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Erdogan lässt Pläne zum Umbau von Istanbuler Gezi-Park aufleben

An den Plänen hatten sich Massenproteste im ganzen Land entzündet: Der damalige türkische Ministerpräsident Erdogan wollte im Gezi-Park eine osmanische Kaserne nachbauen. Jetzt startet er einen neuen Anlauf.

19.06.16, 09:23 19.06.16, 10:48


Ein Artikel von

Vor drei Jahren hatte es heftige Proteste gegeben – trotzdem will der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ein umstrittenes Bauprojekt im Istanbuler Gezi-Park neu beleben.

«Wir werden dort dieses historische Gebäude bauen», kündigte Erdogan bei einem öffentlichen Auftritt in der Millionenmetropole an. Es gelte, sich diesem Projekt «mit Mut» zu widmen, sagte er.

Erdogan zum Gesi-Park

Video: watson.ch

Erdogan spielte damit auf seine Pläne vor drei Jahren an, auf dem Gelände des kleinen Parks am Taksim-Platz den Nachbau eines osmanischen Kasernengebäudes zu errichten. Darin sollte unter anderem ein Einkaufszentrum untergebracht werden.

Landesweite Unruhen

Die Pläne hatten im Sommer 2013 wochenlange Unruhen im ganzen Land ausgelöst, bei denen mindestens sieben Menschen starben. Mehrere hundert Protestierer hatten zu verhindern versucht, dass Bäume gefällt und Grünflächen beseitigt werden.

Die Demonstrationen richteten sich dann schnell vor allem gegen den autoritären Regierungsstil Erdogans, der damals noch Ministerpräsident war. Im Spätsommer 2013 ebbten die Massendemonstrationen ab. Der Park ist seitdem ein Symbol der türkischen Bürgerrechtsbewegung. Erdogan wurde im folgenden Sommer zum Präsidenten gewählt.

Nach den blutigen Unruhen wurden die Pläne für den Nachbau zunächst nicht weiterverfolgt. Doch im vergangenen Juli hob der türkische Verwaltungsgerichtshof alle vorherigen Gerichtsurteile auf, mit denen das Bauprojekt gestoppt worden war. Auf dem Taksim-Platz sind inzwischen alle Kundgebungen verboten und werden systematisch von der Polizei aufgelöst.

brt/AFP/dpa

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • HansDampf_CH 20.06.2016 07:50
    Highlight BYE BYE Türkei schön war es bei euch einmal. Aber so lange der minderwertigkeits und grössenwahnpolitiker dort regiert ein nogo. Ich hoffe die Türken stehen gegen diesen Hobby Diktator auf.
    1 0 Melden
  • rodolofo 19.06.2016 09:35
    Highlight Nachbau einer Osmanischen Kaserne?
    Deutlicher könnte Erdogan sein Ziel, das Osmanische Grossreich wiederauferstehen zu lassen, nicht ausdrücken.
    Wie jeder Herrscher möchte er sich mit protzigen Prunkbauten verewigen, die seine Macht und seine Übergrösse XXL unterstreichen sollen.
    Aber in der Türkischen Bevölkerung und im "Pulverfass Naher Osten" haben einige "Möchtegerne" etwas gegen eine solche Grosstürkische Expansion...
    Erdogan sollte also besser versuchen, in Sachen Pressefreiheit und Menschenrechte nicht weiter zu schrumpfen, sonst wird es wieder "Schmäh-Gedichte a la Böhmi" absetzen.
    11 0 Melden
    • manhunt 19.06.2016 18:59
      Highlight tja, es halt wieder in mode, selbstherrlicher, nationalistischer, machtgeiler und grössenwahnsinniger herrscher zu sein. mister egowahn ist da auch nicht der einzige, welcher vergangene grösse wieder aufleben lassen will. er steht bloss mehr im fokus als andere, weil er den medien durch sein verhalten immer wieder anlass gibt, über ihn zu berichten.
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