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Die Wahrscheinlichkeit, ermordet zu werden, war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit um ein Vielfaches höher als heute. (Handy-Nutzer können die Grafik antippen, um sie zu vergrössern.)
grafik: amnesty international Quelle: Eisner 2003

11 Grafiken, die uns beweisen, dass die Menschheit immer besser wird

Gewalt, Krieg und Terror sind in den Medien allgegenwärtig. Doch der Eindruck täuscht. Wir leben heute in der friedlichsten Epoche, seit unsere Spezies existiert. Eine Übersicht in elf leicht verständlichen Grafiken.

19.02.16, 07:28 21.02.16, 10:53


Alles wird immer schlimmer? Von wegen! Wir leben in der besten Epoche der Menschheit. Diese verblüffende These vertritt zumindest der renommierte Evolutionspsychologe und Bestseller-Autor Steven Pinker. Ein paar Beispiele:

Im Zweiten Weltkrieg starben 65 Millionen Menschen, im Ersten Weltkrieg 17 Millionen, im Vietnamkrieg gegen 4 Millionen und im Koreakrieg geschätzt rund 3 Millionen. Und aktuell?

Kriege und Terror in Syrien, Afghanistan oder dem Irak fordern Zehntausende Tote. Doch die Jahrzehnte und Jahrhunderte davor waren weit blutiger.
bild: amnesty international quelle: uppsala conflict data project program

Die Kriege der jüngsten Zeit fordern im Vergleich zu früheren Epochen einen weit geringeren Blutzoll: Anfang der 90er-Jahre forderte der Bosnienkrieg etwa 100'000 Opfer, der Kroatienkrieg geschätzt 25'000 und der Zweite Golfkrieg rund 30'000. Im extrem blutigen Dritten Golfkrieg im Irak starben von 2003 bis zum Ende der Besatzung 2011 zwischen 150'000 und 600'000 Menschen. Zum Vergleich: Dem Sezessionskrieg (Amerikanischer Bürgerkrieg) fielen zwischen 1861 und 1865 rund eine Million Menschen zum Opfer. 

Die Opferzahlen sinken, da heute immer mehr Konflikte auf diplomatischem Weg gelöst werden. Bestes Beispiel ist das Atomabkommen mit dem Iran oder die Versöhnung zwischen den USA und Kuba.

Lesetipp zum Thema Kriege: So blutig waren Amerikas Kriege.

Seit Beginn der amerikanischen Kolonialzeit wurden in den USA über 15'000 Menschen hingerichtet, Tendenz seit dem 17. Jahrhundert stark abnehmend.
bild: amnesty international

Auch Gewalt in der Partnerschaft, Vergewaltigung und sexuelle Gewalt nimmt seit 20 Jahren ab.
bild: amnesty international

Einst verboten, heute vor allem in westlichen Ländern legal und normal: Seit 1960 wird Homosexualität mehr und mehr entkriminalisiert.
bild: amnesty international

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Die Jugendkriminalität in der Schweiz hat von 2009 bis 2014 um 40 Prozent abgenommen.
bild: bundesamt für statistik

Seit 1990 konnte die weltweite Armut drastisch verringert werden. Die Weltbank will den Anteil extrem Armer an der Weltbevölkerung von derzeit 20 Prozent auf 1 Prozent bis 2030 senken.
bild: iwkoeln 

Die Kindersterblichkeit hat sich seit 1990 in allen Weltregionen halbiert. Darunter fallen Todesfälle je 1000 Lebendgeburten von Kindern unter fünf Jahren.
bild: statista

Terroropfer in der EU pro Jahr von 1970 bis 2014

Europa wurde von 1970 bis Mitte der 90er-Jahre wiederholt von Terrorwellen heimgesucht. Aktuell gilt in einigen EU-Staaten wieder erhöhte Terrorgefahr. Doch das subjektive Gefühl täuscht, dass der Terror in Europa effektiv zugenommen hat.
grafik: fivethirtyeight

Zusammengefasst in einer Grafik sieht die Terror-Statistik für Europa für die letzten 45 Jahre wie folgt aus:

Terroropfer in Europa nach Ländern [1970 bis 2015]

Die meisten europäischen Terrororganisationen des letzten Jahrhunderts haben sich aufgelöst oder den bewaffneten Kampf aufgeben. Das widerspiegelt sich in den Opferzahlen, die in Europa seit den 90ern stark gesunken sind.
bild: statista

Terroristische Vorfälle in der Schweiz von 1970 bis 2014

Wie in Europa nehmen auch in der Schweiz als terroristisch eingestufte Vorfälle ab. Nach einem Hoch um 1980 gibt es inzwischen null bis drei Ereignisse jährlich, die seit 1995 allesamt nicht tödlich endeten.
bild: global terrorism database

In der Schweiz forderte der Terrorismus seit 1898 60 Tote, was statistisch gesehen 0,5 Opfern pro Jahr entspricht. Eine Übersicht über den Terror in der Schweiz hat die Berner Zeitung publiziert.

