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Türkische Militäroperation in Syrien: Der «IS» ist der Vorwand, die Kurden sind das Ziel

Die Türkei startet eine Bodenoffensive in Syrien und will so den Vormarsch der Kurdenmiliz YPG entlang der Grenze stoppen. Damit bringt sie die USA als wichtigsten Verbündeten in eine missliche Lage.

24.08.16, 13:38

Christoph Sydow

Bild: /AP/KEYSTONE

Ein Artikel von

Um 4 Uhr in der Nacht begann es mit heftigem Artilleriefeuer. Kurz darauf stiegen türkische F16-Kampfjets auf und bombardierten mehrere Ziele in Nordsyrien. Am Vormittag überquerten dann mehrere Panzer die Grenze zur Türkei. Die Türkei hat die Militäroperation «Schutzschild Euphrat» gestartet.

«Ziel der Militäroffensive ist es, die türkische Grenzregion von Terrorgruppen zu säubern, die Sicherheit entlang der Grenze zu verbessern und Syriens territoriale Integrität zu sichern», teilte die Regierung in Ankara mit.

Die Operation richtet sich offiziell gleichermassen gegen die dschihadistische Terrororganisation «Islamischer Staat» (‹IS›), die bislang die Grenzstadt Dscharabulus am Euphrat und das Gebiet westlich davon kontrolliert, als auch gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG). Diese Miliz beherrscht das Gebiet östlich des Euphrat, hat mit der Eroberung der Stadt Manbidsch vor knapp zwei Wochen aber einen Brückenkopf am Westufer des Flusses geschaffen.

Die türkische Regierung verlangt von der YPG, dass sie Manbidsch räumt und sich wieder auf das Ostufer des Euphrat zurückzieht. «Andernfalls werden wir das Nötige tun, um das zu veranlassen», sagte Aussenminister Mesut Cavusoglu.

Drei Jahre lang duldete Ankara den «IS» in Dscharabulus

Ankara fürchtet, dass die Kurden nach Manbidsch nun auch Dscharabulus erobern und anschliessend weiter nach Westen vordringen, um schliesslich den kurdischen Kanton Afrin zu erreichen. Dann würden die kurdischen Milizen auf syrischer Seite fast das gesamte Gebiet entlang der türkischen Grenze beherrschen.

Türkische Panzer im Einsatz Bild: SEDAT SUNA/EPA/KEYSTONE

Für die Türkei ist das eine Horrorvorstellung: Ankara betrachtet die von den USA unterstützte YPG als Terrororganisation und fürchtet die Bildung eines autonomen, vielleicht sogar gänzlich unabhängigen kurdischen Staates in Nordsyrien. Denn dadurch würden auch die Autonomiebestrebungen der PKK in der Türkei neuen Schwung bekommen.

Auch der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan spielte in einer Rede am Mittwochvormittag darauf an: «Niemand kann die Probleme in Syrien losgelöst von den innertürkischen Angelegenheiten betrachten», sagte der Präsident.

Drei Jahre lang duldete die Türkei die Präsenz des «IS» direkt hinter dem Grenzzaun, doch nun hat plötzlich ein regelrechtes Wettrennen nach Dscharabulus begonnen: Türkische Truppen und verbündete Einheiten der von Ankara unterstützten Freien Syrischen Armee (FSA) haben am Mittwoch die Grenze westlich der Stadt überquert. Sie wollen den YPG zuvorkommen, deren Kämpfer südlich und östlich zum Sturm auf die Stadt bereitstehen.

Offenbar plant Ankara eine dauerhafte Besatzung

Kurdische Vertreter in Syrien betrachten die Operation «Schutzschild Euphrat» daher auch nicht als Offensive gegen den «IS», sondern als Militärkampagne gegen die YPG. «Die Türkei ist im syrischen Sumpf. Wird besiegt so wie der ‹IS›», twitterte Salih al-Muslim. Er ist Co-Vorsitzender der syrisch-kurdischen Partei PYD. Ähnlich äusserte sich ein Sprecher der YPG, der die türkische Intervention als «offene Aggression» verurteilte.

