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Smoke rises from the Resorts World Manila complex, early Friday, June 2, 2017, in Manila, Philippines. Gunshots and explosions rang out early Friday at a mall, casino and hotel complex near Manila's international airport in the Philippine capital, sparking a security alarm amid an ongoing Muslim militant siege in the country's south. (AP Photo/Bullit Marquez)

Beim Angriff sei niemand getötet worden. Bild: Bullit Marquez/AP/KEYSTONE

Angriff auf Hotelkomplex in Manila: Trotz «IS»-Bekenntnis kein Terrorakt vermutet



Nach einem Überfall auf einen Hotel- und Casinokomplex in der philippinischen Hauptstadt Manila hat sich der mutmassliche Täter selbst getötet. Der Mann verbrannte sich in der Nacht zum Freitag in dem Hotelzimmer, in dem er sich verbarrikadiert hatte.

Zuvor war er laut Polizeiangaben mit einer Waffe in der Hand in die Anlage «Resorts World Manila» gestürmt und hatte um sich geschossen. Mehr als 50 Menschen wurden dabei verletzt.

Der Überfall löste Panik in dem Komplex aus. Viele Besucher vermuteten offenbar einen Angriff von mehreren Terroristen. Als sie versuchten, aus der Anlage zu fliehen, gab es die meisten Verletzten. Mehrere Menschen sprangen sogar aus Fenstern. Ein Sicherheitsbeamter schoss sich aus Versehen selbst an.

Kein Terrorakt vermutet

Der Polizeichef der Philippinen, Ronald dela Rosa, schloss einen terroristischen Hintergrund aus. «Wir können sagen, dass dies kein terroristischer Akt war», sagte er nach der Entdeckung des Toten. Dela Rosa widersprach damit auch Behauptungen der islamistischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die den Überfall im Internet für sich reklamiert hatte. Dies sei nur Propaganda.

Allerdings war die Situation auch Stunden nach dem Überfall noch unübersichtlich. Die Polizei hatte zunächst auch von einem getöteten Zivilisten berichtet. Erst später wurde deutlich, dass es sich dabei vermutlich um den Täter handelt. Zu seiner Identität gab es zunächst keine näheren Angaben. Über den Hintergrund der Tat wurde spekuliert.

Jetons gestohlen

Manilas Polizeichef Oscar Albayalde sagte im Radiosender DZBB: «Das ist das Werk eines Verrückten. Vielleicht war er spielsüchtig, hat all sein Geld verloren und ist dann durchgedreht.» Nach Angaben der Polizei wurden in einem Rucksack des Toten gestohlene Spiel-Jetons im Wert von umgerechnet rund zwei Millionen Franken entdeckt.

Der mit einem Schnellfeuergewehr bewaffnete Mann hatte die Anlage kurz vor Mitternacht gestürmt. Nach Angaben der Polizei schoss er auf Fernseher und Bildschirme und steckte mehrere Spieltische in Brand.

Eine der Angestellten, Maricel Navarro, sagte: «Ich kam gerade von meiner Pause zurück, als ich Leute rennen und schreien sah. Alle waren in Panik. Manche haben gesagt, dass ISIS geschrien wurde.» ISIS ist eine andere Abkürzung für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Vereinigte Staaten reagieren

In den USA reagierte Präsident Donald Trump umgehend. Er zeigte sich erschüttert vom Angriff auf die Hotelanlage. «Unsere Gebete und Gedanken sind mit den Opfern», sagte Trump.

«Was in Sachen Terrorismus für eine Welle durch die Welt geht, ist wirklich traurig.» Das amerikanische Aussenministerium rief US-Bürger auf den Philippinen dazu auf, die Gegend um die Hotelanlage zu meiden.

In lokalen Medienberichten hiess es, die Polizei sei mit starken Kräften angerückt und habe das Gelände abgeriegelt, während Passanten flüchteten. Es habe Verletzte gegeben. Augenzeugen berichteten, mehrere Angreifer seien in dem Gebäude des Resorts World Manila.

Auf den Philippinen führt die Armee einen Kampf gegen islamistische Rebellen. Gefechte gab es in den vergangenen Tagen vor allem um die südphilippinische Stadt Marawi.

Bei den Islamisten handelt es sich überwiegend um Angehörige einer lokalen Terrorgruppe namens Maute, die dem Islamischen Staat (IS) ihre Treue geschworen hat.

Im Süden der mehrheitlich katholischen Philippinen kämpfen muslimische Separatisten seit den 1960er Jahren für Autonomie.

Schwieriger Kampf

Die Armee geht mit grosser Härte gegen die Islamisten vor und hatte dabei am Vortag aus Versehen auch mindestens elf eigene Soldaten getötet. Die Männer kamen nach Angaben des Verteidigungsministeriums vom Donnerstag in der umkämpften Stadt Marawi bei einem Luftangriff ums Leben, der eigentlich Aufständischen galt. Damit stieg die Zahl der Todesopfer seit Ausrufung des Kriegsrechts über die Philippinen-Insel Mindanao vergangene Woche bereits auf mehr als 180.

Die Stadt auf Mindanao - etwa 800 Kilometer südlich von Manila - ist seit Dienstag vergangener Woche zwischen Regierungstruppen und Rebellen heftig umkämpft. Von den eigentlich mehr als 200'000 Einwohnern sind Zehntausende geflohen. 

Auf Anordnung von Präsident Rodrigo Duterte gilt für die gesamte Insel Minadano mit mehr als 20 Millionen Bewohnern das Kriegsrecht. Der Präsident drohte auch schon damit, das Kriegsrecht auf das ganze Land auszuweiten. (sda/dpa/afp)

In den Philippinen kämpfen muslimische Aufständische seit vier Jahrzehnten gegen die Regierung des mehrheitlich katholischen Landes. Mehr als 120'000 Menschen wurden bei diesen Konflikten getötet.

In der Region Mindanao, die aus der gleichnamigen grossen Insel und weiteren kleineren Inseln besteht, verüben Mitglieder islamistischer Gruppen in ihrem Kampf für Unabhängigkeit oder Autonomie immer wieder Anschläge oder Überfälle. (sda/afp)

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