International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05219976 Turkish police and rescue teams inspect the scene of a suicide bomb attack at Istiklal Street in Istanbul, Turkey, 19 March 2016. According to media reports, two people have died and seven injured in the suicide bomb in Istiklal Street, a main high street in the centre of Istanbul, just off Taksim Square.  EPA/DENIZ TOPRAK

Polizei und Rettungskräfte am Ort des Anschlags in Istanbul. 
Bild: DENIZ TOPRAK/EPA/KEYSTONE

Selbstmordanschlag: Tote und Verletzte in Istanbul

19.03.16, 10:24 19.03.16, 18:30


Bei einem Anschlag in der türkischen Metropole Istanbul sind am Samstag mindestens fünf Menschen getötet worden. Der Attentäter sprengte sich in einer belebten Einkaufsstrasse in die Luft. 

36 Menschen seien verletzt worden, darunter zwölf ausländische Staatsbürger, teilte der türkische Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu am Samstag in Istanbul mit, ohne weitere Details zu nennen. Sieben der Opfer seien schwer verletzt. 

«Der Terror hat sein hässliches Gesicht gezeigt.»

Aussenminister Mevlüt Cavusoglu

Nach Angaben des israelischen Aussenministeriums sind Israelis unter den Verletzten. Ob auch Schweizerinnen oder Schweizer betroffen sind, war zunächst nicht bekannt. 

Zum Hintergrund des Anschlags machte Müezzinoglu keine Angaben. Es werde ermittelt. «Ich verurteilte die, die Menschen und damit die Menschheit töten», sagte er. Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu sagte bei einem Besuch im Iran: «Der Terror hat sein hässliches Gesicht gezeigt.»

Hatte Attentäter anderes Ziel?

Ein Video, das von einer Überwachungskamera vom Anschlagsort stammen soll, zeigt eine Explosion inmitten von einigen Passanten. Laut einem Regierungsmitarbeiter hatte der Attentäter ein anderes Ziel gehabt, wurde aber von der Polizei abgeschreckt und zündete dann in Panik die Bombe.

Video zeigt Moment der Detonation.

Ein Augenzeuge sagte, der Sprengkörper sei in der Strasse Istiklal gezündet worden, einem zur Fussgängerzone umfunktionierten Boulevard mit vielen Geschäften und Einkaufszentren. Nur einige hundert Meter weiter befinde sich ein Parkplatz, auf dem üblicherweise Busse der Polizei abgestellt würden. In der Nähe des Explosionsortes befindet sich zudem ein Einkaufszentrum und das Bezirksamt. 

Helikopter kreisten am Samstag über dem Unglücksort, Ambulanzen rasten zur Detonationsstelle. Die Polizei sperrte die Einkaufsstrasse Istiklal weiträumig ab.

Die Strasse Istiklal war weniger belebt als an Wochenenden üblich. Offenkundig waren viele Menschen angesichts der vergangenen Anschläge zu Hause geblieben.

Das deutsche Generalkonsulat in Istanbul hatte zudem die Staatsbürger am Wochenende zu Achtsamkeit in der Stadt aufgerufen. Am Donnerstag und Freitag waren das Generalkonsulat, die Botschaft in Ankara und weitere deutsche Einrichtungen wegen einer Terrorwarnung geschlossen worden.

Anschlagsserie

Die Sicherheitslage in der Türkei ist derzeit äusserst angespannt. Seit dem Selbstmordanschlag vom 10. Oktober, bei dem während einer kurdischen Demonstration vor dem Hauptbahnhof von Ankara 103 Menschen getötet und 500 weitere verletzt wurden, ist die Türkei in höchster Alarmbereitschaft.

Die türkische Regierung machte die radikal-islamische Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) für den Anschlag verantwortlich. Trotz der verschärften Sicherheitsvorkehrungen kommt es aber immer wieder zu Anschlägen. 

Erst vergangenen Sonntag waren bei einem Selbstmordanschlag in der Hauptstadt Ankara 37 Menschen getötet worden. Vergangenen Monat starben ebenfalls in Ankara bei einem ähnlichen Anschlag 29 Menschen. 

Zu beiden Taten bekannte sich die extremistische Kurdenorganisation Freiheitsfalken Kurdistans (TAK), die dem Umfeld der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zugerechnet wird. Die türkische Armee geht seit Monaten in einer Militäroffensive gegen die PKK im Südosten des Landes vor. 

Im Januar hatte zudem in Istanbul ein Selbstmordattentäter zwölf deutsche Touristen mit in den Tod gerissen. Die Tat wurde dem IS zugerechnet. (sda/afp/dpa/reu)

Autobombe explodiert in Ankara

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

38
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • RootAuthority 19.03.2016 23:26
    Highlight Es ist halt auch nicht so weit bis Istanbul. Man muss auch mal an die Kosten denken ...
    1 7 Melden
  • jenny.janghir 19.03.2016 16:11
    Highlight


