International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Das FBI untersucht den Tatort in Orlando.
Bild: AP/Florida Today

Ehefrau des Orlando-Täters im Visier des FBI: Ihr droht Klage wegen Beihilfe zu 49-fachen Mordes

Wusste die Frau des Orlando-Attentäters von seinen Plänen? Eigenen Angaben zufolge habe sie das Massaker verhindern wollen, berichten US-Medien. Nun drohe ihr eine Anklage.

15.06.16, 02:45 15.06.16, 06:35


Ein Artikel von

Amerikanische Ermittler untersuchen derzeit, welche Rolle die Ehefrau von Omar Mateen bei dem Attentat in Orlando spielt. Der 29-Jährige hatte am Wochenende in dem Nachtklub Pulse 49 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt; er selbst wurde von Polizisten erschossen.

Seine zweite Ehefrau Noor Salman wusste US-Medienberichten zufolge von den Anschlagsplänen. Sie haben beim FBI ausgesagt, dass sie ihren Ehemann habe stoppen wollen, berichtet der Sender NBC News und beruft sich dabei auf mehrere nicht genannte Quellen. Demnach fuhr Salman ihren Ehemann mindestens einmal ins Pulse – er habe den vor allem bei Schwulen beliebten Klub auskundschaften wollen. Salman müsse mit einer Anklage rechnen, berichtet NBC unter Verweis auf Justizkreise.

Auch Fox News meldet, Salman sei in die Pläne ihres Ehemannes eingeweiht gewesen. Der Sender beruft sich auf eine FBI-Quelle, die namentlich nicht genannt werden wolle. Demnach habe Salman nichts unternommen, um ihren Ehemann aufzuhalten.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet mit Verweis auf Justizkreise, die Ehefrau könnte bereits am Freitag angeklagt werden.

Noor Salman ist die zweite Ehefrau des Attentäters, die beiden haben einen drei Jahre alten Sohn. Sie selbst äusserte sich bisher nicht öffentlich zu den Vorfällen. Mateens erste Ehefrau hatte den 29-Jährigen kurz nach dem Massaker als gewalttätig und psychisch labil bezeichnet.

Die Suche nach dem Motiv

Die Ermittler suchen noch immer nach dem Motiv des Attentäters. Sie schliessen weiterhin nicht aus, dass es Mittäter oder Helfershelfer gibt.

Mateen selbst – US-Bürger mit afghanischen Wurzeln – hatte sich auf die Terrormiliz «Islamischer Staat» berufen. Doch nach vorläufigen Erkenntnissen des FBI handelt es sich bei dem 29-Jährigen um einen Einzeltäter ohne Zugehörigkeit zu einem Extremistennetzwerk, der sich über das Internet radikalisiert habe. Es werde aber auch weiter ermittelt, welche Rolle «homophober Fanatismus» gespielt habe, sagte FBI-Chef James Comey.

Verschiedene US-Medien berichteten, Mateen könne womöglich selbst homosexuell gewesen sein. Besucher des Pulse hatten angegeben, Mateen häufiger in dem Klub gesehen zu haben. Zudem habe er eine Dating-App für Homosexuelle benutzt. Das FBI überprüft auch diese Angaben, Belege dafür gibt es bisher aber nicht. Eine Sprecherin der Klubinhaberin sagte, Mateen sei kein regelmässiger Gast im Pulse gewesen. Mateens Vater gab an, sein Sohn sei nicht homosexuell gewesen – sollte er im Pulse gewesen sein, dann womöglich, um den Klub auszukundschaften.

Trump gegen Obama, Obama gegen Trump

Das Attentat in Orlando wird seit Tagen im US-Wahlkampf instrumentalisiert. Am Dienstag reagierte nun Barack Obama auf die Attacken des republikanischen Präsidentschaftsanwärters Donald Trump und auf dessen Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime.

«Wo soll das enden?», sagte der sichtlich aufgebrachte Präsident. «Werden wir alle muslimischen Amerikaner anders behandeln? Werden wir damit anfangen, sie einer besonderen Beobachtung zu unterziehen? Werden wir beginnen, sie wegen ihres Glaubens zu diskriminieren?»

(aar/Reuters/AP/dpa)

Massaker in Orlando

Nach Orlando-Attentat: Schwuler CNN-Moderator grillt Floridas Staatsanwältin live im TV 

Szene mit Orlando-Attentäter in einem Dokumentarfilm aufgetaucht

Trump nutzt die Gunst der Stunde und wettert einmal mehr über Muslime: «Sie versklaven Frauen und ermorden Schwule»

Trump und Orlando: Charlie Hebdo mit der Feder einmal mehr, wo es richtig weh tut

Perfekte Frage nach Orlando: Was wenn eine Waffe ebenso schwer zu bekommen wäre wie eine Abtreibung? 

8 Staaten kondolieren Orlando-Opfern – und verfolgen die Schwulen im eigenen Land

Disco-Massaker in Orlando: «Eine Tragödie für die gesamte Nation»

Letzte Nachricht eines Opfers von Orlando an seine Mutter: «Er kommt. Ich werde sterben»

18'000 Bauarbeiter demonstrieren in Zürich 

Gepanzertes Fahrzeug als Rammbock benutzt: So lief die Geiselrettung in Orlando

Alle Artikel anzeigen

Die Welt trauert um die Opfer von Orlando

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Familientrennungen an der US-Grenze: TV-Moderatorin bricht in Tränen aus

Seit der «Nulltoleranz»-Politik der amerikanischen Regierung gegenüber Migranten wurden mehr als 2300 Kinder an der mexikanischen Grenze von ihren Eltern getrennt. Selbst Babies und Kleinkinder sind davon betroffen. Für eine TV-Moderatorin ist dies zu viel - sie bricht vor laufender Kamera in Tränen aus.

Gemäss neusten Informationen der Nachrichtenagentur Associated Press wurden nicht nur Kinder, sondern auch Kleinkinder und Babys an der mexikanischen Grenze von ihren Eltern getrennt und in mindestens drei Aufnahmestationen gebracht.

Das ist zu viel für die bekannte US-Fernsehmoderatorin Rachel Maddow. In der Sendung am Dienstag brach sie vor laufender Kamera in Tränen aus, als sie die Meldung über zurückgelassene Babys lesen sollte.

«Könnt ihr eine Grafik einblenden?», fragte die …

Artikel lesen