International

Ein Jahr nach «Erdowie, Erdowo, Erdogan» provoziert «extra 3» Erdogan erneut

24.03.17, 17:48 25.03.17, 14:11

Neues Lied über den türkischen Präsidenten: Die deutsche Satiresendung «extra 3» hat einen weiteren Song über Recep Tayyip Erdogan vorgestellt – wieder zur Musik von Nena.

Vor einem Jahr hatte ihr Beitrag «Erdowie, Erdowo, Erdogan» einen Eklat ausgelöst. Das türkische Aussenministerium bestellte damals den deutschen Botschafter ein.

Im neuen Video, das am Donnerstagabend gezeigt wurde, sind unter anderem Demonstranten zu sehen, gegen die Wasserwerfer eingesetzt oder die von Polizisten im Schwitzkasten abgeführt werden. Eine Textzeile des neuen Songs «Schnuckel-Schnauzbart-Chef Osman» zum Umgang mit Journalisten in der Türkei lautet: «Die werden erstmal eingelocht. Todesstrafe kommt dann noch.»

Zur Melodie von Nenas Hit «99 Luftballons» gibt es ausserdem Verse wie «Er will, dass Frau'n fünf Kinder kriegen. Klar, dass alle auf ihn fliegen». Dabei schwenken Anhänger des Präsidenten begeistert Fähnchen, Erdogan ist gleich darauf mit zwei Vögeln auf dem Kopf zu sehen.

Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel kommt kurz vor. «Erdo braucht kein Rumgezicke von dieser Terror-Nazi-Krücke», textet die Redaktion der NDR-Satiresendung mit Bezug auf die Nazi-Vergleiche aus Ankara.

Am Schluss des Beitrags, den «extra 3» auch auf Twitter veröffentlicht hat, ist der türkische Präsident im Führerhaus einer U-Bahn zu sehen, die ins Schlingern gerät und dann funkensprühend entgleist.

Reaktionen «nicht zitierfähig»

Der neue Song werde wohl nicht so hohe Wellen schlagen wie der erste vor fast genau einem Jahr, sagte «extra 3»-Moderator Christian Ehring dem Südwestrundfunk (SWR). «Das war ein Sonderfall, auch durchaus ein Glücksfall.»

Das Provozieren mache natürlich Spass. «Nichtsdestotrotz ist das unser Beruf, und wir versuchen ja bei den Provokationen immer sehr sachlich und präzise zu sein. Und ich denke das ist uns auch mit diesem Song wieder einigermassen gut gelungen», sagte Ehring.

Zum neuen Erdogan-Song gebe es im Internet schon etliche kritische Anmerkungen. «Die sind in aller Regel natürlich nicht zitierfähig. Ich werde mit Körperteilen beschimpft – die habe ich gar nicht», erzählte Ehring dem Sender. «Also das ist völlig absurd. Ich nehme das auch gar nicht ernst.» (nfr/sda/dpa)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 25.03.2017 10:49
    Highlight Wegen eines Songs bestellte das türkische Aussenministerium damals den deutschen Botschafter ein.
    Wann begreifen derlei türkische Politiker endlich, dass Politik keine Therapieform für Potenzprobleme (nicht nur physische) ist,
    anstatt die Politik für ihre würdelose Schw...schau ins vollkommen Lächerliche zu zerren?
    Ist natürlich eine rein rhetorische Frage...
    0 1 Melden
  • Töfflifahrer 24.03.2017 22:28
    Highlight Passt! 👍
    22 1 Melden
  • pamayer 24.03.2017 21:48
    Highlight Danke!
    28 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 24.03.2017 20:40
    Highlight Man wird ja wohl noch die fakten bennen dürfen, halt nein in der türkei nicht in russland nicht im iran in nordkorea in saudi arabien in china in ungarn in polen nicht.
    44 4 Melden
  • Shin Kami 24.03.2017 19:07
    Highlight Jede Wette Erdogan versucht auch das zu verbieten oder die Macher einzusperren...
    43 3 Melden
  • Hosch 24.03.2017 18:14
    Highlight Eine grandiose Sendung, die eigentlich alle ins Visier nimmt. Erdogan bekommt da keine Sonderbehandlung, es gibt Lieder zu Obama, Merkel etc. (ob zu Trump weiss ich grad nicht). Humorvoll, ironisch, satirisch intelligent^^
    137 1 Melden
    • Dario Langenegger 24.03.2017 21:23
      Highlight Zu Trump gibt es einige Songs. Ich finde Dennis und Jesko (das sind die Macher der Songs und Johannes Schlüter, für die regelmässigen Extra 3 Zuschauer) gehören zum besten was das Deutschsprachigem Raum.
      17 1 Melden

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