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Gouverneur verbietet Schwulenparade in Istanbul



epa04289627 A participant wears penis glasses during the 12th annual Gay Pride Parade in Istanbul, Turkey, 29 June 2014. The event ended the annual Pride Week that started on 22 June with the Trans Pride march. Hundreds of LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual, Transexual) people walked through downtown Istanbul to support rights for sexual minorities.  EPA/SEDAT SUNA

Teilnehmer des «Marsch des Stolzes» anno 2014.
Bild: SEDAT SUNA/EPA/KEYSTONE

Der Gouverneur von Istanbul hat die bevorstehende jährliche Lesben- und Schwulenparade im Zentrum der türkischen Millionenmetropole verboten. Der traditionelle «Marsch des Stolzes» am übernächsten Sonntag auf der Einkaufsmeile Istiklal Caddesi werde nicht genehmigt, teilte das Amt des Gouverneurs am Freitag mit.

Zur Begründung führte die Behörde die Sicherheit von Teilnehmern und Bürgern sowie den Schutz der öffentlichen Ordnung an.

Die Veranstalter kündigten rechtliche Schritte an und kritisierten, das Verbot verstosse gegen die Verfassung. Die Zeitung «Evrensel» zitierte Aktivisten, die trotz des Verbots demonstrieren wollten.

Erwartet wurde, dass Teilnehmer des Marsches auch an das Massaker von Orlando im US-Bundesstaat Florida erinnern wollten, wo ein Schütze in einem Schwulenclub 49 Menschen getötet hatte.

epa04822832 Turkish riot police use tear gas to disperse protestors as they clash during a rally on the occasion of the 13th annual Gay Pride Parade in Istanbul, Turkey, 28 June 2015. Numerous LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual, Transexual) activists and supporters were marching through downtown Istanbul to support rights for sexual minorities. Leaders of the 13th annual Istanbul LGBTI Pride Parade said police used force on the tens of thousands of people who had arrived at the city's central Taksim Square waving rainbow flags and holding placards.  EPA/TOLGA BOZOGLU

2015 gerieten die Teilnehmer des Marschs mit der Polizei aneinander.
Bild: TOLGA BOZOGLU/EPA/KEYSTONE

Gay Pride Istanbul

Die Parade zum Abschluss der Istanbuler «Pride Week» findet seit mehr als zehn Jahren statt und wurde vergangenes Jahr erstmals verboten. Damals verwies der Gouverneur auf den für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan. Dennoch gingen Tausende auf die Strasse. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas gegen die friedlichen Demonstranten ein. Auch dieses Jahr fällt der Termin in den Ramadan.

epa04822803 Activists face Turkish riot police blocking a road during a rally on the occasion of the 13th annual Gay Pride Parade in Istanbul, Turkey, 28 June 2015. Hundreds of LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual, Transexual) activists and supporters were trying to march through downtown Istanbul to support rights for sexual minorities.  EPA/TOLGA BOZOGLU

Ein weiteres Bild aus dem Jahr 2015.
Bild: TOLGA BOZOGLU/EPA/KEYSTONE

Eine ultrarechte nationalistische Gruppe hat den diesjährigen Marsch bedroht. Im Zentrum Istanbuls ist es seit Jahresbeginn ausserdem zu insgesamt drei schweren Anschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und einer militanten kurdischen Gruppe gekommen. Einer der IS-Selbstmordanschläge fand auf der Istiklal Caddesi statt, auf der auch der diesjährige Marsch wieder geplant ist.

Die Türkei gehört zu den wenigen Ländern in der Region, in denen Homosexualität nicht verboten ist. Teile der mehrheitlich muslimischen Gesellschaft sind aber sehr konservativ. Kritiker werfen Präsident Recep Tayyip Erdogan vor, das Land islamisieren zu wollen.

Weltweit erinnern Paraden zum Christopher Street Day an einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Trans-Menschen am 28. Juni 1969 in der New Yorker Christopher Street. Der Istanbuler «Marsch des Stolzes» findet traditionell am letzten Sonntag im Juni statt.

(sda/dpa)

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