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Islamic cleric Fethullah Gulen poses for a photo while speaking to members of the media at his compound, Sunday, July 17, 2016, in Saylorsburg, Pa. Turkish officials have blamed a failed coup attempt on Gulen, who denies the accusation. (AP Photo/Chris Post)

Fethullah Gülen, der grösste Opponent des türkischen Präsidenten Erdogan.  Bild: AP

Erdogan-Erzfeind Gülen: «Wollen mich die USA ausliefern, würde ich gehen»

12.07.17, 05:08 12.07.17, 05:43


Der in den USA lebende muslimische Prediger Fethullah Gülen würde eine Auslieferung in die Türkei akzeptieren. «Falls die Vereinigten Staaten es für richtig halten, mich auszuliefern, würde ich gehen», sagte der 79-Jährige zur Nachrichtenagentur Reuters.

Er widersprach zugleich Vorwürfen der türkischen Regierung, eine Flucht nach Kanada vorzubereiten, um der von ihr geforderten Auslieferung zu entgegen. «Diese Gerüchte treffen überhaupt nicht zu», betonte er.

Die Regierung in Ankara macht den seit 1999 im selbst gewählten Exil lebenden Gülen für den Putschversuch vor einem Jahr verantwortlich und hat in Washington dessen Auslieferung beantragt. US-Regierungsvertreter haben allerdings verdeutlicht, dass die Türkei dem Justizministerium noch keine ausreichenden Beweise vorgelegt habe.

Erdogan auf anderen Wegen loswerden

Gülen wies die Vorwürfe der türkischen Regierung erneut zurück: «Ich habe niemals einen Staatsstreich oder eine Amtsenthebung unterstützt», sagte er. Alle Versuche, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan loszuwerden, müssten auf demokratischem Wege erfolgen, nämlich durch friedliche Proteste und Wahlen, ergänzte Gülen.

Er verurteilte die Machtanhäufung in den Händen Erdogans und verglich diesen mit einem Diktator. Die Regierungen der USA und der europäischen Länder müssten sich stärker für die Wiederherstellung politischer Freiheiten in der Türkei einsetzen, forderte Gülen, der früher ein Verbündeter Erdogans war.

Wegen mutmasslicher Kontakte zur Gülen-Bewegung wurden in der Türkei bisher rund 50'000 Menschen festgenommen und rund 150'000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, der Justiz, der Polizei und des Militärs entlassen oder vom Dienst suspendiert. (sda/reu)

Dieser Protestmarsch treibt Erdogan zur Weissglut.

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 12.07.2017 08:16
    Highlight Auf mich wirkt dieser Gülen vertrauenswürdig!
    Ihm scheint es tatsächlich um die Sache zu gehen, also um die Modernisierung und die Demokratisierung des Islam, und nicht nur um Macht und Bereicherung.
    Leider hat er mit einer solchen Einstellung in der heutigen, immer faschistischer werdenden Türkischen Gesellschaft nicht mehr viel zu melden.
    Und sehr viele Fahnen schwenkende AKP-AnhängerInnen scheinen Politik mit einem Fussballmatch zu verwechseln.
    Sie machen auf mich einen herzlichen und begeisterungsfähigen, aber auch sehr Bildungsfernen, um nicht zu sagen dummen Eindruck...
    12 8 Melden
    • rodolofo 12.07.2017 19:30
      Highlight @ Murat_Kaplan
      In Russland ist alles verboten, was sich nicht absolut loyal und unterwürfig gegenüber Putin's Machtapparat verhält.
      Die Russischen Verhältnisse mögen stilbildend für Erdogans AKP-Demokratur sein.
      Eine gute Referenz sind sie aber nicht.
      Übrigens wurden letzthin in Russland auch NGO's verboten, weil sie Ausländische Agenten seien...
      Wenn Sie das alles gut finden, dann kann ich Ihnen nicht mehr helfen.
      Dann sind Sie verloren. Schade.
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    • rodolofo 13.07.2017 08:07
      Highlight Noch etwas:
      Wenn Putin's Leute immer so gegen ausländische Einmischungen wettern und überall ausländisch gesteuerte Agenten und Terroristen vermuten, warum mischen sie sich dann selber ständig in Angelegenheiten anderer Länder und Völker?
      Warum unterstützt Putin Assad, der seine eigene Bevölkerung mit Giftgas bombardiert?
      Und warum mischten sich Putin's Leute in den US-Amerikanischen Wahlkampf ein?
      Die Antwort darauf ist einfach:
      Sie selber dürfen alles, weil sie auch selber die Gesetze machen.
      Die Andern aber dürfen rein gar nichts, ausser gehorchen, stramm stehen und in den Krieg ziehen...
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    • rodolofo 13.07.2017 19:27
      Highlight Danke für den Film-Hinweis.
      Ich werde da reinschauen.
      Ich weiss zu wenig über die genauen Hintergründe zu Glen und zu Erdogan. Darum verlasse ich mich hier auf meinen "sechsten Sinn". Und dieser sagt mir, kombiniert mit den Informationen, die ich bisher gesammelt habe, dass Erdogan ein hinterlistiger und raffinierter Machtmensch ist, wogegen mir Gülen viel sympathischer ist.
      Aber ich kann mich natürlich auch täuschen.
      Im "Pulverfass Naher Osten" habe ich sowieso längst den Überblick verloren...
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  • pierolefou 12.07.2017 07:17
    Highlight Das nenne ich mutig von Herrn Gülen. Da kann man nur
    den Hut ziehen für eine solche Einstellung.
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