenminister John Kerry warnte seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow kürzlich, die Militärhilfe für Assad drohe den Konflikt noch zu verschärfen.

USA wollen sich mit Russland abstimmen

Auch die USA bekämpfen den IS in Syrien und im Irak mit Luftangriffen, schliessen den Einsatz von Bodentruppen aber aus. Die Amerikaner lehnen eine Zusammenarbeit mit Assad ab. Stattdessen signalisierten sie die Bereitschaft, ihr militärisches Vorgehen in Syrien mit Russland abzustimmen.

Auch das Auswärtige Amt in Berlin äusserte sich am Freitag kritisch zu dem russischen Engagement. Man sorge sich, dass «das unabgestimmte militärische Vorgehen Russlands» eine politische Lösung erschwere, sagte Aussenamtssprecherin Sawsan Chebli. Ein Ausweg aus der Syrien-Krise sei ohne Russland kaum möglich. Moskau sei einer «der zentralen Akteure» und werde daher in alle gegenwärtig laufenden Gespräche zur Beendigung des Konflikts eingebunden.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen setzt auf eine Lösung des Bürgerkriegs bei der Uno-Vollversammlung Ende des Monats. Alle EU-Staaten haben angesichts der grossen Zahl an Flüchtlingen aus Syrien ein besonderes Interesse an der Beendigung des Konflikts.

kev/AFP/Reuters

Mehr als 1000 Flüchtlinge überqueren die Grenze nach Ungarn

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie woof 18.09.2015 18:27
    Highlight Dawai Vladimir, vorwärts ins Verderben!
    1 2 Melden
  • TomTurbo 18.09.2015 17:50
    Highlight Da braucht der US Ami aber viel Mineralwasser um den harten Brocken runter zu schlucken-
    1 2 Melden
  • Zeit_Genosse 18.09.2015 17:33
    Highlight Man muss nur jemanden finden der um Hilfe bittet, dann kommen wir. So geht Annexion heute. Das Muster ist deutlich, auch wenn die Schauplätze extrem unterschiedlich sind. Man kommt so elegant bei der UNO vorbei. Etwas Empörung, die sich ob neuer Krisenherde rasch verlagert. Die USA und Russen (Engländer & Franzosen nicht zu vergessen) haben schon an so vielen Plätzen "geholfen". Jedesmal mit einer Blutspur. Doch was würde ohne "Hilfe" passieren? Wie wäre der 1. und 2. Weltkrieg "beendet" worden? Viele Regime wurden gestürzt um neue Regime (die man zuliess oder sogar nachzog) zu bekämpfen. Uff!
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  • reputationsprofi 18.09.2015 16:19
    Highlight Passt auf ihr Herren Machtpolitiker... dies könnte das neue Sarajevo werden.
    0 2 Melden

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