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Fighters of the Syrian Islamist rebel group Jabhat Fateh al-Sham, the former al Qaeda-affiliated Nusra Front, walk along a sand barricade in the 1070 Apartment Project area in southwestern Aleppo, Syria August 5, 2016. REUTERS/Ammar Abdullah

Rebellen in Aleppo.
Bild: AMMAR ABDULLAH/REUTERS

Umkämpftes Aleppo: Luftangriffe auf syrische Rebellen nehmen offenbar zu

Mehrere Rebellengruppen haben gemeldet, den Belagerungsring in der syrischen Stadt Aleppo durchbrochen zu haben. Nun werden sie Aktivisten zufolge verstärkt aus der Luft angegriffen.

08.08.16, 11:02


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Die Attacken auf syrische Rebellengruppen in der umkämpften Stadt Aleppo haben am Sonntag offenbar zugenommen. Das berichten Aktivisten und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Luftangriffe von syrischen Regierungstruppen und ihren Verbündeten sind demnach ein Versuch, die Aufständischen wieder zurückzutreiben: Die Rebellengruppen hatten erst am Vortag gemeldet, die Belagerung Aleppos durchbrochen zu haben.

Damaged buildings are seen in the 1070 Apartment Project area in southwestern Aleppo, Syria August 5, 2016. REUTERS/Ammar Abdullah

Ein zerstörtes Quartier im Südwesten von Aleppo.  Bild: AMMAR ABDULLAH/REUTERS

Kämpfer seien im Südwesten der früheren syrischen Metropole vorgerückt und hätten sich mit Aufständischen aus dem eingekesselten Ostteil der Stadt zusammengetan, sagte ein Kommandant des früheren Qaida-Ablegers Dschabhat Fatah al-Scham der Nachrichtenagentur DPA. Medien, die der Regierung von Staatschef Baschar al-Assad nahestehen, bestritten dagegen den Durchbruch des Belagerungsrings und berichteten, die Kämpfe würden andauern. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete von schweren Luftangriffen gegen die Aufständischen.

Rebellen verkünden Durchbruch der Belagerung

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte steht der Opposition nahe und beruft sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind nur schwer zu überprüfen, haben sich in der Vergangenheit aber häufig als korrekt erwiesen. Der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abd al-Rahman, nannte das Durchbrechen des Belagerungsrings einen der schwersten Rückschläge für die Regierungstruppen seit Beginn des Bürgerkriegs 2011.

Laut Beobachtungsstelle konnte allerdings keiner der seit Wochen in Aleppos Rebellenvierteln eingeschlossenen Zivilisten fliehen, da die von den Rebellen kontrollierte Route Richtung Südwesten «zu gefährlich und nicht abgesichert» sei.

UNO schätzt: Bis zu 300'000 Zivilisten eingekesselt

Dennoch geben sich die Rebellengruppen offenbar siegesgewiss: Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, wollen sie die Zahl ihrer Kämpfer verdoppeln und nun die ganze Stadt einnehmen. «Wir kündigen den Anfang der neuen Phase für die Befreiung von ganz Aleppo an», teilte das militärische Bündnis Dschaisch al-Fateh (Armee der Eroberung) am Sonntag in einer Erklärung mit. «Wir werden nicht aufhören zu kämpfen, bis wir die Fahne der Eroberung auf der Zitadelle von Aleppo schwenken.» Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Vor gut drei Wochen hatten syrische Regierungstruppen und ihre Verbündeten die letzte Versorgungsroute in die von Rebellen gehaltenen östlichen Viertel Aleppos gekappt. Die UNO schätzt, dass bis zu 300'000 Menschen eingekesselt sind. Ein Bündnis syrischer Rebellengruppen unter Führung von Islamisten versucht seit einer Woche, die Belagerung zu durchbrechen. (aar/AFP/Reuters/gin)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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