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Erdogan spricht am 16. Juli in Istanbul zu seinen Anhängern.  Bild: MURAD SEZER/REUTERS

Erdogan und die Verschwörungstheorien um den Putschversuch: 6 Fragen und Antworten

16.07.16, 20:39 17.07.16, 09:17

War der Putschversuch in der Türkei von Präsident Recep Tayyip Erdogan inszeniert? Seit der Niederschlagung des Putsches kursiert diese Verschwörungstheorie bei Erdogan-Kritikern in der Türkei, aber auch im Westen. Fragen und Antworten dazu.

War der Putsch nicht verdächtig dilettantisch?

Er wurde zwar schnell niedergeschlagen, kostete aber einen hohen Blutzoll. Der prominente türkische Autor und Journalist Ahmet Sik bringt die Möglichkeit ins Spiel, dass die Regierung von dem Plan Wind bekam und die Umstürzler sich zum Handeln gezwungen sahen, bevor ihre Vorbereitungen abgeschlossen waren. Dafür spricht, dass Sicherheitsvorkehrungen durch regierungstreue Polizeikräfte zuvor sichtbar erhöht wurden. Es ist auch nicht der erste gescheiterte Putsch in der Türkei – einen solchen gab es bereits 1963.

Von Leibwächtern umringt: Erdogan am 16. Juli in Istanbul.
Bild: MURAD SEZER/REUTERS

Hätte Erdogan den Putschversuch inszenieren können?

Angesichts von Erdogans Einfluss wäre das vermutlich nicht undenkbar, aber doch sehr schwierig. Unter den mutmasslichen Rädelsführern sollen fünf Generäle und 28 Oberste sein, die mit Erdogan unter einer Decke hätten stecken müssen. Erdogan hat öffentlich angekündigt, dass sie «einen sehr hohen Preis» bezahlen werden, vermutlich werden sie viele Jahre im Gefängnis sitzen müssen. Welchen Vorteil die Offiziere von einer solchen Verschwörung hätten, erschliesst sich nicht.

Was hätte Erdogan von einem inszenierten Putsch?

Die Aussicht auf mehr Macht. Der Putschversuch dürfte Erdogan als Argument für sein wichtigstes und umstrittenstes Ziel dienen: Die Einführung eines Präsidialsystems, das nach seinen Worten für mehr Stabilität in der Türkei sorgen soll. Allerdings: Erdogan ist bereits jetzt unangefochten der mächtigste Politiker der Türkei. Die Chancen, dass er sein Präsidialsystem bekommt, standen schon vor dem Putschversuch nicht schlecht. Es erscheint ein sehr hohes Risiko, einen Umsturzversuch zu inszenieren, um diese Chancen zu erhöhen.

Ist Erdogan nicht bekannt für seine Risikofreude?

Doch. Aber ein inszenierter Putsch wäre wohl auch für seine Verhältnisse extrem hoch gepokert. Ein westlicher Sicherheitsexperte, der an eine Inszenierung nicht glauben mag, drückt das so aus: «Das ist, als würdest Du Dein Haus anzünden und hoffen, dass es nicht abbrennt. Aber am Ende brennt es vielleicht doch ab.»

Quelle: Tele Züri

Wirkte Erdogan beim Putschversuch, als habe er alles unter Kontrolle?

Nein. Er und auch Ministerpräsident Binali Yildirim wirkten nervös. Mitarbeiter aus Erdogans Umfeld schienen verunsichert.

War es nicht verdächtig still um Erdogan in den Tagen davor?

Das stimmt. Regierungskreise liefern dafür aber eine plausible Erklärung: Erdogan habe die Bayram-Ferien nachgeholt, die er während des Festes zum Ende des Fastenmonats Ramadan nicht mit seiner Familie verbringen konnte – weil er beim NATO-Gipfel in Warschau war. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • SemperFi 17.07.2016 07:56
    Highlight Diese Fragen und Antworten stammen aus der FAZ. http://m.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/tuerkei/verschwoerungstheorie-war-der-putschversuch-inszeniert-14343839.html
    Wieso gibt es hier keine Quellenangabe wie bei den Spiegelberichten? Das würde mir beim Einordnen helfen.
    6 8 Melden
    • Viktoria 17.07.2016 08:04
      Highlight Guten Morgen! Das liegt ganz einfach daran, dass es sich nicht um einen Bericht von der FAZ, sondern von einer Nachrichtenagentur handelt. Das erkennst du daran, dass unten am Ende unseres Artikels das Kürzel (sda/dpa) steht. Und auch der Beitrag in der FAZ ist am Schluss mit (dpa) gekennzeichnet. Sprich: FAZ und watson haben den Text beide von der Nachrichtenagentur. Liebe Grüsse und einen schönen Sonntag!
      25 2 Melden
    • SemperFi 17.07.2016 08:19
      Highlight Herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Wieder was gelernt. En schöne Sonntig!
      9 1 Melden
    • Viktoria 17.07.2016 08:22
      Highlight Immer gerne :)
      7 1 Melden
  • http://bit.ly/2mQDTjX 17.07.2016 06:23
    Highlight Apropos Verschwörungstheorie:

