International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Turkey's President Recep Tayyip Erdogan, gestures during a televised address at the presidential palace in Ankara, Turkey, early Sunday July 24, 2016. Erdogan has sharply criticised concerns that the large-scale purges, which have left at least thousands of people in jail and about 50,000 fired or suspended, could jeopardise basic freedoms. Press Presidency Press Service via AP, Pool)

Recep Tayyip Erdogan greift erneut zu harten Mitteln.
Bild: AP/Presidency Press Service

Erst suspendiert, dann enteignet: Privatvermögen von 3000 türkischen Juristen soll beschlagnahmt werden

Nach der Suspendierung folgt die Enteignung: Die Privatvermögen von mehr als 3000 türkischen Juristen sollen beschlagnahmt werden. Der US-Geheimdienst beklagt die erschwerte Zusammenarbeit im Kampf gegen den IS.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei hat die türkische Staatsanwaltschaft angekündigt, die Privatvermögen von mehr als 3000 suspendierten Richtern und Staatsanwälten beschlagnahmen zu lassen. Betroffen sind 3049 Richter und Staatsanwälte mit mutmasslichen Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fetullah Gülen, deren Festnahme bereits angeordnet worden sei, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Die Juristen sind bereits vom Dienst freigestellt. Beschlagnahmt werden sollen unter anderem Immobilien, Bankkonten oder Fahrzeuge. Die Regierung macht den in den USA lebenden Gülen für den Putschversuch verantwortlich.

Insgesamt sind seit den Ereignissen vom 15. Juli über 60'000 Menschen in der Türkei suspendiert, entlassen oder festgenommen worden.

US-Geheimdienst beklagt erschwerte Zusammenarbeit

Mehr als 1700 Soldaten wurden unehrenhaft entlassen, darunter 149 Generäle und Admirale. Das hat auch Auswirkungen auf die aktuellen Einsätze des Nato-Mitglieds. So erschwert die «Säuberungswelle» aus Sicht des US-Geheimdienstdirektors James Clapper den Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS). «Viele unserer Gesprächspartner sind entlassen oder verhaftet worden», sagte er bei einer Sicherheitskonferenz in Aspen.

«Es hat einen Effekt, weil alle Bereiche des türkischen Sicherheitsapparat betroffen sind», sagte Clapper weiter. «Es steht ausser Frage, dass das unsere Kooperation mit den Türken zurückwerfen und schwieriger machen wird.» Die von Washington angeführte Allianz gegen den IS fliegt von der türkischen Nato-Basis Incirlik aus Luftangriffe gegen die Terrormiliz. Auch die Bundeswehr nutzt die Basis.

Der US-Geheimdienst CIA unterhält zudem einen Stützpunkt in der Türkei, von dem aus er mutmasslich gemässigte syrische Aufständische unterstützt. Zudem gibt es amerikanische Horchposten in dem Land sowie ein Frühwarnradar für ein europäisches Raketenabwehrsystem. (vks/dpa/Reuters)

Mehr zum Putschversuch in der Türkei

Das Dienstbüchlein wird abgeschafft

Link to Article

Wegen «Terrorismus»: Türkei zensiert weitere kritische Sender

Link to Article

Jetzt schlägt Gülen zurück: «Erdogan hat Putschversuch selbst inszeniert»

Link to Article

Türkische Regierung setzt 28 gewählte Bürgermeister ab

Link to Article

Türkei schafft Platz für Putschisten und entlässt fast 36'000 Verurteilte aus Gefängnissen

Link to Article

Schweiz muss die Menschenrechte in der Türkei überprüfen – wir sind gespannt auf das Resultat

Link to Article

Eklat in der Türkei: Minister lässt nach Interview mit deutschem TV-Sender den Film beschlagnahmen

Link to Article

Erdogan droht Rom: «Italien sollte sich um die Mafia kümmern, nicht um meinen Sohn»

Link to Article

Türkei fordert von den USA offiziell die Verhaftung Gülens

Link to Article

Putschversuch mit Ansage: «Es war nur eine Frage der Zeit»

Link to Article

Warum der missglückte Putsch in der Türkei für die USA gefährlich ist

Link to Article

Staatsfeind Nummer eins: Zu Besuch bei Erdogan-Gegner Gülen

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

20
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Cerberus 29.07.2016 10:04
    Highlight Highlight Ich bin überzeugt davon, dass Erdogan sicherlich auch schon ein paar Türkische Lira auf einem Schweizer Bankkonto deponiert hat.
    • Maett 29.07.2016 11:14
      Highlight Highlight @Cerberus: diese Zeiten sind vorbei. Jetzt liegen sie auf Konten in Singapur, den Cayman Islands, auf Jersey oder sonst wo, aber sicherlich nicht in der neu-sauberen Banken-Schweiz.
  • FrancoL 29.07.2016 10:00
    Highlight Highlight Das mit dem Einziehen von Vermögen einer Bürgerschicht erinnert mich an ganz schlechte Zeiten!
  • DasSchaffenWir 29.07.2016 09:21
    Highlight Highlight Mutti hat nicht nur innenpolitische Probleme, sondern auch Aussenpolitische. Alles was sie sagt: Wir schaffen das! Mutti, ich als Deutsch-Schweizer frag mich, wann endlich?
    • FrancoL 29.07.2016 10:20
      Highlight Highlight Und das hat wohl sehr viel mit der Beschlagnahme der Vermögen in der Türkei zu tun?
      Ach so, jetzt habe ich es verstanden:
      Wenn es keine Flüchtlinge gäbe dann würde Erdogan seine Machtgelüste in den Hintergrund stellen, das scheint mir logisch, doch doch!
    • Maett 29.07.2016 11:15
      Highlight Highlight @DasSchaffenWir: Ihr Profilbild passt ja richtig. Ist Ihnen nicht bewusst dass Erdogan den türkischen Staat repräsentiert, Merkel aber den Deutschen?

