International

Bild: DAI KUROKAWA/EPA/KEYSTONE

Zwei Jahre nach Terroranschlag: Westgate-Mall in Nairobi wieder eröffnet

18.07.15, 12:44 18.07.15, 14:16

Fast zwei Jahre nach dem Anschlag mit 67 Toten ist das Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi wieder eröffnet worden. Der Gouverneur der kenianischen Hauptstadt, Evans Kidero, und der Besitzer von Kenias grösster Supermarktkette Nakumatt, Atul Shah, durchschnitten am Samstag ein Band vor dem Eingang und gaben das Einkaufszentrum damit wieder für die Öffentlichkeit frei. Die Besucher mussten durch neu installierte Metalldetektoren wie am Flughafen gehen.

Am 21. September 2013 hatten mit Sturmgewehren und Handgranaten bewaffnete Islamisten das vornehmste Einkaufszentrum Nairobis gestürmt. Mindestens 67 Menschen wurden getötet und viele weitere verletzt. Erst nach vier Tagen gelang es Kenias Sicherheitskräften, die Angreifer zu töten. Das Gebäude wurde bei dem Anschlag stark beschädigt und musste monatelang renoviert werden.

Unter den ersten Einkäufern war auch Ben Mulla, der bei der viertägigen Belagerung der Mall verletzt wurde. «Wir sind gespannt, weil wir wieder auf die Beine gekommen sind und die Welt davon überzeugen können, dass wir uns vom Terrorismus nicht unterkriegen lassen», sagte der 34-Jährige. Die 23-jährige Rachael Logilan sagte, sie habe nach dem Anschlag drei Monate lang Albträume gehabt. In dem neuen Einkaufszentrum fühle sie sich aber sicher.

Zu dem Anschlag hatte sich die islamistische Shabaab-Miliz bekannt, die im Nachbarland Somalia gegen die Regierung kämpft. Sie bezeichnete das Attentat als Vergeltung für die Beteiligung der kenianischen Streitkräfte an der Militärmission der Afrikanischen Union (AU), die Somalias reguläre Armee im Kampf gegen die Miliz unterstützt.

Seit dem Angriff auf das Westgate-Einkaufszentrum gab es in Kenia noch viele weitere Anschläge. Der bislang schlimmste war das Massaker an der Universität von Garissa mit 148 Toten im April. (sda/afp)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 18.07.2015 14:00
    Highlight Kenia zahlt den Preis dafür, dass es mit seinen beschränkten Mittel das versucht, was die internationale Gemeinschaft verweigert: Verhindern, dass Somalia gänzlich Keimzelle und Brutstätte neuer Islamisten wird. Das ein weiterer Landstrich an Banditen und Fanatiker verloren geht.
    4 0 Melden

Geiselnahme in Tunesien: Ein Anschlag auf die junge Demokratie

Tunesiens Wirtschaft steckt seit Jahren in der Krise, Dschihadisten breiten sich aus. Bei einem Anschlag in der Hauptstadt starben jetzt 19 Menschen, darunter viele Touristen. Für die noch junge Demokratie ist das ein herber Rückschlag.

Millionen von Touristen haben im vergangenen Jahr ihre Ferien in Tunesien verbracht, beinahe wieder so viele wie vor den Aufständen 2011. Die meisten Touristen kommen wegen der Strände, manche auch wegen der Ruinen von Karthago, der Altstadt von Kairouan, Djerba, dem archäologischen Bardo-Museum in Tunis.

Doch zwei dieser beliebten Ziele stehen jetzt auch für den Terror:

Bisher hat sich noch keine Organisation zum Anschlag auf das Bardo-Museum bekannt. Auf Twitter feierten zwar Anhänger …

Artikel lesen