International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bruder eines Terrorverdächtigen: «Wir wollen, dass Salah sich stellt»

Seit den Anschlägen von Paris ist Salah Abdeslam auf der Flucht, der mutmassliche Terrorist gilt als hochgefährlich. Sein Bruder appelliert jetzt an ihn, sich zu stellen: Die Familie ziehe es vor, ihn im Gefängnis zu sehen statt auf dem Friedhof.

22.11.15, 15:40 22.11.15, 16:08


Ein Artikel von

Der Bruder des gesuchten Terrorverdächtigen Salah Abdeslam hat diesen aufgefordert, sich der Polizei zu stellen. «Wir wollen, dass Salah sich stellt», sagte Mohamed Abdeslam am Sonntag dem belgischen Fernsehen RTBF.

This undated file photo provided by French Police shows 26-year old Salah Abdeslam, who is wanted by police in connection with recent terror attacks in Paris, as police investigations continue Friday, Nov. 13, 2015.  French police released the wanted notice and photo of the suspect on the run since the attacks in Paris on Friday.  The notice, released on the France National Police Twitter account, says anyone seeing Salah Abdeslam, should consider him dangerous. (Police Nationale via AP)

Auf der Flucht: Salah Abdeslam
Bild: AP/Police Nationale

Er solle «seiner Familie und den Familien der Opfer und all den anderen Menschen» jene Antworten geben, «auf die wir warten.» Zu der intensiven Fahndung der Polizei nach seinem Bruder sagte Mohamed Abdeslam: «Wir ziehen es vor, Salah im Gefängnis zu sehen statt auf dem Friedhof.»

Die Brüder Abdeslam, die aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek stammen, stehen in Verbindung zu den Terroranschlägen von Paris. Brahim Abdeslam hatte sich im Restaurant Comptoir Voltaire in die Luft gesprengt. Nach dem 26-jährigen Salah, der bei den Anschlägen beteiligt gewesen sein soll, wird gefahndet.

Mohamed Abdeslam, brother of Ibrahim Abdeslam, an attacker who died in the Paris assault, places candles on the balcony of his house in the Brussels suburb of Molenbeek during a memorial gathering to honour the victims of the recent deadly Paris attacks, in Brussels, Belgium, November 18, 2015. REUTERS/stringer  BELGIUM OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN BELGIUM. FOR EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVE.       TPX IMAGES OF THE DAY

Bruder mit Alibi: Mohamed Abdeslam bei einer Gedenkfeier in Brüssel.
Bild: STRINGER/BELGIUM/REUTERS

Mohamed selbst wurde in Molenbeek festgenommen, ist aber wieder auf freiem Fuss. «Ich konnte nachweisen, dass ich zum Zeitpunkt der Attentate nicht in Paris war», sagte Mohamed dem Sender. Seine Brüder hätten sich radikalisiert, ohne dass die Familie es bemerkt habe. (Lesen Sie hier eine Rekonstruktion der Terrornacht von Paris.)

Mohamed Abdeslam spricht kurz nach den Attentaten von Paris zu Journalisten.
YouTube/BBC News

Ein festgenommener Freund Salah Abdeslams, Hamza Attouh, soll ausgesagt haben, Abdeslam nach den Pariser Anschlägen in Brüssel abgesetzt zu haben. Er habe zudem berichtet, dass Salah Sprengstoff bei sich tragen könnte und dass er «sehr gefährlich und ganz schön wütend» gewesen sei. Das sagte Attouhs Anwältin dem Radio RTBF, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.

In Brüssel sucht die Polizei seit Tagen gefährliche Terrorverdächtige, von denen Salah Abdeslam einer sein könnte. «Es gibt diese Gefahr», so Bernard Clerfayt im belgischen Rundfunk RTBF. «Wir haben erfahren, dass sich zwei Terroristen auf Brüsseler Territorium befinden und gefährliche Taten verüben könnten.» In Brüssel steht das öffentliche Leben daher seit Samstag weitgehend still, in der Region und in der Stadt Vilvoorde gilt die höchste Terrorwarnstufe.

Alle U-Bahnen in Brüssel wurden gestoppt, Kaufhäuser, Museen, Kinos und das Wahrzeichen der Stadt, das Atomium, blieben geschlossen. Zahlreiche Grossveranstaltungen in der Region wurden abgesagt.

Die Menschen wurden aufgefordert, «Konzerte, Grossveranstaltungen, Bahnhöfe und Flughäfen, Nahverkehr» und viel besuchte Geschäfte zu meiden. Am Sonntagnachmittag soll über die Verlängerung der Massnahmen entschieden werden.

Das Krisenzentrum kündigte eine Neubewertung der Lage an, für 17 Uhr wurde der nationale Sicherheitsrat aus Regierung und Experten einberufen.

