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epa04667708 Members of the Tunisian security services take up a position after gunmen reportedly took hostages near the country's parliament, outside the National Bardo Museum, Tunis, Tunisia, 18 March 2015. According to local reports eight people were killed, mostly tourists, when gunmen attacked the popular Bardo museum, allegedly taking others hostage as members of the security services deploy around the museum's buildings allegedly trading fire with the militants inside.  EPA/MOHAMED MESSARA

Bild: MOHAMED MESSARA/EPA/KEYSTONE

Geiselnahme in Tunesien: Ein Anschlag auf die junge Demokratie

Tunesiens Wirtschaft steckt seit Jahren in der Krise, Dschihadisten breiten sich aus. Bei einem Anschlag in der Hauptstadt starben jetzt 19 Menschen, darunter viele Touristen. Für die noch junge Demokratie ist das ein herber Rückschlag.

Raniah Salloum / spiegel online

Ein Artikel von

Spiegel Online

Millionen von Touristen haben im vergangenen Jahr ihre Ferien in Tunesien verbracht, beinahe wieder so viele wie vor den Aufständen 2011. Die meisten Touristen kommen wegen der Strände, manche auch wegen der Ruinen von Karthago, der Altstadt von Kairouan, Djerba, dem archäologischen Bardo-Museum in Tunis.

Doch zwei dieser beliebten Ziele stehen jetzt auch für den Terror:

Bisher hat sich noch keine Organisation zum Anschlag auf das Bardo-Museum bekannt. Auf Twitter feierten zwar Anhänger des «Islamischen Staates» (IS) die Tat. Doch genauso könnte erneut wieder al-Qaida dafür verantwortlich sein. Al-Qaida in Nordafrika (AQMI) rief erst kürzlich zu Anschlägen in Tunesien auf.

IS und al-Qaida konkurrieren um Anhänger

In Tunesien gibt es sowohl Gruppen, die sich zum IS bekennen, als auch Organisationen, die al-Qaida die Treue halten. In der perversen Logik der Radikalen ist es sogar möglich, dass diese Rivalität unter den Dschihadisten in Tunesien bei dem Anschlag eine Rolle gespielt hat: Eine Gruppe könnte durch das Attentat versucht haben, sich als besonders «attraktiv» für neue Anhänger darzustellen.

Attentat in Tunis

Die Lage in Tunesien ist damit heute ganz anders als zum Zeitpunkt der Anschläge von Djerba. Damals gab es in dem Land nur vereinzelt Dschihadistenzellen, obwohl radikale Tunesier bereits zu den Kriegen in Bosnien oder Afghanistan reisten. Inzwischen jedoch gibt es in dem nordafrikanischen Staat eine grosse gewaltbereite salafistische Bewegung.

Die Dschihadisten sind vor allem in den wirtschaftlich vernachlässigten Gegenden des Landes aktiv - den Vororten von Tunis und den Provinzen im Inneren des Landes. Deshalb war jetzt der Schock für die Tunesier gross, als der islamistische Terror im Zentrum der Hauptstadt zuschlug, wo junge Frauen und Männer gerne die Prachtstrassen entlangflanieren und auf den Terrassen der Cafés Espresso trinken.

Die Dschihadisten haben sich rasant ausgebreitet

«Seit Ende 2012 ist auch in Tunesien Dschihadismus ein manifestes Problem», warnte vor kurzem die Stiftung Wissenschaft und Politik, ein renommierter aussenpolitischer Thinktank in Berlin. Die Sicherheitsprobleme würden bereits die Demokratisierung in dem Land gefährden.

Mehrere Faktoren ermöglichten es den Dschihadisten, sich in dem Land auszubreiten.

Ob der Anschlag auf das Museum von einer kleinen, isolierten Zelle oder einer grösseren einheimischen Gruppe ausgeführt wurde, ist noch unklar. Doch die Morde werfen ein Schlaglicht auf Tunesiens Sicherheitslage: Tunesiens Demokratie ist in Gefahr.

Zusammengefasst: Mehr als 20 Menschen starben bei einem Anschlag auf das Bardo-Museum in Tunis. Das Attentat ist ein Beleg für die fragile Sicherheitslage in dem Land. Denn Dschihadisten sind stark vertreten.



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