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Schliessung der Balkanroute: Ungarn verhängt Krisenzustand

Die Balkanroute ist geschlossen. Jetzt reagiert die ungarische Regierung und schickt mehr Soldaten und Polizisten an die Grenze. Notfalls will sie binnen zehn Tagen einen Zaun im Südosten bauen.

09.03.16, 15:06 14.03.16, 10:53


epa05201825 Macedonian policemen closes a gate after a train passed near the refugee camp of Idomeni, at the Greek border with Macedonia, in Gevgelia, The Former Yugoslav Republic of Macedonia, 08 March 2016. Thousands of people remained stranded in the refugee camp at Idomeni, on the Greek border with Macedonia, hours after the European Union and Turkey failed to reach agreement on resolving the migration crisis. Around 1,000 people are expected to disembark 08 March in the Athens' port of Piraeus and to continue north, toward Idomeni.  EPA/ZOLTAN BALOGH HUNGARY OUT

Bild: EPA/MTI

Ein Artikel von

Seit Mitternacht haben die Länder an der Balkanroute, Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien, ihre Grenzen für Flüchtlinge geschlossen. Einlass gewähren die Staaten nur noch streng nach den Schengen-Regeln: Einreisende müssen einen gültigen Pass und Visum vorzeigen.

Ungarn reagierte am Mittwoch. Innenminister Sandor Pinter erklärte auf einer Pressekonferenz in Budapest, seine Regierung habe den Krisenzustand über das gesamte Land verhängt. «Wir erklären wegen der Migration den Krisenzustand für das gesamte Land.»

Das sei eine nötige Voraussetzung, um zusätzliche 1500 Soldaten zu mobilisieren. «Ungarn wird seinen Grenzschutz verstärken», kündigte Pinter an. Polizei und Militär sollen an der Grenze verstärkt werden – laut Pinter eine Vorsichtsmassnahme. Die Reaktion der Flüchtlinge, die sich nun in den direkten Nachbarländern Ungarns aufhalten, sei nach den Grenzschliessungen nicht absehbar, sagte der Innenminister.

Diese 23 Bilder aus Syrien beweisen, dass gerade was komplett falsch läuft

Zwar rechne seine Regierung zurzeit nicht mit Vorfällen an der Grenze zu Rumänien, sagte Pinter. Dennoch werde sie auch Vorbereitungen treffen, um an der Grenze zu Rumänien, das im Südosten Ungarns liegt, notfalls rasch einen Zaun errichten zu können. Ein solcher Schritt solle innerhalb von zehn Tagen möglich sein, betonte der Innenminister.

Ungarn hatte im Zuge der Flüchtlingskrise bereits vor einigen Monaten an der Grenze zu Serbien und Kroatien einen Zaun errichtet.

Mazedonien schloss nach Kroatien, Serbien und Slowenien am Mittwoch seine Grenze für Flüchtlinge – das letzte Tor zur Balkanroute. In Zukunft dürften auch hier noch Menschen mit gültigen Reisepässen und Visa einreisen, hiess es in Medienberichten. Damit ist die Balkanroute, über die im vergangenen Jahr mehr als eine Million Menschen nach Österreich und vor allem nach Deutschland gekommen waren, faktisch dicht.

EU-Ratspräsident Donald Tusk begrüsste in zwei Twitter-Nachrichten die Schliessung der Balkanroute für Flüchtlinge und erklärte, sie beruhe auf einer gemeinsame Entscheidung aller EU-Länder.

«Bei den irregulären Migrationsströmen entlang der Westbalkanroute ist das Ende erreicht», hiess es auf dem offiziellen Twitter-Account des EU-Ratschefs. Die Massnahmen seien nicht einseitig, sondern von allen 28 EU-Länder beschlossen worden.

Knapp 36'000 Migranten harren in Griechenland

Nachder faktischen Schliessung der Balkanroute ist die Zahl der Migranten in Griechenland auf fast 36'000 gestiegen. Das teilte der griechische Krisenstab am Mittwoch in Athen mit. Die Zahl ändere sich von Stunde zu Stunde, da immer mehr Menschen aus der Türkei ankämen.

Die meisten Flüchtlinge warten im Aufnahmelager von Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze auf ihre Weiterreise. Nach Angaben des Krisenstabes harrten dort am Mittwoch rund 8550 Migranten aus. Humanitäre Organisationen schätzten die Zahl dagegen auf bis zu 14'000 Menschen.

heb/cht/Reuters/dpa/AP

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    Alle Leser-Kommentare
  • kurt3 09.03.2016 22:58
    Highlight Schön wenn Onkel Orbàn die Krise auf die Flüchtlinge abschieben kann , und erst noch mit EU- Gelder Zäune bauen kann . Der Stacheldraht wird in ungarischen Gefängnissen hergestellt Er wird auch an andere Oststaaten verkauft .
    2 1 Melden

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