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Ein Kämpfer der Al-Nusra-Front vor einem Verwaltungsgebäude der syrischen Regierung in Idlib. Bild: AP/Nusra Front on Twitter

Bewegung in der Anti-Assad-Front: Syrische Al-Nusra-Front sagt sich von Al-Kaida los

28.07.16, 20:45 29.07.16, 06:33


Die islamistische Al-Nusra-Front in Syrien sagt sich offiziell vom Terrornetzwerk Al-Kaida los und benennt sich zudem um. Ziel ist die Bildung einer neuen Front und die Vereinigung verschiedener Dschihadisten-Gruppen.

Der neue Name lautet Dschabhat Fatah al-Scham, wie ihr Anführer Abu Mohammed al-Dschaulani am Donnerstag in einer Videonachricht bekannt gab.

Die Al-Nusra-Front («Unterstützer-Front») gehört in Syrien zu den stärksten Milizen. Stark ist die Gruppe vor allem in der Provinz Idlib. Obwohl ideologisch eng mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verwandt, sind beide Gruppen miteinander verfeindet. Andere, gemässigtere Rebellengruppen, wie etwa gewisse Brigaden der Freien Syrischen Armee (FSA), kooperieren im Kampf gegen die Regierungstruppen.

Auch Al-Kaida-Spitze für Trennung

Al-Dschaulani dankte der Al-Kaida-Führung für deren Verständnis, dass die Trennung unumgänglich sei. Zuvor hatte die Al-Kaida-Führung die Abspaltung ausdrücklich gutgeheissen. Wichtiger als die Zugehörigkeit zu Al-Kaida sei, dass die Miliz geeint und schlagkräftig bleibe, hiess es.

Die dschihadistische Miliz gehört zu den schlagkräftigsten Gegnern des Assad-Regimes. Bild: AP/Al-Nusra Front Twitter Page

Die Nusra-Front wird von den USA als Ableger der extremistischen Al-Kaida und als Terrorgruppe eingestuft. Sie wurde deshalb von den Syrien-Friedensgesprächen im Februar ausgeschlossen. Russland und die USA beraten zudem über eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen die Organisation.

Nun werde sie keine Verbindung zu anderen externen Organisationen haben, sagte Anführer al-Dschaulani. Damit falle der Vorwand für die internationale Gemeinschaft weg, wegen der Verbindungen der Nusra-Front zur Al-Kaida Syrer anzugreifen. (tat/sda/dpa/reu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • StealthPanda 30.07.2016 12:02
    Highlight Die Amis kennen wohl den Spruch: "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" nicht.
    1 0 Melden
  • Beobachter24 29.07.2016 10:19
    Highlight Die Al-Nusra ist nebst der IS die grösste Anti-Assad-Truppe in Syrien, und beide dieser Gruppen gelten offiziell als Terroristen.

    Was die Al-Nusra Schergen da gerade bekannt gegeben haben, das ist ein Re-Branding, um das "Terrorismus-Label" loszuwerden (zwecks Erhöhung der eigenen Bewegungsfreiheit und eigenen Lebensewartung).

    Bekanntgabe war am selben Tag, an dem RU und die USA wieder mal den erneuten Versuch einer gemeinsamen Terror-Bekämpfung bekannt gegeben haben. Die Details dieses „Abkommens" dürften interessant sein ...
    6 1 Melden
  • D(r)ummer 29.07.2016 10:00
    Highlight Zitat: "Sie wurde deshalb von den Syrien-Friedensgesprächen im Februar ausgeschlossen." Das heisst dann also, dass diese Neandertaler vorher von der NATO/USA/CIA usw... unterstützt wurde? Die Taktik hat sich noch immer nicht geändert, nur die Namen. Diese (Strategie-)Suppe wurde eindeutig zu lange gekocht. Frieden ist echt weit weg im nahen Osten. Was kommt nach Syrien? Iran?...
    6 0 Melden
  • MaskedGaijin 29.07.2016 08:15
    Highlight "Andere, gemässigtere Rebellengruppen..." 😂
    10 5 Melden
  • Tierra Y Libertad 28.07.2016 22:36
    Highlight Aus Daschabhat Fatah al-Scham entnehme ich die Gruppierungen Dschabhat al-nusra, al-Scham und al-Fatah. Wie unkreativ.
    Es gab schon einmal eine Vereinigung dieser Gruppierungen unter dem Namen "islamische Front". Überlebte zum Glück nur ein paar Tage, auch wenn sie sich nie offiziell auflöste.
    Ihre Ideologie unterscheidet sich kaum von der des IS (Kalifat, Vertreibung von Minderheiten), ich sehe also keinen Grund, warum man diese anders behandeln sollte.
    21 0 Melden
    • Radiochopf 29.07.2016 02:38
      Highlight Solange die USA, NATO und EU entscheiden, dass sie die Guten sind, sind sie das und Assad ist der Böse... In ein paar Jahren wird man uns dann erzählen die Al Nusra Front oder wie sie dann auch immer heissen mögen sind die Feinde der Welt.. War bei Al-Quaida nicht anders und zeigt nur welch unglaubliches verlogenes Spiel da getrieben wird in Syrien auf Kosten der Menschen mit dem Preis der vielen Flüchtlingen in Europa.. Haben die USA nun eigentlich die 10000 Flüchtlinge schon aufgenommen die Obama versprochen hat? Kann das mal jemand in Erfahrung bringen?
      14 5 Melden

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