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Die Angst vor dem türkischen Mob

Demos in den Städten, Jagdszenen auf dem Land: In der Türkei wächst nach dem verhinderten Militärputsch die Aggression. Oppositionelle warnen vor Lynchstimmung, Präsident Erdogan schürt den Hass.

18.07.16, 18:05 19.07.16, 08:33

Maximilian Popp, ankara



Ein Artikel von

Wer sich derzeit in Ankara umhört, hört Parolen wie diese: «Hängt die Verräter!» Oder: «Wir verlangen die Todesstrafe!» Oder Menschen wie Metin Koru, Mechaniker aus der Hauptstadt, Wähler der Regierungspartei AKP. Er sagt, die Türkei sei lange genug tolerant gegenüber ihren Feinden gewesen. Nun sei es an der Zeit, Härte und Entschlossenheit zu zeigen.

Das Land lässt den Moment des Innehaltens verstreichen. Stattdessen: Wut. Tausende Menschen hatten sich am Sonntagnachmittag vor der Kocatepe-Moschee in der türkischen Hauptstadt Ankara versammelt – zum Gebet für die Opfer des Putschversuchs vom 15. Juli. Doch die Gläubigen waren nicht gekommen, um still zu trauern. Sie waren gekommen, um Rache zu fordern.

Die meisten Anhänger des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan teilen diese Haltung: Sie betrachten die Abwehr des Militärcoups nicht nur als Sieg der türkischen Demokratie, sondern als Ausdruck der eigenen Stärke, als Machtdemonstration. Eine junge Frau in Ankara spricht von einem «zweiten Unabhängigkeitskrieg». Für Zwischentöne, für Demut ist kein Platz mehr.

Warnung vor «Lynchstimmung»

Türkischen Oppositionellen machen diese martialischen Parolen Angst. Sie beobachten entsetzt, wie die Stimmung in dem Land immer aggressiver wird, manche warnen vor einer «Lynchstimmung».

Soldaten hatten in der Putschnacht vorübergehend Teile Istanbuls und Ankaras besetzt gehalten, sie schossen auf Zivilisten, auf Frauen, Kinder. Coup-Gegner massakrierten mindestens vier bereits entwaffnete Soldaten.

Die Gewalt hält auch jetzt, da der Coup abgewehrt ist, an. Ein Video zeigt, wie in Istanbul ein Mob auf eine Gruppe Ausländer losgeht. In Provinzstädten sollen nach Berichten türkischer Medien Schlägertrupps Jagd auf Menschen gemacht haben, die sie als Putsch-Sympathisanten verdächtigten.

In Ankara kamen am Sonntagabend auf dem Kizilay-Platz im Stadtzentrum Tausende Menschen zu einer Kundgebung für die Regierung von Präsident Erdogan zusammen. Auch hier schwankte die Stimmung zwischen Freude und Aggression. Eine Band spielte Marschmusik.

Die Demonstranten trugen türkische Fahnen. Sie hoben die Hand zum Gruss der Muslimbrüder, skandierten: «Gott ist gross.» Und immer wieder: die Forderung nach der Todesstrafe für die Putschisten.

Für einen Augenblick hatte es so ausgesehen, als könnte der gescheiterte Putsch die Menschen in der Türkei vereinen. Konservative, Linke, Kurden hatten sich gemeinsam gegen die Selbstermächtigung des Militärs zur Wehr gesetzt. Auch erbitterte Gegner standen an der Seite der Regierung Erdogan. Doch nun, nur wenige Tage nach dem Coup, brechen in der Türkei die alten Fronten schon wieder auf.

Erdogan selbst tut wenig, um die Lage zu beruhigen. Im Gegenteil: Er heizt den Konflikt weiter an. Der Präsident ruft die Menschen auf die Strassen und nutzt den Putschversuch, um nun unerbittlich gegen seine Kritiker vorzugehen. Fast 3000 Staatsanwälte und Richter wurden in den vergangenen Tagen festgenommen. Der Militärcoup sei abgewendet, sagt Selahattin Demirtas, Vorsitzender der prokurdischen Partei HDP.

Doch nun drohe dem Land ein «ziviler Coup» – durch den Präsidenten.