    Amerikanische Lobbyisten sahen den Putsch bereits im März voraus. Erstaunlich!

    https://www.aei.org/publication/could-there-be-a-coup-in-turkey/
    9 4 Melden
  • MLISlC 17.07.2016 04:41
    Highlight Aufarbeiten, statt spekulieren.
    Aber unter Erdogan könnte auch das mehr als 100 Jahre dauern.
    7 1 Melden
  • NikolaiZH 16.07.2016 22:57
    Highlight Inszeniert - wohl kaum, aber wieviel erdogan und seine leute darüber im voraus wussten und diesen für ihre eigene zwecke missbrauchten? Da bin ich sehr misstrauisch
    69 5 Melden
    • FrancoL 16.07.2016 23:04
      Highlight Mein Misstrauen deckt sich mit dem Deinen. Nicht inszeniert aber gut ausgenützt weil vermutlich doch etwas durchgesickert ist.
      57 5 Melden
    • Soulrider 16.07.2016 23:57
      Highlight Gerüchte oder Hinweise waren wahrscheinlich vorhanden und Erdogan und sein Gefolge hat sich darauf vorbereitet. Aber bevor etwas passiert bzw. keine klaren Beweise vorliegen kann er ja auch nicht dagegen vorgehen.
      8 4 Melden
    • ElendesPack 17.07.2016 00:30
      Highlight Das denke ich auch. Diese Möglichkeit ist sehr hoch. Den Putsch nicht im Keime ersticken, aber so weit gehen lassen, dass man ihn gerade noch niederschlagen kann, indem man sich genügend vorbereitet.
      Und anschliessend die Ernte einfahren.
      10 5 Melden
  • Spooky 16.07.2016 22:44
    Highlight Dieser Putsch war von Anfang bis Ende inszeniert und orchestriert. Die Militärs sind voll in die Falle und ins offene Messer gelaufen. Sie sind verraten worden. Der Verrat gehört sowohl bei den Türken wie auch bei den Kurden zu ihrer Tradition und auch zu ihrer Kultur. Man muss wissen, dass die türkischen Offiziere nicht wegen ihrer Tüchtigkeit oder Intelligenz, sonder nur wegen Beziehungen Karriere machen können.
    39 33 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 16.07.2016 23:22
      Highlight Apropos Verrat und Tradition... da fällt mir gerade das Problem der Byzantinischen Generäle ein. Das waren auch Osmanen, die mit Intrigen und Verrat in den eigenen Reihen zu kämpfen hatten. ;)

      https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinischer_Fehler

      Ich weiss aber nicht, ob das Mathematik-Rätsel etwas mit historischen Tatsachen zu tun hat. Sicher ist nur, dass Konstantinopel/Byzanz 1453 von den Osmanen eingenommen wurde.
      3 2 Melden
    • Spooky 17.07.2016 20:18
      Highlight @Lorent Patron
      "Dazu kommt die Möglichkeit, dass sich unter den Generälen Verräter befinden können, die an die anderen Generäle absichtlich irreführende Informationen schicken können."

      Das könnte auch bei diesem Putsch eine Rolle gespielt haben.

      Meine "These" des Verrats bei den Orientalen gründet aber auch in privaten Erlebnissen auf meinen Reisen durch arabische Länder. Die Gastfreundschaft ist legendär und echt, aber man kann von einem Tag auf den anderen wegen einem Gerücht, das jeder Grundlage entbehrt, zu einer Unperson werden. Und dann ist es am besten, zu verschwinden ;-)


      2 0 Melden
  • http://bit.ly/2mQDTjX 16.07.2016 22:43
    Highlight "Ahmet Sik bringt ins Spiel, dass die Regierung von dem Plan Wind bekam und die Umstürzler sich zum Handeln gezwungen sahen, bevor ihre Vorbereitungen abgeschlossen waren."

    Wäre es nicht in diesem Fall rationaler, die Sache abzublasen? Militärisch macht eine unvorbereitete Offensive null Sinn. Man geht nicht freiwillig in einen Kampf, den man verlieren kann.

    Es deutet mehr darauf hin, dass die Putschisten nicht bemerkten, dass die Regierung informiert wurde.

    "Dafür spricht, dass Sicherheitsvorkehrungen durch regierungstreue Polizeikräfte zuvor sichtbar erhöht wurden."