Lesetipp zum Thema: Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Warum wir die Welt schlechter sehen, als sie ist, erklärt der Evolutionspsychologe Steven Pinker in diesem Interview: «Friedensprophet mit Taschenrechner».

Steven Pinker, 61, zählt zu den massgeblichen Intellektuellen der USA. Seit 2003 ist er Professor für Psychologie an der Universität Harvard. Seine Forschungen zur Evolution von Sprache und Denken machten ihn Anfang der 90er-Jahre weltberühmt. Pinker ist Autor mehrerer Bestseller und schreibt regelmässig für die «New York Times». Sein Werk «Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit» ist 2011 im Fischer-Verlag erschienen.

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Übrigens: Auch wenn viele das Gefühl haben, auf der Welt gehe alles den Bach hinunter: Das abgelaufene 2015 war das vermutlich beste Jahr in der Geschichte der Menschheit

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Pointer 20.02.2016 18:35
    Highlight Die Grafik über Schwangerschaftsabbrüche fehlt noch, aber ich befürchte die würde nicht ins Bild passen...
    3 6 Melden
  • adi37 20.02.2016 07:39
    Highlight Dieser Artikel, jetzt, vor der Abstimmung über die DSI, hat einen Grund: Es soll den Leuten suggeriert werden, dass die Völker friedlicher geworden seien, unterschwellig gemeint, dass die DSI nicht nötig sei! Dabei ist die Kriminalität der Zugewanderten in die CH, in den letzten 20 Jahren anteilmässig explodiert. Unbestritten ist, dass etwas gehen sollte. Die Richter und die bearbeitende Industrie für Straffällige, nehmen die Gelder des Staates gerne, weil sie üppig fliessen.
    Diejenigen, welche die Straffälligen „umarmen“ wollen (neue Schäfchenplakate) können das, auch nach Annahme der DSI!

    7 24 Melden
  • DerTaran 19.02.2016 13:16
    Highlight Ich glaube, dass viele Dinge, die man als Übel der heutigen Zeit ansieht, dafür verantwortlich sind, dass es uns global gesehen besser geht als je zuvor: "Globalisierung, Feminismus, Sexualisierung, offene Grenzen, gesellschaftliche Liberalität, Tourismus, Pornographie, Individualisierung, abnehmende Religiosität, Morallosigkeit (im konservativen Sinn), Konsumgesellschaft, Internet, soziale Netzwerke, usw."
    Alles was in den guten alten Zeiten vornehmlich besser war, beschert uns heute Sicherheit und Freiheit.
    12 1 Melden
  • Doggy 19.02.2016 13:03
    Highlight Ich finde es etwas bedenklich, von der Menschheit und der Welt zu sprechen, während sich die Grafiken teils nur auf Westeuropa beziehen...
    15 0 Melden
  • Wilhelm Dingo 19.02.2016 09:41
    Highlight Yeah! Es gibt sehr viele good news, bitte bringt diese auch weiterhin verstärkt.
    21 4 Melden
  • lofi 19.02.2016 09:17
    Highlight ich find die grafiken interessant. tendenziös ist die zusammenstellung aber schon. man kann nicht eine statistik, die um 1300 beginnt, neben eine statistik stellen, die 2009 beginnt, und dann sagen: seht ihr, die menschheit wird immer besser. das muster bei den abgebildeten statistiken ist, dass als anfang ein zeitpunkt gewählt wird, in dem es in der entsprechenden frage grad besonders schlimm war. würde z.b. die statistik zu den kriegstoten früher beginnen, würde man auch sehen, dass es im 20. jahrhundert am meisten kriegstote gab. ob man da von kontinuierlicher verbesserung reden kann...
    38 4 Melden
    • INVKR 19.02.2016 10:40
      Highlight Absolut gesehen gab es sicher im 20 Jh. am meisten Kriegstote. Relativ an der Bevölkerungszahl gemessen, bin ich mir nicht so sicher. Gibt es hierzu Statistiken?
      11 0 Melden
    • Toerpe Zwerg 19.02.2016 10:42
      Highlight würde man die Kriegstoten allerdings "gewichten", also in Relation zur Weltbevölkerung setzen, dürfte das 20. Jh. histotrisch als das friedlichste ever bestätigt werden. Krass, gell!
      14 2 Melden
    • lofi 19.02.2016 17:49
      Highlight @ ivkr & toerpe: ja, wenn mans prozentual anschaut, gabs auch schon mehr kriegstote (siehe dazu auch das verlinkte interview mit pinker). das "friedlichste ever" wäre das 20. jahrhundert trotzdem nicht gerade. wenn mans prozentual anschaut, gabs mal friedlichere, mal weniger friedliche zeiten. von einer steten verbesserung kann man trotzdem noch nicht sprechen. ich glaub auch, dass beide statistiken, die absolute und die prozentuale relevant sind. je mehr menschen es gibt, desto unwahrscheinlicher ist es schliesslich, dass ein grosser prozentsatz im krieg getötet wird.
      1 1 Melden
    • Alle haben bessere Namen als ich. 20.02.2016 11:32
      Highlight Ich hätte jetzt das 19. Jhd. als guten Kandidaten geschätzt. Wenn ich's richtig im Kopf habe, ist der Dreissigjährige Krieg ganz vorne mit dabei.
      1 0 Melden
  • Chlinae_Tigaer 19.02.2016 09:12
    Highlight Zitat; ... Evolutionspsychologe... Zitatende