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63
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    Alle Leser-Kommentare
  • john waynee 20.07.2016 14:52
    Highlight Während liberale westliche Staatsmänner von Toleranz, Verhandlung und friedlichem Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft reden, weist die Realität der Geschichte in die entgegen gesetzte Richtung. Über einen Zeitraum von beinahe 1400 Jahren war die Beziehung zwischen dem Islam und dem "Christentum" stürmisch und blutig, geprägt von Eroberungen, Rückeroberungen, Massakern und Unterdrückung. Im 7. Jahrhundert fielen muslimische Krieger vom Nahen Osten her über Nordafrika in Europa ein und kannten nur ein Ziel: Eroberung, um ihre Religion mit dem Schwert zu verbreiten.
    0 1 Melden
  • URSS 19.07.2016 17:38
    Highlight QUO VADIS?
    0 1 Melden
  • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 19.07.2016 13:42
    Highlight Ich bin schockiert und mir blutet das Herz, wenn ich lese was mit der Türkei passiert. Wir haben einen neuen faschistischen Diktator mit übelsten Schergen unter dem Volk.
    What a mad world!
    26 0 Melden
  • Bruno_S 19.07.2016 13:21
    Highlight Ganz unabhängig von Erdogan und der allgemeinen Situation in der Türkei. Demokratie ist nicht das einzig Wahre! Dass Demokratie auch in die Hose gehen kann, haben wir unter anderem beim Brexit gesehen.

    Die Tatsache dass bei einem komplizierten Entscheid die Stimme eines Experten gleich gewichtet wird wie die Stimme "des besorgten Bürgers" der nach Bauchgefühl entscheidet, ist meiner Meinung nach eines der grössten Probleme. Die Menschen verspühren den zwang über ein Thema abzustimmen, von dem sie nichts verstehen! Was soll daran gut sein? Es braucht eine Demokratie 2.0!
    10 27 Melden
    • lilie 19.07.2016 14:49
      Highlight Und die Massen sind - wie man sieht - leicht manipulierbar.

      Doch wie könnte eine solche Demokratie 2.0 aussehen?
      10 0 Melden
    • blobb 19.07.2016 15:39
      Highlight Technokratie...
      1 2 Melden
    • Mehmed 19.07.2016 23:29
      Highlight haha, und der experte ist hier erdowahn? viel spass.
      2 1 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 20.07.2016 03:19
      Highlight Es gibt eine mathematische Erklärung zu deinem Einwand, Bruno_S. Die Voraussetzungen, unter welchen sich eine Demokratie entwickeln kann, bzw. unter welchen die Demokratie verkümmert, lassen sich da herleiten.

      Kurz: Wenn mehr als die Hälfte der Bevölkerung klug ist, dann wird was; und wenn mehr als die Hälfte dumm sind, dann wird nix. Eigentlich logisch. ;)

      https://de.wikipedia.org/wiki/Condorcet-Jury-Theorem
      3 0 Melden
  • So en Ueli 19.07.2016 10:14
    Highlight Von mir aus sollen die Türken in ihrem Land tun und lassen was sie wollen. Ihre Art Probleme in ihrem Land zu lösen ist nicht mein Business. So ist es mir eigentlich egal, ob sie sich gegenseitig abschlachten oder nicht. Solange diese Zustände und Probleme nicht zu uns verschleppt werden. Jedoch stimmen mich die Rufe nach der Todesstrafe äusserst nachdenklich. Kein zivilisiertes Land darf diese Strafe anwenden. (Auch nicht die USA)
    10 21 Melden
    • phreko 19.07.2016 22:43
      Highlight Und Flüchtlinge? OK?
      0 2 Melden
    • So en Ueli 20.07.2016 07:39
      Highlight In welchem Zusammenhang ist dein Kommentar zu verstehen?

