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Der belgische Premierminister Charles Michel (l.) und der frnzösische Präsident François Hollande am 18. März an der gemeinsamen Medienkonferenz in Brüssel. 
Bild: ERIC VIDAL/REUTERS

Reaktionen auf Terror-Einsatz: Hollande erwartet rasche Auslieferung Abdeslams

Der bei einer Razzia festgenommene Terrorverdächtige Salah Abdeslam soll schnellstmöglich nach Frankreich ausgeliefert werden. Die Gefährdungslage habe sich den Worten von Präsident Hollande zufolge kaum geändert.

19.03.16, 07:58

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Der französische Präsident François Hollande sagte bei einer Pressekonferenz mit dem belgischen Premierminister Charles Michel in Brüssel, dass der festgenommene Salah Abdeslam nach den vorliegenden Erkenntnissen unmittelbar an der Vorbereitung und Organisation der Anschläge in Paris beteiligt gewesen sei. Dieser Erfolg sei «äusserst wichtig im Kampf für Demokratie» und gegen den Extremismus, sagte Michel.

«Überall, in Belgien wie in Frankreich, ist die Bedrohung sehr gross.»

Präsident Hollande

Hollande gehe davon aus, dass die französischen Justizbehörden schnell einen Auslieferungsantrag stellen. Für Samstag kündigte er eine Sitzung des Sicherheitsrats des Landes an.

Hollande sagte, die Zahl derjenigen, die sich an der Vorbereitung der Anschläge in irgendeiner Art und Weise beteiligt hätten, sei grösser als zunächst angenommen. Aufgabe der Ermittler sei es, alle zu identifizieren. «Diese Arbeit muss fortgeführt werden», sagte Hollande. «Wir sind mit extrem grossen Netzwerken konfrontiert.» Die Festnahme ändere kaum etwas an der Gefährdungslage. «Überall, in Belgien wie in Frankreich, ist die Bedrohung sehr gross», sagte er.

In Molenbeek verhaftet

Die belgische Polizei hatte Abdeslam bei einer Razzia in Molenbeek festgenommen. Die Beamten fassten damit den Hauptverdächtigen der Pariser Attentate im November (lesen Sie hier mehr) und vier weitere Personen. Abdeslam war bei dem Einsatz verletzt worden.

Der französische Präsident Hollande hatte am frühen Abend den EU-Gipfel verlassen, um mit den belgischen Premier Michel in dessen Amtssitz kurz nach 18 Uhr zusammentreffen. Dieser hatte zuvor bereits fluchtartig das EU-Treffen verlassen. Michel twitterte später ein Bild mit Hollande, «Besprechung des Polizeieinsatzes mit Präsident Hollande».

Die Staatsanwaltschaft hatte kurz zuvor bestätigt, dass nach der Schiesserei am Dienstag eine neue Spur des mutmasslich an den Pariser Anschlägen beteiligten Abdeslam entdeckt worden sei. In einer gestürmten Wohnung im Brüsseler Vorort Forest hatten die Ermittler seine Fingerabdrücke gefunden. Bei dem Polizeieinsatz wurden ein Mann getötet und vier Beamte verletzt.

brt/heb/dpa/AFP

Paris-Attentäter Abdeslam in Belgien verhaftet

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Bucky 19.03.2016 10:29
    Highlight "Dieser Erfolg sei 'äusserst wichtig im Kampf für Demokratie' und gegen den Extremismus, sagte Michel", zitiert Watson den belgischen Premier. Bloss: was hat die Bekämpfung von Gewaltverbrechen (darunter auch religiös motivierte Anschläge auf die säkulare Gesellschaft, ihre Institutionen und Infrastruktur) denn mit einem "Kampf für Demokratie" oder "Demokratie" überhaupt zu tun? Auch Länder mit anderen, nicht minder legitimen politischen Systemen bekämpfen Terrorismus. Demnach kann die Festnahme mutmasslicher Terroristen nicht wirklich exklusiv "im Kampf für Demokratie" wichtig sein. Oder?
    6 0 Melden
    • Paganapana 19.03.2016 11:36
      Highlight Es hört sich gut an, deshalb sagen sie es.
      1 0 Melden
    • Beobachter24 19.03.2016 13:40
      Highlight Tatsächlich sind Terroranschläge *die* Ereignisse um tiefe Einschnitte in Demokratie vorzunehmen.

      In Frankreich herrscht immer noch der Ausnahmezustand und die Überwachung der Bürger (als Dauerzustand) wurde verschärft (vgl. faz: http://goo.gl/uZ8eWm, deutsche-wirtschafts-nachrichten: http://goo.gl/nZwM94, voltairenet: http://goo.gl/xG1TIm).

      Man darf gespannt sein, wann die westlichen Demokratien damit anfangen den Terror wirklich an der Wurzel zu bekämpfen und auszutrocknen (washingtonsblog: http://goo.gl/0T1T85).
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