International

Die Provinz Hakkari grenzt im Osten an den Iran und im Süden an den Irak. Bild: AP/IHA

19 Menschen bei Bombenanschlag in Südosttürkei getötet

09.10.16, 14:17 09.10.16, 19:19

Bei einem Selbstmordanschlag der PKK in der süddosttürkischen Provinz Hakkari sind 19 Menschen ums Leben gekommen. Der Attentäter brachte ein mit fünf Tonnen Sprengstoff beladenen Kleinlaster im Bezirk Semdinli vor einem Kontrollposten der Gendarmerie zur Explosion.

Das teilte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag mit. Er habe zehn Soldaten und acht Zivilisten mit in den Tod gerissen. Laut CNN Türk wurden zudem 27 Menschen verletzt.

Die türkische Armee lastete den Anschlag in einer Mitteilung der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK an, die sich später dazu bekannte. Die PKK bezifferte die Zahl der getöteten Soldaten auf 32, wie aus einer online verbreiteten Mitteilung hervorgeht.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, teilte mit, man werde unerbittlich gegen die PKK vorgehen, sodass diese nicht mehr in der Lage dazu sei, Anschläge in der Türkei zu verüben. «Dazu mobilisieren wir von der menschlichen Arbeitskraft bis zu technologischen Möglichkeiten alles, was nötig ist,» hiess es nach Angaben von Anadolu in der Mitteilung.

Der Tatort in der Nähe von Durak. Bild: EPA/IHLAS NEWS AGENCY

Die türkische Armee geht seit Sommer vergangenen Jahres in einer Offensive gegen die PKK im Südosten der Türkei vor. Ein mehr als zwei Jahre anhaltender Waffenstillstand war zuvor gescheitert. Die PKK oder deren Splittergruppe TAK verüben immer wieder Anschläge auf Sicherheitskräfte in der Türkei.

Eine Rückkehr zu Friedensgesprächen mit der PKK schliesst die türkische Regierung aus. Der Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus teilte am Sonntag via Twitter mit: «Die Türkei wird niemals vor Terrororganisationen kapitulieren.» Die Verantwortlichen für diesen «abscheulichen» Anschlag würden zur Rechenschaft gezogen werden. (sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Klopp lässt seinen Penalty-Frust an den Reportern aus

Vom Meister ausgezeichnet – Die besten Parker-Weine fürs Fest

O du schreckliche! Das Bullshitbingo für das Weihnachtsessen mit deiner Familie

Darum lehnt der Bundesrat «No Billag» ab – die 5 wichtigsten Argumente im Überblick

8 Katzen, die sich den Sommer mit sehnlichst zurückwünschen

Israelischer Professor zum Trump-Entscheid: «Jerusalem war nie das Hindernis für Frieden»

«So etwas macht man nicht» – FDP-Boss Gössi kritisiert Geheimtreffen vor Juncker-Besuch

«Bilder von unten» – 12 Leute erzählen, was sie auf Tinder und Co. nicht sehen wollen

Bitte, Nintendo, diese 15 Games gehören auf einen Game Boy Classic Mini!

Warum nach einem Amoklauf in den USA noch viel mehr Menschen starben

Jahre des Zorns – was der Palästinenser-Aufstand bedeutet

Diese Obdachlosen haben vielleicht ihr Zuhause verloren – nicht aber ihren Humor

Trump macht Jerusalem zur Israel-Hauptstadt – die Nahost-Eskalation in 9 Punkten erklärt

Dieser Schweizer Soldat musste gerade durch die Französisch-Hölle – aber sowas von

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
6
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hierundjetzt 09.10.2016 14:34
    Highlight Sehr afrikanisch der Konflikt.

    Keine Partei hat je die Macht und die Kraft den Konflikt für sich zu entscheiden.

    Der Konflikt dauert bereits Jahrzente

    Der Staat ist seit Jahrzenten im Konfliktgebiet nicht mehr anwesend (de facto) und hat daher keine Kontrolle mehr über sein gesamtes Staatsgebiet

    Auf beiden Seiten gibt es Betonköpfe die gar nicht an einer Lösung / Kompromiss interessiert sind.

    Wer am Schluss gewinnt? Die Kurden. Auch wenn das noch 100 Jahre dauert. Bei uns in der Schweiz hats 400 Jahre bis 1648 gedauert. Aber: gewonnen gegen Deutschland haben wir.
    8 20 Melden
    • Le_Urmel 09.10.2016 14:52
      Highlight Gegen Deutschland gewonnen? Das müssen sie mir mal erklären. Deutschland gibt es erst seit 1871
      19 2 Melden
    • Hierundjetzt 09.10.2016 16:39
      Highlight Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. "Deutschland" ist der Rechtsnachfolger
      7 0 Melden
    • Saraina 09.10.2016 17:09
      Highlight Der Hierundjetzt meint, Gessner sei ein Deutscher gewesen...
      4 1 Melden
    • Saraina 09.10.2016 17:11
      Highlight Pardon, Gessler natürlich. Der mit dem Hut halt. Oder geht es um den Schwabenkrieg? So: Schwaben=Deutsche?
      2 0 Melden
    • Hierundjetzt 09.10.2016 18:57
      Highlight Ok, meine Lieben: wer war nochmals Herrscher über die alte Eidgenossenschaft...? Wir selber, klar 😂😂😂

      Frankreich? Nö.
      Italien? Nö
      Habsburg? Ja
      HRRDN? Ja

      3 0 Melden

Türkei-Kritiker verlieren auf Facebook tausende Follower – und niemand weiss wieso

Innerhalb weniger Wochen verlieren User, die Erdogan-kritische Beiträge auf Facebook posten, bis zu 5000 Follower und Freunde. Es werde automatisch und systematisch entliked. Sie sind überzeugt: Dahinter steckt Politik. 

Kerem Schamberger ist äusserst aktiv auf Facebook. Jeden Tag schreibt er über politische Vorgänge in der Türkei, über kurdische Aktivisten, die verhaftet worden sind, über verschwundene Journalisten, über Anti-Erdogan Demonstrationen. Er übersetzt türkische Zeitungsartikel ins Deutsche und stöbert Nachrichten über Rojava auf, ein de facto autonomes Gebiet in Syrien, in dem die Kurden einen freiheitlichen Staat errichten wollen.

Schamberger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für …

Artikel lesen