      Ob türkische Flüchtlinge OK für uns seien, da es jetzt welche geben könne, die um politisches Asyl bitten, oder meinst du die Flüchtlinge, welche die Türkei für die EU aufnimmt?
      0 0 Melden
  • JaneDoe 19.07.2016 09:51
    Highlight Vorwort:Bin kein Erdogan-Fan! Gründe wieso das Volk ihn mag und wählt: 1.Dank Ihm geht es der Wirtschaft blendend. (Jeder hat eine Wohnung /Haus und ein neues Auto, Renten gestiegen, Infrastruktur wird ausgebaut etc) 2.Er bietet der EU die Stirn. 3.Er benutzt die Religion. (Die Türken sind religiös) 4.Er bekämpft die PKK (Nicht Kurden!) Laut TR-Medien wurde der Putsch "überstürzt" begangen, weil das MIT (türk. CIA) davon Wind bekommen hat. Die Kommentare (à la geht doch zurück in die Türkei... meistens auf 20Min) verletzen mich zum Teil sehr, weil man sich hier als nicht Willkommen fühlt.
    8 29 Melden
    • JaneDoe 19.07.2016 10:33
      Highlight 5. Leider keine bessere Alternative (wie bei Trump und Clinton)
      Ich bin auch besorgt aber leider ist im Moment alles besser als eine Militärdiktatur, sogar Erdogan... Hoffen wir, dass er bald geht und ein westlicherer Nachfolger kommt.
      14 4 Melden
    • giguu 19.07.2016 10:43
      Highlight Willkommen in der Schweiz Bruder. Wir Ausländer müssen halt immer doppelt so viel Leisten, wie ein Eingeborenen, um nicht als Parasit zu gelten. Meist sind wir halt aber trotzdem unerwünscht, obwohl hier aufgewachsen.
      18 37 Melden
    • axantas 19.07.2016 12:08
      Highlight In diesem Fall würde ich mich mal etwas mit dem Wesen der Schweiz befassen. Wir haben Mühe mit den Geschehnissen, weil wir anders handeln würden. Kann man uns das vorwerfen? Daraus Ablehnung azubleiten ist unfair und zeigt, dass ihr die Schweiz gar nicht verstehen WOLLT. Ihr lebt hier und erwartet, dass alle hier gleich denken wir ihr? Ist das nicht etwas unverfroren? Ihr lebt hier und lebt eigentlich wie in der Türkei. Ihr denkt nicht daran, mal einer anderen Meinung einfach zuzuhören und versuchen es zu verstehen? Und ihr wundert euch über VERMEINTLICHE Ablehnung, die eigentlich keine ist.
      24 14 Melden
    • JaneDoe 19.07.2016 14:00
      Highlight Lieber Axantas ich verstehe die Meinung der Schweizer und höre auch zu! Mehrheitlich habe ich auch die gleichen Ansichten. Aber Mitbürgern die in der dritten Generation hier leben und auch hier geboren sind zu sagen, dass man wieder Heim gehen soll und gleich auch den Schweizerpass abgeben kann ist klare Ablehnung! Du erwartest von uns, dass wir die Meinung der Schweizer verstehen aber wenn jemand seiner Meinung nach Erdogan gut findet soll er wieder in die Türkei?! Wer lehnt jetzt wen ab?
      7 5 Melden
    • axantas 19.07.2016 16:32
      Highlight Nein, JaneDo, niemand hat jemand anderen 'nach Hause' zu schicken. Mir fehlt nur oft der beidseitige Dialog, den wir hierzulande führen können und sollten. Die beiden Voten hier klingen für mich zu absolut, genau wie die 'dann geht halt'. Ich masse mir kein Verstehen der aktuellen Vorgänge in der Türkei an. Den Putsch fand ich im ersten Moment eigentlich gut, Erdogan ist aber vielleicht trotzdem nötig, um ein Chaos zu vermeiden. Ich bin dankbar für jedes OFFENE erhellende Votum.
      3 1 Melden
    • axantas 20.07.2016 11:04
      Highlight Wenn dann allerdings Erdogans Gegner in der Schweiz gejagt werden, dann erlaube ich mir ein heftiges Stirnerunzeln und bezweifle die Möglichkeit eines offenen Dialogs. Warten wir mal, bis der erste hierzulande "weggemacht" wird...
      Dieses in der Presse publizierte Facebook-Posting ist ja allerunterste Schublade.
      1 1 Melden
  • Bowell 19.07.2016 06:06
    Highlight Die Bilder erinnern mich irgendwie an jene des IS. Posieren mit erhobenem Zeigefinger vor "erbeuteten" Panzern, das Vorführen und Schlagen Gefangener Soldaten und grinsende Männer, die drauf und dran sind jemanden zu töten.
    61 1 Melden
  • Röschtigraben 19.07.2016 00:48
    Highlight Wenn ich all diese Kommentare lese kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln.
    Es wird immer wieder von lynchjustiz gesprochen. So weit ich weiß, wurde bis jetzt kein einziger Fall bestätigt. Der Soldat der angeblich gelyncht wurde, meldete sich kurze Zeit später in den Medien und hat das berichtigt. Und die, denen die Kehle aufgeschlitzt wurde, das sind schon ältere Bilder aus Syrien usw
    Bitte informiert euch auch durch Medien die nicht europäisch sind. Es gibt genug davon. Dann seht ihr auch mal Bilder, die in Europa nicht gezeigt werden. Z.b. al jazeera. Gibt's übrigens auch in englisch
    10 47 Melden
    • Neokrat 19.07.2016 10:44
      Highlight al jazeera würd ich nicht lesen. Eine Propagandamaschine von Qatar.
      21 1 Melden
    • Röschtigraben 19.07.2016 21:27
      Highlight Aber unter anderem eine alternative zu europäischen Medien. Es gibt noch genug andere.
      1 2 Melden
    • Marin Baechli 20.07.2016 14:06
      Highlight Die russischen? Viel Spass dabei.
      0 0 Melden
  • DonPedro 18.07.2016 21:46
    Highlight Jetzt kommen sie dann bald, die echten Flüchtlinge, nämlich die an Leib und Leben vom Mob und vom Regime E bedrohten und verfolgten Oppositionellen!
    50 8 Melden
    • Klaus K. 18.07.2016 22:44
      Highlight die will mutti märkel dann bestimmt nicht mehr aufnehmen. weil ihr freund erdowahn sonst sauer auf sie wird und keine geschäfte mehr mit ihr machen will...
      47 11 Melden
  • Peter von der Flue 18.07.2016 21:11
    Highlight Ich denke die Mehrheit der türkischen Männer und nur die zeigen in diesen Tagen ihre wahre Einstellung zu dem was wir als Recht empfinden. Frauen haben leider eh nicht mehr viel zu sagen in diesem Land. Für mich der Hauptgrund, weshalb dort alle durchdrehen. Aber das ist gewollt und meiner Meinung nach auch der Entscheid nichts mit dem Westen zu tun haben zu wollen. Ausser natürlich als Tourist die Kohle bringen. Schade die Türkei war für mich mal ein Vorzeigeland in der muslimischen Welt. War wohl nix.
    72 5 Melden
    • Seppels 18.07.2016 23:30
      Highlight Naja wenn ein wütender Mob für Recht und Ordnung sorgen will endet es leider meistens in Lynchjustiz