Der Nachrichtensender CNN Türk berichtet unter Berufung auf Militärkreise in Ankara, das Militär wolle entlang der Grenze eine 70 Kilometer breite, sogenannte Schutzzone erobern, die von Asas im Westen bis Dscharabulus im Osten reicht. Das wäre ein Territorium, das rund tausend Quadratkilometer gross ist; ein Gebiet, grösser als das Land Berlin.

Türkischer Einmarsch in Syrien. YouTube/CNDC

Das würde bedeuten, dass die Türkei keinesfalls auf eine kurz angelegte Offensive aus ist, sondern offenbar die langfristige Besetzung syrischen Staatsgebiets plant.

Die türkische Operation bringt auch die USA in eine missliche Lage – pünktlich zum Besuch von Vizepräsident Joe Biden in Ankara. Schliesslich bahnt sich in Syrien nun ein offener Konflikt zwischen Washingtons wichtigsten Verbündeten in der Region an: Auf der einen Seite das NATO-Mitglied Türkei mit arabischen Milizionären, die Waffen aus Washington erhalten haben. Und auf der anderen Seite die kurdische YPG, die ebenfalls von den USA aufgerüstet wurde und an deren Seite in Nordsyrien sogar mehr als 300 US-Spezialkräfte gegen den «IS» im Einsatz sind.

Die Militäroffensive soll die Türkei sicherer machen, sagte Staatschef Erdogan. Zunächst aber macht sie erst mal die Lage in Syrien noch komplizierter.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Captain Downtown 24.08.2016 20:18
    Highlight "Innere Angelegenheit" so nennt man das, wenn man eine riesige Volksgruppe hat, die die Unabhängigkeit will, und man ihnen eine Abstimmung verweigert. Das betrifft ja nicht nur die Türkei. Klar ist das immer schwierig und keine zwei Situationen sind gleich, aber irgendwie sollten sich doch die lieben Eingreiftruppen der Völkerverbände und Supermächte gescheiter zielführendere Instrumente erarbeiten die allen Separatisten zu gute kommen, als nur dann mit Bomben um sich schmeissen, wenns für sie geopolitisch spannend wird. Lasst Basken, Katalanen, Kurden etc. abstimmen und schützt sie.
    3 0 Melden
  • WeischDoch 24.08.2016 19:30
    Highlight Ist auch daran z
    0 0 Melden
  • aye 24.08.2016 18:12
    Highlight Mal eine grundsätzliche Frage, vielleicht kennt sich da jemand aus: Weshalb sind die kurdischen Gebiete für die Türkei so wichtig?
    Geht es einfach ums Prinzip oder gibt es auch gewichtige wirtschaftliche, militär-strategische oder andere Gründe?
    17 1 Melden
    • pamayer 24.08.2016 18:25
      Highlight Wohl das prinzip der allmacht.
      Aber: Im syrischen kurdengebiet befinden sich fruchtbare gegenden sowie Bodenschätze. Deshalb werden die syrischen kurden ähnlicz wie die turkischen kurden unterdrückt, von schulen und ämtern ferngehalten etc.
      4 1 Melden
    • Schläfer 24.08.2016 19:28
      Highlight Ich vermute die Hauptangst der Türkei ist das sie türkischen Boden an das mögliche Kurdistan verlieren könnte, Städte, Dörfer, Regionen die ohnehin schon seit eh und je die Heimat der Kurden sind. Dann kommen wohl noch Gründe wie falscher Stolz (Gebietsverlust) seitens der Türkei dazu, religiöse, historische, Angst vor Vergeltung für vergangene Massaker an den Kurden, erdoganisch/persönliche Interessen usw. Aber wer weiss das schon genau ... würde mich aber auch interessieren.
      5 1 Melden
    • Tierra Y Libertad 24.08.2016 19:40
      Highlight Die Kurdengebiete im Irak und Syrien haben die grössten Ölvorkommen im jeweiligen Land.
      Kann schon sein, dass die Türkei an billiges Öl kommen will, halte es aber nicht für den Hauptgrund.
      Es wäre es für Erdogan ein Desaster, wenn die YPG/PKK es schaffen würde den Kobane Kanton mit dem Afrin Kanton zu verbinden; Kein direkter Zugang nach Syrien und in der Zukunft vielleicht eine ernsthafte militärische Bedrohung.
      Auch steht Erdogan offen dazu, dass er sich für ein streng religiöses System in der muslimischen Welt einsetzt, d.h., dass er kein Interesse daran hat, dass säkulare Kräfte gewinnen.
      5 1 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 24.08.2016 20:01
      Highlight Im Grunde genommen geht es immer noch um die Aufarbeitung des ersten Weltkriegs, bzw. um den Vertrag von Sèvres.