    Das passt ins Bild.
    19 2 Melden
    • FrancoL 16.07.2016 23:08
      Highlight Man kann einen solchen Plan kaum stoppen! Auch wenn man zu früh losschlagen muss, weil der Gegner Wind davon bekommen hat. Denn wenn Erdogan Wind davon bekommen hat, dann ist das Schicksal der Umstürzler das gleiche ob sie losschlagen oder nicht. Das wussten die Initianten und dies scheint mir auch seine Logik zu haben und wohl nicht weit von der Wahrheit entfernt zu sein.
      15 5 Melden
    • Ruffy 16.07.2016 23:19
      Highlight Abblasen ist keine Option. Man muss sich bewusst sein, dass auch ein gut vorbereiteter Putsch ein enormes Risiko darstellt, dazu entschliesst man sich nicht einfach so. Genausowenig bläst man es dann ab, wenn man denkt es ist die einzige Chance.
      3 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 16.07.2016 23:36
      Highlight Das würde einfach nicht der militärischen Logik folgen, so wie ich das von Militärs erwarten würde.

      Man geht nicht freiwillig in einen Kampf, den man verlieren kann. Keine Ausnahme!

      Man begibt sich nicht freiwillig in eine Gefahr, ohne Exit-/Flucht-Strategie. Keine Ausnahme!

      Bei Putsch-Vorbereitungen würden die (militärisch ausgebildeten) Putschisten nur mitmachen, wenn sie ihre Beteiligung jederzeit glaubhaft abstreiten können. Ohne eine solche Exit-Strategie wird man vermutlich keinen militärischen Putsch vorbereiten können. Insofern wäre ein folgeloser Abbruch vermutlich möglich gewesen.
      2 6 Melden
    • Hayek1902 17.07.2016 00:53
      Highlight Nicht, wenn du eh auf der Abschussliste stehst (bzw. davon ausgehen kannst) und eh bald in die Kiste wanderst.
      6 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 17.07.2016 03:20
      Highlight Hayek1902: Offenbar existieren solche "Abschusslisten".

      Aber es wäre einfacher, sicherer und zielführender gewesen, zu fliehen. Flugzeuge, Hubschrauber etc. standen den Putschisten bereit. Israel, Iran, Griechenland, Zypern wären passable Fluchtoptionen gewesen. Der Schaden hätte minim gehalten werden können. Insbesondere die Absetzung von 3'000 Richtern und die Verhaftung von ebensovielen Armeeangehörigen hätten die Putschisten durch den Abbruch und die Flucht der Führungsebene verhindern können. Taten sie aber nicht, und ich glaube, weil sie verraten wurden und ins Messer liefen.
      4 2 Melden
    • Ruffy 17.07.2016 07:11
      Highlight Seit wann in der Menschheitsgeschichte kämpfen Militärs nur Kämpfe die Sie sicher gewinnen können? Ich glaube du stellst dir das etwas zu einfach vor.. Fliehen ist doch keine Option, es geht um das Heimatland.
      4 3 Melden
    • FrancoL 17.07.2016 08:30
      Highlight @Lorent Patron; Mit der Variante des Verrats könnte eine Wahrheit angesprochen werden.

      Dass das Militär so professionell ist wie Du uns da vorgaukeln willst ist wohl nicht Dein Ernst, die Militärs sind bei den weltweiten Puschs teilweise sehr "stümperhaft" vorgegangen, darum auch die häufigen Gemetzle.
      2 0 Melden
  • jazzmessenger 16.07.2016 21:29
    Highlight Ich sehe eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

    1 - Tatsächlicher Putsch, eine Verzweiflungstat einiger Militärs, die, wer weiss, vielleicht gesteuert von Gülen waren, aber dermassen dilettantisch vorgingen und alles, was man aus früheren Putschs hätte lernen können, ignoriert haben und sich so ins Verderben stürzten.

    2 - Ranghohe Militärs haben gegenüber radikalen Erdogankritikern signalisiert, dass sie einen Putsch unterstützen würden, diese so in den aussichtslosen Putschversuch getrieben und sie fallen gelassen ...
    31 0 Melden
    • Hayek1902 17.07.2016 00:57
      Highlight 3 - Variante: Ranghohe Militärs sahen sich zunehmend in die Enge getrieben und sahen nur noch den Putsch als letzte Möglichkeit, um das Ruder noch herumzureissen. Sie planten den Putsch so gut wie möglich und nützten alles, was ihre geringen Erfolgschancen erhöhen konnte und hofften auf das Beste. Sie hofften darauf, dass nach einer schnellen Besetzung der wichtigsten strategischen Objekte sich andere Truppenteile und die Opposition sich ihnen anschliesst.
      3 4 Melden
  • manhunt 16.07.2016 21:27
    Highlight 1963 gab es keinen militärputsch in der türkei. dafür 1960, 1971 und 1980. sind zwei minuten recherche zuviel verlangt?
    8 39 Melden
  • LeChef 16.07.2016 21:16
    Highlight Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Ganze inszeniert war. Bin aber zu 99% sicher, dass die Regierung vorher vom Putsch wusste. Es wäre nämlich für die Putschisten ein Leichtes gewesen, einen unwissenden Erdogan in seinem Ferienresort zu verhaften. Ebenso andere Regierungsmitglieder. Das ist aber offensichtlich nicht passiert, ergo wussten sie bestimmt Bescheid. Vielleicht wiegten Erdogan-treue Militärs, Gendarmerie-Offiziere oder Geheimdienstler die Putschisten zuvor in Sicherheit und sicherten ihnen Unterstützung zu. Das würde erklären, warum sie ihre Chancen so falsch einschätzten.
    38 5 Melden
  • Hierundjetzt 16.07.2016 21:03
    Highlight Nicht mal 8h nach dem Putsch muss man allen erklären, dass dieser nicht von Erdogan inszeniert wurde. Auch ich hege da meine Zweifel.

