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Der einäugige Al-Kaida-Chef Belmokhtar lebt doch

Die libysche Regierung verkündete seinen Tod - jetzt meldet al Kaida, dass der Dschihadistenführer Mokthar Belmokhtar wohlauf ist. 

19.06.15, 10:32 19.06.15, 16:58

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Bild: EPA/FBI

Das Terrornetzwerk al-Kaida hat Meldungen über den Tod des algerischen Dschihadistenführers Mokhtar Belmokhtar dementiert. Er sei noch am Leben und es gehe ihm gut, hiess es in einer Mitteilung der Extremistengruppe auf islamistischen Internetseiten. Das eigentliche Ziel eines US-Luftangriffs seien libysche Kämpfer gewesen.

Vergangene Woche hatten US-Kampfjets mehrere Bomben über Libyen abgeworfen - es war der erste Luftangriff der Amerikaner seit dem Einsatz 2011 zum Sturz von Muammar al-Gaddafi. Daraufhin hatte die international anerkannte libysche Regierung den vermeintlichen Tod Belmokhtars verkündet.

Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte dem französischen Sender BFMTV am Donnerstag, es sei «wahrscheinlich», das Belmokhtar bei dem Angriff getötet worden sei. Der Luftangriff habe einem Ort gegolten, an dem sich der Dschihadist aufgehalten haben soll. Dennoch könne der Tod des Extremisten nicht offiziell bestätigt werden.

Die Gruppe al-Mourabitoun, deren Anführer Belmokhtar ist, sowie die libysche Dschihadistengruppe Ansar al-Scharia hatten den Tod Belmokhtars bereits am Donnerstag dementiert. Belmokhtar wurde schon oft für tot erklärt.

Mokhtar Belmokhtar ist al-Kaidas wichtigster Mann in Afrika. Seine Anschläge nehmen nicht-muslimische Ausländer ins Visier:

Er war Drahtzieher der Geiselnahme in Algerien 2013, bei der mindestens 37 Japaner, Briten, Norweger und andere Gastarbeiter getötet wurden.

Im März dieses Jahres starben bei einem von ihm geplanten Anschlag auf einen Nachtklub in Mali fünf Menschen, darunter zwei Europäer.

Libyen ist neben Syrien zu einer der wichtigsten Hochburgen für Dschihadisten geworden. Die USA haben in Libyen bereits zweimal eingegriffen auf der Jagd nach Top-Terroristen: 2013 entführten US-Soldaten den libyschen Qaida-Anführer Abu Anas al-Libi, der im Januar an Leberkrebs starb. 2014 nahmen US-Soldaten Ahmed Abu Khatalla gefangen, Bengasi-Anschlagsplaner und Chef der libyschen «Ansar al-Scharia», der in den USA nun vor Gericht steht.

kry/AFP/Reuters

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Brikne, 20.7.2017
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