      Damals waren die Sieger einfach mal froh, dass endlich Frieden herrschte, weswegen sie diesen unvollständigen Vertrag in Kauf nahmen. Der Türkei passt dieser Vertrag genausowenig wie der Versailler Vertrag den Deutschen passte. Aber der Vertrag von Sèvres (und Lausanne) ist gültig, und den Kurden (und anderen Verbündeten) wurde darin ein unabhängiger Staat versprochen.

      http://foreignpolicy.com/2015/08/10/sykes-picot-treaty-of-sevres-modern-turkey-middle-east-borders-turkey/
      4 0 Melden
  • Eteokles81 24.08.2016 18:04
    Highlight Hihi, "man bitch"
    4 4 Melden
  • Schläfer 24.08.2016 17:48
    Highlight Die Kurden waren wohl selten oder nie näher an einem eigenen Staat, und nichts wird sie davon abhalten dieses Ziel zu erreichen. Sie sind auch die einzige Konstante in diesem sinnlosen Krieg, und sie haben noch viel Spielraum nach oben. Syrien wird nie mehr Syrien sein, und auch Assad wird fallen... wie auch der so liebenswerte, nette Herr Erdogan (um niemandem ans Bein zu pinkeln), auch wenn es bei ihm noch ein bisschen dauern wird :) Die anderen beteiligten Nationen(USA, Russland, ...) werden sich vermutlich am Ende selber bekriegen, was sich ja schon lange abzeichnet.
    19 2 Melden
    • pamayer 24.08.2016 18:26
      Highlight Hoffen wir, dass es ihnen gelingt!
      4 1 Melden
  • Chrigi-B 24.08.2016 16:14
    Highlight Es wird Zeit, dass die Amis dem Ziegen***** vom Bosporus endlich mal die Leviten lesen. Kann ja nicht sein was Erdowahn da treibt.
    26 7 Melden
    • DerGrund 24.08.2016 17:39
      Highlight Die Amis/Europa und die Türken verfolgen in Syrien und im Irak ressourcentechnisch dieselben Ziele. Zumindest wenn es nach Dr. Daniele Ganser geht... Ich empfehle sehr seinen Vortrag zum Thema.
      15 9 Melden
  • Peace.Nik 24.08.2016 14:46
    Highlight Eine so grosse Nation holpert von einer Katastrophe zur nächsten. Die türkische Armee wird in Syrien auf die Nase fallen. Oder soll sie es anders machen können als die Amerikaner in Afghanistan und im Irak? 🤔 Ich bezweifle es.
    45 8 Melden
  • Ridcully 24.08.2016 14:24
    Highlight Genau. Ich bin aber ein "Böser", weil ich den lieben Erdogan und seine Absichten völlig verkenne. Auch die Kollaberation mit dem IS ist ja reine Erfindung.