      Glaube es macht nicht wirklich ein Unterschied in welchen Land
      23 2 Melden
  • äti 18.07.2016 21:07
    Highlight neues Unwort heisst: "Emob".
    8 4 Melden
  • Theor 18.07.2016 20:23
    Highlight Ich frage mich wirklich, wo das Informationsleck liegt. Bekommen wir Ausländer nicht alles mit, oder wird das türkische Volk mittels Propaganda derart manipuliert? Es fällt mir schwer zu verstehen, wie die Mehrheit des Volkes zu einem Mann, der derart offensichtlich eine Diktatur aufbauen will, stehen und bejubeln kann.

    Ich kenne das Land vom Urlaub und auch diverse bei uns lebende, kluge türkstämmige Personen. Türken sind doch keine rückständigen Hinterwäldler? Aber diese Bewegung wirkt für mich, als hätten wir es mit einem Drittweltland zu tun.
    155 4 Melden
    • Firefly 18.07.2016 20:46
      Highlight Kein Drittweltland sondern nationalistischer populismus vom Schlimsten. Der Lynchmob; ein Teil des Volkes, meist als "Das Volk" bezeichnet so aufgewiegelt verhällt sich alles andere als demokratisch und ist als Souverän nicht geeignet. Das kann überall so weit kommen, auch hier, wenn man dem nationalistischen populismus keine Schranken setzt.
      98 7 Melden
    • FrancoL 18.07.2016 21:22
      Highlight Die Türken sind auf dem Weg zu einem Drittweltland.
      Sie taten sich und tun sich heute mehr den je schwer mit der Demokratie.
      Die Basis eines Landes mit seinen vielen Verstrickungen und einer mehr als nur hohen Korruption kann nur mit einer Diktatur ähnlichen Struktur regiert werden.
      Die Menschen suchen diese starke Hand.
      Kommt noch die immer wichtiger werdende Religion dazu, die ja auch ein Diktat darstellt, ist die Demokratie bald einmal eine Nebensache und der Zug in Richtung Drittweltland setzt sich in Bewegung.
      39 6 Melden
    • Nicolas Flammel 18.07.2016 22:58
      Highlight Ich glaube die Situation ist wesentlich komplizierter als in den westlichen Medien dargestellt.
      Viele Türken haben die Schnauze voll von der ewigen Einmischung der Armee in die Politik. Die Leute wollen endlich selber ihre Regierung bestimmen und das ist jetzt halt Erdogan. Ich bin auch kein Fan von ihm aber ich respektiere den Willen der Mehrheit der Türken und beschimpfe sie nicht als Nationalisten oder Islamisten nur weil sie sich auf der Strasse gegen die Putschisten gewehrt haben.
      8 31 Melden
    • FrancoL 19.07.2016 07:22
      Highlight @Nicolas Flammel; Die Meisten hier beschimpfen nicht die Türken, sie urteilen nicht nur im Nachgang zum Putsch sondern sie beurteilen die Situation in den letzen 5-10 Jahren. Die Vorbehalte gegenüber Erdogan und seiner rückwärts gewandten Politik in den letzten Jahren und vor allem in den letzten beiden Jahren wurde von vielen Watson Leser schon vor dem Putsch abgemahnt.
      Deine Sicht dass diese Besorgnis um die türkische Demokratie vom Putsch abhängig ist, entspricht nicht den Tatsachen. Das Zügeln Richtung Diktatur und Demontage der Demokratie läuft schon seit einiger Zeit!
      23 1 Melden
    • Butzdi 19.07.2016 08:28
      Highlight Schau dir mal di USA an, da hat es auch viele die eine rassistische egomane Orange mit Hang zu Diktatorenverehrung und -rethorik als Prasidänt wollen. Isolationismus und Nationalismus sind leider weltweit auf dem Vormarsch. Schuld wird Migranten gegeben, aber eigentlich sind es die multinationalen Unternehmen und die Hochfinanz die immer mehr wollen und immer weniger geben.
      13 3 Melden
    • Firefly 19.07.2016 09:51
      Highlight @Nicolas Flammel Das Unrecht zeigt sich gut beim Taksim-Platz. Als Erdogan-Kritiker dort ihrer Stimme gehör verschaffen wollten (Eine echte Demokratie schützt und hört auch die Minderheiten an) wurden sie von Erdogan mit Polizeigewalt vertrieben. Nun feiern die Anhänger Erdogans auf dem Platz und skandieren ihre Wahrheit und niemand vertreibt sie, im Gegenteil.
      16 0 Melden
  • Karl33 18.07.2016 20:23
    Highlight Andere Zeit, anderes Land. Aber ein Vergleich mit Hitlerdeutschland mitte 30-er Jahren drängt sich auf.

