International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05220114 Crime scene police investigators inspect the site after an explosion in Istiklal Street in Istanbul, Turkey, 19 March 2016. At least five people were killed Saturday in a suicide bomb attack on Istiklal Street, central Istanbul, according to the local governor. 20 people were also injured in the attack, with media reports stating that at least one is in a critical condition.  EPA/STR

Nahezu 200 Menschen sind dem Terror in der Türkei in den letzten Wochen zum Opfer gefallen.
Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Der Terror hat die Türkei im Würgegriff

Schon wieder ein Anschlag, schon wieder in der Türkei. Ein Selbstmordattentäter hat in Istanbuls Innenstadt fünf Menschen getötet und mindestens 36 verletzt. Der Terror ist in dem Land allgegenwärtig.

19.03.16, 18:26 19.03.16, 19:01


Ein Artikel von

Videos, die das Geschehen zufällig festgehalten haben, zeigen zunächst normale Geschäftigkeit am Samstagvormittag. Menschen bummeln die beliebteste Einkaufsstrasse Istanbuls entlang, die Istiklal-Strasse, - bis mit Wucht Feuer aus einem Haus schiesst.

Als der Rauch sich legt, liegen Menschen am Boden. Andere rappeln sich hoch und laufen weg. Fünf Menschen seien gestorben, darunter ein Selbstmordattentäter, der die Explosion ausgelöst haben soll, erklärt später der Gouverneur von Istanbul. Unter den Toten sind mindestens ein Israeli und ein Iraner.

36 Passanten wurden teils schwer verletzt. Unter den Verletzten sind zahlreiche Ausländer, unter ihnen mehrere Israelis und Iren.

Bewaffnete Polizisten riegelten nach der Explosion die Strasse ab. Krankenwagen rasten zum Anschlagsort. Hubschrauber flogen über der Einkaufszone, die von Passanten fluchtartig verlassen wurde. Auf Fernsehbildern war der Abtransport von Verwundeten in der belebten Strasse zu sehen.

Der Selbstmordattentäter soll nach Darstellung eines türkischen Regierungsmitarbeiters ursprünglich ein anderes Ziel gehabt haben. Demnach wollte er den Sprengsatz an einem belebteren Ort zur Explosion bringen, wurde aber von der Polizei abgeschreckt und zündete dann in Panik die Bombe.

Die Strasse war weniger bevölkert als an Wochenenden üblich. Offenkundig waren viele Menschen angesichts der vergangenen Anschläge in der Türkei zu Hause geblieben.

Nur ein paar Strassenzüge entfernt liegen das deutsche Generalkonsulat und die deutsche Schule. Beide Einrichtungen waren wie die deutsche Botschaft in Ankara am Donnerstag wegen Terrorwarnungen aus islamistischen Kreisen vorsorglich geschlossen worden.

Das deutsche Auswärtige Amt hatte am Samstag noch nicht entschieden, ob die Vertretungen am Montag wieder geöffnet werden sollen. Nach dem Anschlag warnte das Bundesaussenministerium deutsche Touristen in der türkischen Metropole, zunächst in ihren Hotels zu bleiben.

In den Hotels sollten sie sich über Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts informiert halten, teilte das Ministerium am Samstag mit. Anweisungen der türkischen Sicherheitskräfte sei unbedingt Folge zu leisten.

Verantwortlich für den Anschlag könnte die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS), die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK oder eine ihr nahestehende Gruppierung sein, spekulierten Mitarbeiter der türkischen Regierung.

Der türkische Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu sagte: «Ich verurteilte die, die Menschen und damit die Menschheit töten.» Es werde ermittelt.

Police forensic experts inspect the area after a suicide bombing in a major shopping and tourist district in central Istanbul, Turkey March 19, 2016. REUTERS/Huseyin Aldemir       TPX IMAGES OF THE DAY

Polizei und Rettungskräfte am Ort des Anschlags in Istanbul.
Bild: HUSEYIN ALDEMIR/REUTERS

Der Kampf gegen den Terrorismus werde mit voller Härte fortgeführt, sagte der türkische Aussenminister Mevlüt Çavuolu. Türkische Sicherheitskräfte hätten bereits drei kurdische PKK-Kämpfer an der Grenze zu Syrien gefasst oder getötet, zitiert die Agentur Reuters einen Beamten. Die Getöteten hätten weitere Anschläge geplant.

«Schreckliche Szenen»

«Der Terror hat sein hässliches Gesicht gezeigt», sagte der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu. Die Frontfrau der britischen Pop-Band Skunk Anansie wurde nach eigenen Worten Zeugin des tödlichen Anschlags. «Massive Bombenexplosion vor unserem Hotel», schrieb Skin auf Twitter. «Ich bin ok, sehr erschüttert, tote Menschen, schreckliche Szenen.»

Das Gebäude habe gezittert und viele Menschen seien verletzt. «Die Stadt ist gesperrt, überall bewaffnete Polizisten in Zivil, beängstigende Zeiten.»

