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Vergeltung nach Uni-Massaker: Kenia bombardiert Terror-Camps in Somalia

Wenige Tage nach dem Massaker in der kenianischen Stadt Garissa übt die Regierung in Nairobi offenbar Vergeltung. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters flogen kenianische Kampfbomber Angriffe auf Terror-Camps in Somalia.

06.04.15, 12:01 06.04.15, 17:18

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Seit Sonntag herrscht in Kenia Staatstrauer. Der Schock über das Massaker mit fast 150 Toten an der Universität Garissa sitzt tief. Und die Regierung in Nairobi übt offenbar schon Vergeltung für die blutige Tat.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll die kenianische Luftwaffe bereits am Sonntag zwei Lager der Schabab-Miliz im Nachbarstaat Somalia bombardiert haben. Kampfflugzeuge hätte die Lager in Gondodowe und Ismail unter Beschuss genommen, berichtet Reuters unter Berufung auf eine anonyme Militärquelle. Welche Schäden dabei angerichtet wurden, liesse sich wegen der dichten Bewölkung schwer abschätzen.

Blutbad an kenianischer Universität

Am Donnerstag waren bei einem Terrorangriff in der Stadt Garissa 142 Studenten und sechs Sicherheitskräfte getötet worden. Vier Schabab-Attentäter hatten den Universitäts-Campus im Morgengrauen gestürmt, dutzende Studenten erschossen und weitere als Geiseln genommen. Während die Täter Muslime freiliessen, ermordeten sie systematisch Christen. Berichten zufolge erschossen sie jeden, der Fragen zum Koran nicht beantworten konnte. Erst am Abend, nach 15 Stunden, beendete die Polizei das Blutbad.

Christen und Muslime rufen zu Besonnenheit auf

Es war nicht der erste blutige Terroranschlag der Schabab-Miliz in Kenia. Die mit al-Kaida verbundene Terrororganisation kämpft seit Langem für einen Abzug der kenianischen Truppen aus Somalia, wo diese am internationalen Einsatz gegen die Schabab beteiligt sind. Zudem will sie nach eigenen Angaben Rache für die angeblich schlechte Behandlung von Muslimen in Kenia nehmen. Im Herbst 2013 waren bei einem Angriff auf ein Einkaufszentrum in Nairobi 39 Menschen zu Tode gekommen. Seit April 2013 sollen Schabab-Terroristen in Kenia insgesamt mehr als 400 Menschen getötet haben.

Die 120'000-Einwohner-Stadt Garissa steht nach dem Massaker unter Schock. Präsident Uhuru Kenyatta warnte davor, Muslime zu Sündenböcken zu machen: «Gerechtfertigter Zorn» dürfe nicht dazu führen, «jemanden zum Opfer zu machen, denn dies würde nur den Terroristen nutzen».

Der anglikanische Erzbischof Eliud Wabukala sagte bei einem Ostergottesdienst in der Kathedrale von Nairobi, die Terroristen wollten Angst und Zwietracht in der Gesellschaft säen, «aber wir sagen ihnen, ihr werdet niemals siegen». Auch der stellvertretende Vorsitzende des Rats der Muslime in Kenia, Hassan Ole Naado, forderte zum Zusammenhalt auf. Kenia befinde sich im «Krieg, und wir müssen alle zusammenstehen». Der Muslim-Rat werde dazu beitragen, Geld für die Beerdigung der 148 Todesopfer des Massakers und für die Behandlungskosten der zahlreichen Verletzen aufzubringen.

(stk/Reuters/dpa/AFP)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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