    Erdogan fährt seine ganz eigene Agenda! Wer das immer noch nicht wahrhaben will, dem kann man wirklich nicht mehr helfen...
    44 3 Melden
    • DerGrund 24.08.2016 17:47
      Highlight Die USA und Europa, welche die "Rebellen" auf der einen Seite, und Türkei, Qatar etc. welche Daesh auf der anderen Seite finanziell und mit Waffen unterstützen könnten dasselbe Ziel haben: Die Region zu destabilisieren und Assad zu stürzen, und so die geplante Gaspipeline von Qatar nach Europa zu realisieren, welche Assad verweigert hat. Die Russen, welche keine Konkurrenz zu Gazprom wollen und der Iran, welcher die Gasformation im Golf von der anderen Seite als Qatar anzapfen wollen dies verhindern und stützen Assad...
      7 4 Melden
  • rodolofo 24.08.2016 14:17
    Highlight Der Syrische Bürgerkrieg ist eine höllische Katastrophe!
    Es gibt nur einen sinnvollen Weg: Sofortige Verhandlungen zwischen den verschiedenen Kriegsparteien!
    Dazu müssten die Verhandlungspartner aber als erste Vertrauensbildende Massnahme das Wort "Terrorist" aus ihrem Vokabular streichen!
    Als "Terroristisch" darf ausschliesslich der Islamische Staat bezeichnet werden!
    Ein vernünftiges Ziel solcher Verhandlungen wäre eine Dreiteilung des Syrischen Territoriums in ein Kurdisches-, ein Alewitisch/Christlich/Schiitisches- und in ein Sunnitisches Syrien.
    (Erdogan zuliebe kein Wort von Kurdistan)
    25 14 Melden
    • saukaibli 24.08.2016 15:04
      Highlight Das Problem ist, dass Gespräche nur funktionieren, wenn man es mit einigermasse vernünftigen Menschen zu tun hat. Leider scheinen die vernünftigen Menschen aus der Region alle geflohen zu sein und wie es um die Vernunft bei den Mächtigen steht, muss wohl nicht näher erleutert werden. Solange Assad, Ergowahn, Al Baghdadi, Netanjahu und alle anderen Geisteskranken da unten noch irgend etwas zu sagen haben, wird das nichts mit Frieden in der Region. Eine mögliche Lösung kommt mir echt nicht in den Sinn.
      35 2 Melden
    • opwulf 24.08.2016 15:05
      Highlight Interessant was der ehemalige Britische Botschafter in Syrien zum Konflikt und als Lösungsvorschlag in einer BBC Sendung sagte:

      16 0 Melden
    • pun 24.08.2016 16:15
      Highlight Ich finde ja deinen Aktionismus grundsätzlich gut, aber nach "höllische Katastrophe" macht einfach kein Satz mehr Sinn, sorry:
      - Es wird verhandelt, nur halt nicht besonders erfolgreich.
      - Wenn "Terrorist" kein Wort mehr ist, wie sollte man denn den IS so bezeichnen und was machst du mit den Ex-Al-Kaida Idioten?
      - Früher gab es eine wunderbare Koexistenz, die Dreiteilung dürfte nur mit erheblichen Vertreibungen umzusetzen sein und wäre keinerlei Garant für Frieden.
      - Erdogan ist doch Wurst wie Kurdistan genannt wird, er wird schlicht alles daran setzen, dass sich Kurden nicht selbst regieren.
      13 0 Melden
    • Sunking_Randy_XIV. 24.08.2016 17:51
      Highlight Ich stimme saukaibli und pun zu. Eine Teilung Syriens ist (momentan) undenkbar.
      - Ein unabhängiges Kurdengebiet führt zum Krieg mit der Türkei.
      - Wer repräsentiert die Sunniten in Syrien, nachdem der IS besiegt ist? Eine Allianz aus radikalsunnitischen Gruppen, die sich teilweise nur unerheblich vom IS unterscheiden?
      - Wer erhält welches Gebiet? In Aleppo beispielsweise leben verschiedene Bevölkerungsgruppen.
      - Was geschieht mit den anderen Minderheiten, den Drusen, den Orthodoxen?
      Ich sehe im Moment auch keine Lösung, keine Ahnung, wie sich der Konflikt auflösen liesse..
      9 0 Melden
    • HansDampf_CH 24.08.2016 18:05
      Highlight Was träumst Du nachts? So viele Leute und Unternehmen profitieren von diesem Konflikt. Für Verhandlungen müssten die Parteien ein Ende Wollen..
      3 3 Melden
  • Dä Brändon 24.08.2016 14:17
    Highlight Was ich nicht kapiere ist, warum die Kurden gegen Assads Truppen kämpft. Sie sollten sich lieber zusammen tun und gegen die Islamisten kämpfen oder wie der Westen gerne zu ihnen sagt: "Rebellen". Die Kurden werden jetzt kaum weiter Hilfe von den Russen erhalten nachdem sie sich gegen Assad entschieden haben. Ich vermute das geschieht aus reiner Machtgier.
    12 35 Melden
    • WeischDoch 24.08.2016 14:58
      Highlight Haben Sie nicht. Ein paar nervöse Unterstützer von Assad haben sich ab und zu zu dummheiten überwunden. selbes gillt für die Kurdischen "polizisten" in Hasaka. Irgendwann wurde es so gross, dass Assad reguläre Soldaten einsetzte, und die Kurden ebenfalls. Hat sich aber geklärt. Ist wieder Waffenstillstand.
      17 1 Melden
    • Tierra Y Libertad 24.08.2016 15:02
      Highlight Assad hat angekündigt, dass er eine autonomes kurdisches Gebiet nicht akzeptiert und im Notfall auch militärisch dagegen vorgehen wird. Das kurdische Volk wurde Jahrzehnte lang durch die "arabisierung" durch die Baath Partei unterdrückt. Ich glaube nicht, dass sie sich das nochmals freiwillig antun lassen, also hatten sie nicht wirklich eine Wahl...
      30 2 Melden
    • saukaibli 24.08.2016 15:05
      Highlight Wann haben die Kurden wo gegen Assad gekämpft?
      7 3 Melden
    • Dä Brändon 24.08.2016 15:32
      Highlight @ Saukaibli in Hasaka
      13 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 24.08.2016 16:19
      Highlight Die Kurden sind nicht mehr als nützliche Idioten für die Interessen der Weltmacht. Am Ende werden sie wieder einmal die Arshkarte ziehen.
      11 5 Melden
    • Emperor 24.08.2016 16:21
      Highlight Da Putin und Erdogan wohl bald wieder sehr dicke Kumpels sind wirds wahrscheinlich kaum was werden mit der Regime-Kurden Zusammenarbeit ich hoffe jetzt einfach mal, dass die USA dieses Mal die Kurden unterstützen und wenn nötig jeden Vogel vom Himmel holen, der die Kurden angreift.

      (Nein ich bin kein Nato oder USA Fan aber ich halte die Kurden für die einzige halbwegs unterstützenswerte und gleichzeitig bedeutende Fraktion dort unten.)
      18 5 Melden
    • Dä Brändon 24.08.2016 18:16
      Highlight Die USA werden bestimmt keinen russischen Vogel runterholen und die syrische Armee hat bald keine flugfähigen mehr.
      5 2 Melden

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Kerem Schamberger ist äusserst aktiv auf Facebook. Jeden Tag schreibt er über politische Vorgänge in der Türkei, über kurdische Aktivisten, die verhaftet worden sind, über verschwundene Journalisten, über Anti-Erdogan Demonstrationen. Er übersetzt türkische Zeitungsartikel ins Deutsche und stöbert Nachrichten über Rojava auf, ein de facto autonomes Gebiet in Syrien, in dem die Kurden einen freiheitlichen Staat errichten wollen.

Schamberger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für …

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