    ps. Den Genozid hat die Türkei ja auch bereits hinter sich, bis zu 1.5 Mio Armenier wurden zu Beginn des 20 Jh. ermordet. Erdogan leugnet diesen Völkermord vehement...
    120 4 Melden
    • FrancoL 18.07.2016 21:23
      Highlight Überzeichnet aber der Wahrheit sehr nahe.
      27 5 Melden
  • illuzion 18.07.2016 20:18
    Highlight westlichen standart leben aber die eigene Religion ausleben, sowas geht gar nicht , Deutschland könnte genug türken wieder heimschicken um die Einwohnerzahl wieder auszugleichen :-)
    38 32 Melden
  • kleiner_Schurke 18.07.2016 19:57
    Highlight Wann sind die ersten Regime Gegner in Syrischen, Griechischen oder Rumänischen Uniformen an der Grenze und greifen "das Reich" an? Es riecht ganz verdächtig nach 33 und fast nach 38.
    39 6 Melden
    • sowhat 18.07.2016 21:15
      Highlight Mir scheint er will den Schnelldurchlauf 33-38

      .....Und die Welt schaut zu!
      29 2 Melden
  • Mnemonic 18.07.2016 19:56
    Highlight Nanu? Wo bleiben denn plötzlich all die Erdogan Fans in der Schweiz? Er ist doch so so ein toller "starker Führer"?!
    59 5 Melden
  • blueberry muffin 18.07.2016 18:45
    Highlight Muss die NATO zum ersten mal ein NATO Land befreien? Oder sieht sie zu, wie Erdogan eine Diktatur aufbaut?
    78 6 Melden
    • Radiochopf 18.07.2016 20:13
      Highlight Die NATO braucht die Türkei ohne wenn und aber, darum wird sie nichts machen solange Erdogan an der Macht ist und sie den Stützpunkt weiterhin brauchen können.... Geopolitische Interessen stehen bei solchen Büdnissen an 1. Stelle, dass Volk, Demokratie und alles ander ist ihnen egal
      36 1 Melden
    • Firefly 18.07.2016 20:56
      Highlight Die NATO greift nie in interne Angelegenheiten ein. Sie greift nur ein, wenn ein anderes Land ein NATO Land angreift.
      20 1 Melden
    • FrancoL 18.07.2016 21:37
      Highlight @Firefly; Nicht ganz richtig. Als Italien mit den NATO-Basen drauf und dran war dem Eurokommunisten Berlinguer zu folgen wurden über die USA viele Fäden nach Italien gespannt und die Kreditorgel zu Gunsten der damaligen DC-Regierung mächtig hochgefahren, mit dem Resultat dass Berlinguer nichts ausrichten konnte.
      8 0 Melden
  • D(r)ummer 18.07.2016 17:01
    Highlight Irgendwie werd ich das Gefühl nicht los, dass etwas an dieser Sache "getürkt" ist...
    114 4 Melden
    • lilie 18.07.2016 18:17
      Highlight Ja, langsam...
      129 2 Melden

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