      Kritik an "Mutti" (die durchaus angebracht ist) bitte in den entsprechenden Artikeln äussern.
    • Fabio74 29.07.2016 23:32
      Highlight Highlight Thema verfehlt.
      Kritik dich direkt nach Berlin schicken
  • zombie woof 29.07.2016 09:14
    Highlight Highlight Erdowahn kommt seinem Ziel, die Alleinherrschaft, mit jedem Tag einen Schritt näher. Die Türkei wird zu einem totalitären Staat umgebaut, die Todesstrafe wird sicher wieder eingeführt und der Irrsinnige lässt sich zum Gott erklären. Und die Welt schaut zu.....
  • Baba 29.07.2016 08:48
    Highlight Highlight Ich habe die Vermutung schon kurz nach dem "Putschversuch" geäussert, nun bin ich definitiv überzeugt: Erdogan vollzieht vor den Augen der Weltöffentlichkeit einen "Staatsstreich von innen".

    In meinen Augen ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis er die Nationalversammlung (das Parlament) auflöst. Der dafür notwendige "Umweg" über den Entzug des Vertrauens in den Ministerrat wird für den Sultan kein Problem darstellen.

    Türkiye - quo vadis?
    • pamayer 29.07.2016 09:27
      Highlight Highlight In die direkte diktatur...
    • FrancoL 29.07.2016 09:54
      Highlight Highlight So schnell wird es mit der Auflösung der Nationalversammlung nicht gehen, aber ja grundsätzlich haben Sie recht: Ein Staatsstreich von Innen und alle gucken zu! Hauptsache man hat in "legal" gewählt dann ist es ein demokratischer Weg und alle waschen ihre Hände in Unschuld.
      Zum ko...n.
    • Töfflifahrer 29.07.2016 10:23
      Highlight Highlight Er muss das Parlament nicht auflösen, denn die, die dort noch sitzen, sind alle von Erdogan Gnaden. Alle anderen kann er bereits rauswerfen. Irgendwie gleicht sich die Geschichte, auch ein Adolf H. wurde doch "demokratisch" gewählt und was hat der alles angerichtet.
      Mich beschleicht da ein sehr ungutes Gefühl.
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. D. 29.07.2016 08:14
    Highlight Highlight Hat die EU schon ein ein Protestnötchen geschickt ?
    • FrancoL 29.07.2016 09:59
      Highlight Highlight Ja ich denke schon, sie war ähnlich formuliert wie die Schweizer Protestnote.
  • rodolofo 29.07.2016 07:49
    Highlight Highlight Erdogan macht es wie sein hässliches Vorbild, Adolf Hitler:
    Einen einfach manipulierbaren Mob als "das Volk" bezeichnen, gleichschalten und einschwören auf einen Vernichtungskrieg gegen Oppositionelle und ethnisch- kulturelle- und religiöse Minderheiten, die als "Verräter", "Schmarotzer" und "Volksfeinde" entmenschlicht werden, damit die mit Fahnen-Aufmärschen fanatisierte "Mehrheit" keine Hemmungen mehr hat, ihre Opfer einzusperren, zu misshandeln, zu brechen, zu töten und:
    ZU BERAUBEN!
    Erdogans AKP begeht vor den Augen der Weltöffentlichkeit Raubmorde! Und die IS-Leute lachen triumpfierend.
    • Töfflifahrer 29.07.2016 08:20
      Highlight Highlight Sieht leider so aus, ja.
      Der Westen sieht dabei zu und beklagt nur, dass die Zusammenarbeit schwieriger wurde. Den Russen hätte man schon lange wirtschaftliche Sanktionen angedroht und auch umgesetzt. aber eben in der Türkei hat der Westen ja militärische Interessen. Da darf man das was passiert nicht so eng sehen.
      Die Türkei ist nun de facto eine Diktatur in der auch der letzte Rest von Rechtsstaatlichkeit den Bach runterging. Und der Westen schaut zu!
    • Baba 29.07.2016 08:48
      Highlight Highlight Leider auf den Punkt gebracht...
    • meliert 29.07.2016 08:56
      Highlight Highlight Die Gleichheit zwischen den beiden "Herren" wird immer augenfälliger!
      Das System scheint das gleiche zu sein, eine sehr gefährliche Entwicklung in der Türkei, das kommt nicht gut!
  • Tepesch 29.07.2016 07:40
    Highlight Highlight Vermutlich braucht er noch Geld für einen zweiten Palast.

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

Auch die Zürcher Sektion der Bewegung berichtet von …

Artikel lesen
Link to Article