    Das sagt alles über die weltweite Wahrnehmung über die Türkei aus. Das schlimme ist aber, dass dies komplett selbstverschuldet ist. Das ist tragisch
    47 8 Melden
    • Soulrider 16.07.2016 21:30
      Highlight Das Problem der weltweiten Wahrnehmung der Türkei ist, dass nur "wenige" Menschen in der Türkei wissen was genau läuft. Erdogan ist doch einfach ein perfektes Feindbild so wie z.B. Putin.
      15 45 Melden
    • Hierundjetzt 16.07.2016 22:07
      Highlight Der Regierungschef agiert mE ein wenig, sagen wir mal, sehr sonderbar und impulsiv, seine Äusserungen sind vielfach in einer sehr einfachen Sprache gehalten (Viele Hauptwörter, wenig Nebensätze. Zudem neigt er Stark zum Schwarz / Weiss denken. Alles soziale Kompetenzen, die man eher in der verarbeitenden Industrie antrifft
      14 6 Melden
    • Fabio74 16.07.2016 22:25
      Highlight würde eher behaupten, es gibt Kreise, die meinen nichts zu glauben was sie lesen, weil doch sicher jemand (zB CIA mitmischen muss.
      11 10 Melden
    • a8976333 16.07.2016 23:52
      Highlight Wie wärs eigentlich mal mit richtigem (auch sinngemässem) zitieren?
      Zumindes habe ich erst vor kurzem bei der FAZ (http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/tuerkei/verschwoerungstheorie-war-der-putschversuch-inszeniert-14343839.html) inhaltlich einen deckungsgleichen Bericht gelesen.
      Und überhaupt; wo ist eigentlich die Autor Angabe von diesem Bericht??
      3 4 Melden
    • Baba 17.07.2016 00:02
      Highlight Keine 24 Stunden nach dem Putschversuch werden rund 3000(!!!) Richter entlassen, stehen Mitglieder des Hohen Rates unter Verdacht... Das tönt für mich nach kalt stellen der dritten Kraft im Staat. Also quasi einem 'internen' Staatsstreich.

      Entweder alles inszeniert oder nun die Gelegenheit beim Schopf gepackt... Was auch immer stimmt: es ist nicht gut!
      15 2 Melden
    • Viktoria 17.07.2016 08:01
      Highlight @BigFudge: Guten Morgen! Der Artikel hat deswegen keine Autorenzeile ganz oben, weil er von einer Nachrichtenagentur stammt, was du daran erkennst, dass unten am Ende des Artikels das Kürzel (sda/dpa) steht. Und das ist auch der Grund, warum auch die FAZ einen ganz ähnlichen Beitrag hat. Auch dieser ist am Schluss mit (dpa) gekennzeichnet. Sprich: FAZ und watson haben den Text beide von der Nachrichtenagentur. Liebe Grüsse und einen schönen Sonntag!
      7 0 Melden

Türkei-Kritiker verlieren auf Facebook tausende Follower – und niemand weiss wieso

Innerhalb weniger Wochen verlieren User, die Erdogan-kritische Beiträge auf Facebook posten, bis zu 5000 Follower und Freunde. Es werde automatisch und systematisch entliked. Sie sind überzeugt: Dahinter steckt Politik. 

Kerem Schamberger ist äusserst aktiv auf Facebook. Jeden Tag schreibt er über politische Vorgänge in der Türkei, über kurdische Aktivisten, die verhaftet worden sind, über verschwundene Journalisten, über Anti-Erdogan Demonstrationen. Er übersetzt türkische Zeitungsartikel ins Deutsche und stöbert Nachrichten über Rojava auf, ein de facto autonomes Gebiet in Syrien, in dem die Kurden einen freiheitlichen Staat errichten wollen.

Schamberger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für …

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