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In this courtroom sketch, Salah Abdeslam, center, sits between two police officers during his trial at the Brussels Justice Palace in Brussels on Monday, Feb. 5, 2018. Salah Abdeslam and Soufiane Ayari face trial for taking part in a shooting incident in Vorst, Belgium on March 15, 2016. The incident took place when six members of a Franco-Belgian research team investigating the attacks in Paris were conducting a search in an allegedly empty safe house of the terrorists and were attacked. (Petra Urban via AP)

Gerichtszeichnung vom Prozess gegen Salah Abdeslam.  Bild: AP/AP

Prozess gegen mutmasslichen Paris- und Brüssel-Attentäter hat begonnen – dieser schweigt

05.02.18, 16:12 05.02.18, 17:07


Dem mutmasslichen Terroristen Salah Abdeslam drohen für eine Schiesserei in Brüssel 2016 drei bis 20 Jahre Haft. Dies sei das mögliche Strafmass für die angeklagten Taten, erklärte die Staatsanwaltschaft am Montag nach Beginn der Hauptverhandlung.

Es gehe nicht nur um Mordversuch, sondern um Mordversuch in einem terroristischen Zusammenhang. Abdeslam soll zu einer Terrorzelle des sogenannten «Islamischen Staates» («IS») gehören, die die schweren Anschläge in Paris im November 2015 und in Brüssel im März 2016 verübte.

epa06497798 Belgian lawyers representing Paris attacks suspect Salah Abdeslam, Sven Mary (R) and Romain Delcoigne (L), speak with each other prior to the opening of the trial of terror suspects Salah Abdeslam and Sofiane Ayari, also known as Amine Choukri,in Brussels, Belgium, 05 February 2018. Terrorist suspects Salah Abdeslam and Sofiane Ayari are on trial for attempted murder of police searching for suspects of the November 2015 Paris terror attacks that left 130 people dead, when Abdeslam was on the run and hiding in the Belgian capital. Abdeslam allegedly escaped a shootout with Belgian police in March 2016 during which he wounded four officers but was captured and arrested some days later in downtown Brussels. The trial in Belgium only deals with the shootout prior to the arrest. His role in the Paris terrorist attacks will be tried in a court in France at a later stage.  EPA/DANNY GYS / POOL

Abdeslams Anwälte Sven Mary (R) und Romain Delcoigne (L) beraten sich. Bild: EPA/REPORTERS POOL

Angeklagt ist er jetzt aber zunächst wegen eines Feuergefechts mit der Polizei im Brüsseler Viertel Forest. Er muss sich gemeinsam mit dem 24-jährigen Tunesier Soufien Ayari verantworten.

Die beiden Verdächtigen sollen am 15. März 2016 gemeinsam mit einem Komplizen auf Beamte geschossen haben, die die Wohnung durchsuchen wollten, in der sie sich versteckt hielten. Mehrere Polizisten wurden verletzt.

Der dritte Terrorverdächtige wurde getötet. Abdeslam und Ayari flohen nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft. Drei Tage später wurden sie im Stadtteil Molenbeek gefasst.

Abdeslam verweigert weiter die Aussage

Abdeslam hat zum Auftakt seines Prozesses in Brüssel die Aussage verweigert. «Ich möchte nicht auf Fragen antworten», sagte der 28-jährige Franzose am Montag. «Ich verteidige mich durch Schweigen.» Damit zerschlug sich die Hoffnung, dass Abdeslam seine monatelange Aussageverweigerung brechen und vielleicht erste Hinweise auf die Terroranschläge von Paris und Brüssel geben könnte.

Abdeslam gilt als einziger Überlebender der «IS»-Selbstmordkommandos, das am 13. November 2015 die Pariser Terrorwelle mit 130 Toten verübte. Er soll selbst einen Sprengstoffgürtel gehabt, aber nicht gezündet haben.

epa06497661 Prime suspect in the November 2015 Paris attacks Salah Abdeslam (C, seated) sits beside his alleged accomplice Sofiane Ayari (R, standing) as they are surrounded by Belgian special police officers prior to the opening of their trial in Brussels, Belgium, 05 February 2018. Terrorist suspects Salah Abdeslam and Sofiane Ayari are on trial for attempted murder of police searching for suspects of the November 2015 Paris terror attacks that left 130 people dead, when Abdeslam was on the run and hiding in the Belgian capital. Abdeslam allegedly escaped a shootout with Belgian police in March 2016 during which he wounded four officers but was captured and arrested some days later in downtown Brussels. The trial in Belgium only deals with the shootout prior to the arrest. His role in the Paris terrorist attacks will be tried in a court in France at a later stage.  EPA/EMANUEL DUNAND / POOL

Dem mutmasslichen Attentäter Abdeslam (sitzend) drohen bis zu 20 Jahre Haft. Bild: EPA/AFP POOL

Stattdessen floh er nach Erkenntnissen der Ermittler nach Belgien und tauchte unter, bis er bei der Razzia in Forest aufgespürt und am 18. März 2016 festgenommen wurde. Vier Tage später sollen Mitglieder seiner Terrorzelle die Selbstmordanschläge in der Brüsseler U-Bahn und am Flughafen verübt und 32 Menschen getötet haben. Die Ermittlungen zu beiden Terrorwellen sind nicht abgeschlossen, die Prozesse nicht terminiert.

Mutmasslicher Komplize redet

Sein mutmasslicher Komplize Soufien Ayari machte dagegen ausführliche Angaben und räumte Verbindungen zum «IS» ein. Er räumte auch ein, dass er und Abdeslam sich wochenlang in jener Wohnung in Forest versteckt gehalten hätten und am Tag des Feuergefechts vor Ort gewesen seien.

«Dieses Mal ist es Krieg»: Das sagen die Zeitungen zum Attentat in Paris

Die eigentlichen Tatvorwürfe bestritt Ayari. Auf die Polizisten geschossen habe aber nur Belkaid - der Mann, der selbst getötet wurde und sich nicht mehr äussern kann. Bei etlichen Nachfragen der Vorsitzenden Richterin wurde Ayari dann auch recht vage, zum Beispiel, wie ihm mit Abdeslam von Forest die Flucht gelang und wie er genau zum Terror des «IS» in Europa steht.

Täglicher Transport nach Brüssel

Zu möglichen Zusammenhängen gab der mitangeklagte Ayari aber einen wichtigen Hinweis: Er sagte, während seiner Zeit im Unterschlupf in Forest sei dort mehrfach Brahim El Bakraoui aufgetaucht und habe mit Belkaid gesprochen. El Bakraoui und sein Bruder Khalid gehörten zu den drei Brüsseler Selbstmordattentätern.

Der Aufwand für den Brüsseler Prozess ist enorm. Abdeslam sitzt in Frankreich in Untersuchungshaft und wurde in der Nacht von dort nach Brüssel gebracht.

Er kam erst unmittelbar vor Prozessauftakt am Montagmorgen am streng gesicherten Justizpalast im Süden der belgischen Hauptstadt an. Der Transport hin und her soll täglich wiederholt werden. Der Prozess ist zunächst bis Freitag angesetzt, wird aber wohl länger dauern. (leo/sda/dpa)

Dieser Journalist ging durch die Social-Media-Hölle

Video: srf

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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