Belgiens Regierungschef Charles Michel sprach am Samstag von «vergleichsweise präzisen Informationen» über mögliche Anschläge, wie sie in Paris verübt worden seien. Auch Aussenminister Didier Reynders sprach von einer «präzisen und unmittelbaren Bedrohung». Berichte, Fahnder hätten bei Hausdurchsuchungen am Freitagabend neben Waffen auch Metro-Pläne der Stadt gefunden, kommentierte die Staatsanwaltschaft nicht.

Die Attentäter von Paris hatten enge Verbindungen nach Brüssel. Neben den Abdeslam-Brüdern lebte auch der mutmassliche Drahtzieher Abdelhamid Abaaoud früher im Brüsseler Stadtteil Molenbeek, er soll in Belgien Verwandte haben. «Es kann eine oder mehrere Terrorzellen geben, die immer noch eine Gefahr darstellen», sagte der Terrorexperte André Jacob im belgischen Radio RTBF. «Das sind Belgier, die sich vor Ort sehr gut auskennen.»

mxw/dpa

Paris eine Woche nach den Anschlägen

Alles über die Anschläge in Paris

Video zeigt Festnahme von Salah Abdeslam – weiterer Komplize von Paris-Attentätern identifiziert

Die Namen des Horrors von Paris

«Eagles of Death Metal»-Frontmann nach Auftritt im Bataclan: «Jeder sollte eine Waffe haben»

6 Indizien dafür, dass der IS schwächer ist, als wir dachten

Und die Geheimdienste nach den Paris-Anschlägen so: Wir haben versagt, gebt uns mehr Macht

#SprayForParis: Die nicht ganz legale Solidarität aus der Dose

«Wir nannten sie Cowboy-Frau» – Wer war die Selbstmordattentäterin von Saint-Denis?

Anonymous will IS-Terroristen mit Trojaner​ in die Falle locken

«Daesh»: Ein Wort im Krieg – ein Wissenschaftler erklärt, wie Sprache Macht ausübt

Offener Brief an Obama: Ex-Piloten geben Drohnenkrieg Mitschuld am Terror

Warum es den IS zur Weissglut bringt, wenn Hollande und Obama ihn «Daesh» nennen

Drei (!) Trottel schreiben was auf Facebook und «20 Minuten» macht daraus: «Schweizer Extremisten feiern Attentäter» – vielen Dank!

Mit diesen Liedern verarbeiten watson-User die Anschläge von Paris

Appenzeller Bahnen ziehen neue Züge aus Verkehr 

«Für die Muslime ist klar, dass die Anschläge nichts mit der Religion zu tun haben» – Höchster Muslim der Schweiz warnt vor Stigmatisierung

IS-Zelle in Winterthur? «Daran besteht kein Zweifel mehr»

Das Ziel des Islamischen Staats ist eine blutige Apokalypse

Das sagt der Bruder von Salah und Ibrahim Abdeslam zum Attentat

Eine Rückkehr zu mehr Nationalismus kann den Terror nicht bekämpfen – unser Fortschritt schon

900 Euro und zwei Stunden Zeit: So leicht kommen Terroristen an eine Kalaschnikow

Anschlag beim Stade de France: Wie die Behörden eine Massenpanik im Stadion verhinderten

Die Attentäter von Paris: Terroristen der Generation Syrien

«Man hat wirklich gedacht: Ich sterbe jetzt. Hoffentlich tut's nicht weh und es geht schnell»

Über 2,5 Millionen Likes: Dieser emotionale Facebook-Post einer Bataclan-Massaker-Überlebenden geht um die Welt

Was ist wann und wo passiert? – Die Chronik der Pariser Terrornacht

Paris ist nicht sicher, wir sind nicht sicher – und damit werden wir leben müssen

Handy-Video zeigt, wie Menschen aus dem Club Bataclan fliehen (Achtung: Schockierende Szenen!)

Terrorserie in Paris: An sieben Orten gleichzeitig schlugen die Attentäter zu

«Zum Teufel mit dir, Tod!» – Das sagt Karikaturist Joann Sfar zu den Anschlägen

Video: Hier stürmt die Polizei das Bataclan

Augenzeuge des Bataclan-Massakers: «Es war ein Blutbad»

IS-Anhänger bejubeln die Anschläge von Paris

«Hier in Paris fragen sich jetzt alle: Warum immer wir?»

Von Bologna bis «Charlie Hebdo»: Die schlimmsten Terroranschläge in Europa

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

USA setzen 5 Millionen Dollar Kopfgeld auf Dschihadisten aus

Die USA haben ein millionenschweres Kopfgeld auf ein führendes Mitglied des Terrornetzwerks Al-Kaida ausgesetzt. Das State Department in Washington erklärte am Donnerstag, es biete jedem fünf Millionen Dollar, der die Behörden zu Chalid Batarfi führen oder zu seiner Festnahme beitragen könne.

Zudem verdoppelten die USA das Kopfgeld auf den mutmasslichen Emir Al-Kaidas auf der arabischen Halbinsel, Kasim al-Rimi, auf zehn Millionen Dollar.

Batarfi hatte im Januar Muslime dazu aufgerufen, als …

Artikel lesen