Die Sicherheitslage in der Türkei ist derzeit äusserst angespannt, immer wieder kommt es in dem Land zu Attentaten. Vor dem kurdischen Neujahrsfest Newroz am Montag wächst die Sorge vor weiteren Anschlägen.

Autobombe explodierte in Ankara

Erst am vergangenen Sonntag waren in der türkischen Hauptstadt Ankara bei einem Anschlag 37 Menschen getötet worden. Die PKK-nahe Splittergruppe «Freiheitsfalken Kurdistans», kurz Tak, übernahm die Verantwortung für das Attentat.

Nahezu 200 Menschen sind dem Terror in der Türkei in den letzten Wochen zum Opfer gefallen. Die Bürger müssen mit der Angst vor weiteren Anschlägen leben.

Terror des sogenannten Islamischen Staates

Intelligent, homophob, autoritätsgläubig: Warum Ingenieure die besten Dschihadisten sind

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Gute Frage: Weshalb werden französisch sprechende Muslime öfter radikal als alle anderen?

«Islamischer Staat», Chemie- und Nuklear-Waffen: Wie real ist die Gefahr?

Amerikas Schattenkrieger jagen «IS»-Anführer

Wir sollten uns an den Terror gewöhnen, aber das können wir nicht

Bilal reist in den Dschihad und rechnet dann mit dem «IS» ab – Kurz darauf ist der Deutsche tot

Kein Mensch versteht Syrien, weil alle von Syrien sprechen, aber etwas anderes meinen

Perfide Propaganda: Wie der «IS» mit «JiHotties» und Social Media westliche Frauen fängt

«Schwangere dürfen nicht verkauft werden»: So grausam regelt der «IS» den Umgang mit den Sex-Sklavinnen

Nein, Herr Trump, Obama ist NICHT der Gründer des «IS» – aber ganz unschuldig ist er auch nicht

Ulrich Tilgner: «Saudi-Arabien ist weltweit einer der Hauptunterstützer radikal-islamischer Strömungen»

Studie zeigt: So denken Muslime weltweit über den «Islamischen Staat»

Alle Artikel anzeigen

boj/AP/AFP/Reuters/dpa

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

38
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • RootAuthority 19.03.2016 23:26
    Highlight Es ist halt auch nicht so weit bis Istanbul. Man muss auch mal an die Kosten denken ...
    1 7 Melden
  • jenny.janghir 19.03.2016 16:11
    Highlight


    ich bin nicht für die PKK ! ich bin kurdin aus Irak wir haben nichts damit zu tun ! wir kämpfen nur gegen den IS und die peshmerga hat nichts mit den PKK zu tun
    22 6 Melden
    • azoui 19.03.2016 19:49
      Highlight und warum schreibst du das hier?
      9 14 Melden
    • jenny.janghir 19.03.2016 21:44
      Highlight Gilbert wil ich was geschrieben habe und jemand hat mein kommentar gelöscht ! und ich wollte es nur klarstellen und das video zeig das wahre gschichte Kurden und den Türken !
      3 3 Melden
  • nrzh 19.03.2016 13:42
    Highlight Ich habe das Gefühl das Vorgehen der Türkei wird viel mehr kritisiert als zum Beispiel von Frankreich nach den Paris Anschlägen.
    Wenn ein Anschlag in Paris mit zivilen Opfern-> ganze Welt :( -> Terroristen müssen bekämpft werden voll OK
    Wenn ein Anschlag in Ankara mit zivilen Opfer-> ein paar Leute vlt. :/ -> Terroristen bekämpfen nicht so OK??? Wieso?
    30 29 Melden
    • Kibar Feyzo 19.03.2016 14:07
      Highlight Weil man die Türken reflexartig verurteilt. Die Angst ihrer Vorfahren steckt den Europäern immer noch in den Knochen. Früher gab es Traditionen wie das festliche "Türkenstechen" , wobei auf eine Puppe im türkischem Gewand eingestochen wurde. Die Prediger in den Kirchen erzählten Schauergeschichten von Babyblut trinkenden Monstern. Heute geschieht das alles viel Subtiler, aber nicht weniger intensiv.
      21 49 Melden
    • Euklid 19.03.2016 16:19
      Highlight @Kibar Jaja, Angst vor den Türken. Was ein Mist. Der Grund wieso anders darauf reagiert wird, ist, dass Frankreich als Land der Freiheit, der Aufklärung angesehen wird. Viele Menschen zieht es nach Frankreich, während fast niemand in die Türkei ziehen will. Ein Schwellenland mit einem Diktator und einer rückständigen Wirtschaft. Meine Schweiz-Türkischen Verwandten (keine Kurden) in der Türkei verwerfen nur noch die Hände und wollen nächstens in die Schweiz ziehen.
      44 6 Melden
    • phreko 19.03.2016 16:35
      Highlight Hat offensichtlich mit dem Verhältnis Erdogans und den Kurden zu tun, dass es kein Aufschrei gibt...
      25 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 19.03.2016 12:28
    Highlight What a mad world!