    Was es nicht alles gibt?

    *Staun* (zum zweiten, an diesem Tage).
    6 14 Melden
  • LaPaillade #BringBackHansi 19.02.2016 09:05
    Highlight Geht man davon aus, dass gegen 1500 das Mittelalter zu Ende ist, ist es spannend zu sehen, dass die Mordrate bereits damals deutlich am abnehmem war.
    7 1 Melden
  • Triumvir 19.02.2016 08:52
    Highlight Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast...Der Mensch ist und bleibt leider eine ziemlich primitive, dumme Spezies und das ist schlecht so und wird sich vor allem nie ändern.
    14 21 Melden
    • saukaibli 19.02.2016 10:10
      Highlight Ich denke, eine primitive und dumme Spezies hat nicht die Fähigkeit, einen ganzen Planeten zu zerstören, so wie es die Menschheit gerade macht. Leider fehlt ihr die Fähigkeit über die eigene Generation hinaus zu denken oder mehr als eine Generation zurückzudenken.
      4 6 Melden
    • Toerpe Zwerg 19.02.2016 18:11
      Highlight Und beide liegen komplett falsch mit ihrem sauren Kulturpessimismus.
      5 3 Melden
  • DerTaran 19.02.2016 08:32
    Highlight Spannender Artikel, ich hatte mir sowas schon gedacht. Auch das Interview von Pinker ist sehr interessant. Wenn ich mich an die vielen Nachrichten über heisse Kriege aus der Zeit des kalten Krieges zurück erinnere, dann kann ich schon nachvollziehen, dass die Welt friedlicher geworden ist.
    10 3 Melden
  • Toerpe Zwerg 19.02.2016 08:30
    Highlight Selbstverstaendlich leben wir in den besten und Friedlichsten Zeiten der Menschheitsgeschichte. Die Zivilisierung schreitet voran. Die Geschichte lehrt aber auch, dass solche Epochen relativer Friedfertigkeit abrupt zu Ende gehen und in Caos und Zerstoerung muenden koennen.
    23 4 Melden
  • Domino 19.02.2016 08:00
    Highlight Keine Ahnung woher die Zahlen zum Terror stammen. 2015 waren es weit mehr Opfer von Terror als die 147 von Paris (Bataclan). Man erinnere sich an Charlie Hebdo, Graz, dem Wachmann der Synagoge, der britische Soldat mit dem Beil, der abgeschnittene Kopf um Paris, Kopenhagen, Touluse, mehrmaliges überfahren von Fussgängern in Frankreich...
    8 5 Melden
  • swissda 19.02.2016 07:49
    Highlight Schön zu sehen, dass die Welt "auf einem besseren Weg" ist. Erschreckend aber nach wie vor die Anzahl sexueller Gewaltdelikte :-( Ich kann nur hoffen, dass es auch da endlich ein Umdenken stattfindet...
    12 2 Melden
  • Marco Businger 19.02.2016 07:40
    Highlight Echt jetzt? So eine Statistik ist logisch! Früher war es üblicher ermordet zu werden, da die Menschen früher nichts anderes kannt um an Geld, Lebensmittel und etc. zu kommen!!! Was soll diese Statistik?
    2 28 Melden

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