    14 2 Melden
  • DerTaran 19.03.2016 11:58
    Highlight Die Geister die er rief!

    Erdogan wollte unbedingt die letzten Wahlen gewinnen, dafür hat er - nach dem Anschlag des IS - dem Terror den Krieg erklärt und sofort die kurdische PKK angegriffen.
    Aber der Plan ging auf und er konnte seine Macht festigen, was kümmern ihn die paar Terrortoten.

    Ich will aber auch anfügen, dass es von Seiten der PKK nicht schlau war, auf Erdogans Angebot zur Wiederaufnahme der Gewalt einzugehen. Politisch vernünftiger wäre es gewesen, die Kampfhandlungen nicht wieder aufzunehmen, dann wäre der Staatsterror ins Leere gelaufen.

    Es braucht immer zwei zum streiten.
    46 4 Melden
    • wtf 19.03.2016 12:47
      Highlight Nach dem Anschlag von ISIS , hat die PKK / TAK ( gibts noch welche Buchstaben im Alphabet, die von den Terroristen nicht verwendet wurden?) wurden 2 Polizisten zu Hause hingerichtet.

      Das war der Auslöser.
      Kommen Sie nicht mit Halbwahrheiten.
      11 32 Melden
    • nrzh 19.03.2016 13:28
      Highlight @DerTaran
      Es braucht zwei zum streiten ok.
      Wie viel braucht es um aus einem Streit eine Lösung zu finden zwei Weltkriege?
      18 1 Melden
    • WeischDoch 19.03.2016 13:40
      Highlight Lieber WTF komm nicht mit Halbwahrheiten ;) Ja die Polizisten wurden getötet...weswegen? Weil Sie diejenigen waren, die den Anschlag in Suruc ermöglichten...kollaborateure des IS.
      25 7 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • winglet55 19.03.2016 11:50
    Highlight Kein Glaube, schon gar nicht eine politische Gesinnung rechtfertigt solche Taten. Aber auch nicht die Taten von "Sultan" Erdogan. Offensichtlich geht es hier um eine menge Geld, und um nichts anderes wird es Schlussendlich gehen. Welt wo driftest du hin......
    29 2 Melden
  • Kibar Feyzo 19.03.2016 11:42
    Highlight Terrororganisationen, welche Büros in allen Hauptstädten Europas betreiben machen Anschläge in der Türkei und die Medien ziehen die Storys dazu riesengross auf. Man spricht von Bürgerkrieg und Diktatur. Um letztendlich zum Schluss zu kommen, dass die Terroristen gar keine sind. Na, klingelts?
    13 21 Melden
    • wtf 19.03.2016 12:49
      Highlight Schlussendlich sind sie ja ne Arbeiterpartei... Und keine Terroristen !(?)
      Was unterscheidet denn die PKK/TAK von der ISIS?
      13 25 Melden
  • wtf 19.03.2016 10:47
    Highlight .... nochmals die von Europa hochgeliebte Arbeiterpartei PKK?
    20 57 Melden
    • Pisti 19.03.2016 11:47
      Highlight Hochgeliebt von der EU ist wohl eher die AKP. Dazu sage ich nur, wer Wind säht wird Sturm ernten.
      44 9 Melden
    • wtf 19.03.2016 12:54
      Highlight PKK ist eine Arbeiterpartei, die ISIS missioniert und Rotkäppchen existiert.

      Dein Kommentar ist völligunangebracht und unethisch. Was söll das für einen unmenschliche Aussage sein "Wer Wind säht wird Sturm ernten"? Was wäre wenn deine Familie zufällig dort gewesen wäre und mithochgejagt worden wäre?

      13 23 Melden
    • WeischDoch 19.03.2016 13:42
      Highlight Wer Wind säht wird Sturm ernten ist hier schon der richtige Ausdruck...Der Staat provoziert solche Angriffe, indem es auch unschuldige in den kurdischen Städten im Osten hinrichtet. Das gegen bewaffnete Gekämpft wird, ist verständlich...aber eine Hinrichtung an Zivilisten die da noch gefangen sind, gillt wohl als Wind sähen.
      20 8 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Suchmaschine macht Millionen-Angebot für den Hambacher Forst

Stillstand im Hambacher Forst: Nachdem die Rodungen des Energieproduzenten RWE in dem deutschen Waldgebiet in der vergangenen Woche von einem Gericht gestoppt wurden, tritt nun ein neuer Akteur auf den Plan. 

Die Suchmaschine Ecosia, die sich dem Umweltschutz verschrieben hat, will dem Konzern das Waldstück zwischen Köln und Aachen abkaufen. 

RWE war in den vergangenen Wochen zunehmend in Kritik geraten, nachdem es bei den Protesten von Umweltschützern in dem Waldstück heftige …

Artikel lesen