    ich bin nicht für die PKK ! ich bin kurdin aus Irak wir haben nichts damit zu tun ! wir kämpfen nur gegen den IS und die peshmerga hat nichts mit den PKK zu tun
    22 6 Melden
    • azoui 19.03.2016 19:49
      Highlight und warum schreibst du das hier?
      9 14 Melden
    • jenny.janghir 19.03.2016 21:44
      Highlight Gilbert wil ich was geschrieben habe und jemand hat mein kommentar gelöscht ! und ich wollte es nur klarstellen und das video zeig das wahre gschichte Kurden und den Türken !
      3 3 Melden
  • nrzh 19.03.2016 13:42
    Highlight Ich habe das Gefühl das Vorgehen der Türkei wird viel mehr kritisiert als zum Beispiel von Frankreich nach den Paris Anschlägen.
    Wenn ein Anschlag in Paris mit zivilen Opfern-> ganze Welt :( -> Terroristen müssen bekämpft werden voll OK
    Wenn ein Anschlag in Ankara mit zivilen Opfer-> ein paar Leute vlt. :/ -> Terroristen bekämpfen nicht so OK??? Wieso?
    30 29 Melden
    • Kibar Feyzo 19.03.2016 14:07
      Highlight Weil man die Türken reflexartig verurteilt. Die Angst ihrer Vorfahren steckt den Europäern immer noch in den Knochen. Früher gab es Traditionen wie das festliche "Türkenstechen" , wobei auf eine Puppe im türkischem Gewand eingestochen wurde. Die Prediger in den Kirchen erzählten Schauergeschichten von Babyblut trinkenden Monstern. Heute geschieht das alles viel Subtiler, aber nicht weniger intensiv.
      21 49 Melden
    • Euklid 19.03.2016 16:19
      Highlight @Kibar Jaja, Angst vor den Türken. Was ein Mist. Der Grund wieso anders darauf reagiert wird, ist, dass Frankreich als Land der Freiheit, der Aufklärung angesehen wird. Viele Menschen zieht es nach Frankreich, während fast niemand in die Türkei ziehen will. Ein Schwellenland mit einem Diktator und einer rückständigen Wirtschaft. Meine Schweiz-Türkischen Verwandten (keine Kurden) in der Türkei verwerfen nur noch die Hände und wollen nächstens in die Schweiz ziehen.
      44 6 Melden
    • phreko 19.03.2016 16:35
      Highlight Hat offensichtlich mit dem Verhältnis Erdogans und den Kurden zu tun, dass es kein Aufschrei gibt...
      25 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 19.03.2016 12:28
    Highlight What a mad world!

    14 2 Melden
  • DerTaran 19.03.2016 11:58
    Highlight Die Geister die er rief!

    Erdogan wollte unbedingt die letzten Wahlen gewinnen, dafür hat er - nach dem Anschlag des IS - dem Terror den Krieg erklärt und sofort die kurdische PKK angegriffen.
    Aber der Plan ging auf und er konnte seine Macht festigen, was kümmern ihn die paar Terrortoten.

    Ich will aber auch anfügen, dass es von Seiten der PKK nicht schlau war, auf Erdogans Angebot zur Wiederaufnahme der Gewalt einzugehen. Politisch vernünftiger wäre es gewesen, die Kampfhandlungen nicht wieder aufzunehmen, dann wäre der Staatsterror ins Leere gelaufen.

    Es braucht immer zwei zum streiten.
    46 4 Melden
    • wtf 19.03.2016 12:47
      Highlight Nach dem Anschlag von ISIS , hat die PKK / TAK ( gibts noch welche Buchstaben im Alphabet, die von den Terroristen nicht verwendet wurden?) wurden 2 Polizisten zu Hause hingerichtet.

      Das war der Auslöser.
      Kommen Sie nicht mit Halbwahrheiten.
      11 32 Melden
    • nrzh 19.03.2016 13:28
      Highlight @DerTaran
      Es braucht zwei zum streiten ok.
      Wie viel braucht es um aus einem Streit eine Lösung zu finden zwei Weltkriege?
      18 1 Melden
    • WeischDoch 19.03.2016 13:40
      Highlight Lieber WTF komm nicht mit Halbwahrheiten ;) Ja die Polizisten wurden getötet...weswegen? Weil Sie diejenigen waren, die den Anschlag in Suruc ermöglichten...kollaborateure des IS.
      25 7 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • winglet55 19.03.2016 11:50
    Highlight Kein Glaube, schon gar nicht eine politische Gesinnung rechtfertigt solche Taten. Aber auch nicht die Taten von "Sultan" Erdogan. Offensichtlich geht es hier um eine menge Geld, und um nichts anderes wird es Schlussendlich gehen. Welt wo driftest du hin......
    29 2 Melden
  • Kibar Feyzo 19.03.2016 11:42
    Highlight Terrororganisationen, welche Büros in allen Hauptstädten Europas betreiben machen Anschläge in der Türkei und die Medien ziehen die Storys dazu riesengross auf. Man spricht von Bürgerkrieg und Diktatur. Um letztendlich zum Schluss zu kommen, dass die Terroristen gar keine sind. Na, klingelts?
    13 21 Melden
    • wtf 19.03.2016 12:49
      Highlight Schlussendlich sind sie ja ne Arbeiterpartei... Und keine Terroristen !(?)
      Was unterscheidet denn die PKK/TAK von der ISIS?
      13 25 Melden
  • wtf 19.03.2016 10:47
    Highlight .... nochmals die von Europa hochgeliebte Arbeiterpartei PKK?
    20 57 Melden
    • Pisti 19.03.2016 11:47
      Highlight Hochgeliebt von der EU ist wohl eher die AKP. Dazu sage ich nur, wer Wind säht wird Sturm ernten.
      44 9 Melden
    • wtf 19.03.2016 12:54
      Highlight PKK ist eine Arbeiterpartei, die ISIS missioniert und Rotkäppchen existiert.

      Dein Kommentar ist völligunangebracht und unethisch. Was söll das für einen unmenschliche Aussage sein "Wer Wind säht wird Sturm ernten"? Was wäre wenn deine Familie zufällig dort gewesen wäre und mithochgejagt worden wäre?

      13 23 Melden
    • WeischDoch 19.03.2016 13:42
      Highlight Wer Wind säht wird Sturm ernten ist hier schon der richtige Ausdruck...Der Staat provoziert solche Angriffe, indem es auch unschuldige in den kurdischen Städten im Osten hinrichtet. Das gegen bewaffnete Gekämpft wird, ist verständlich...aber eine Hinrichtung an Zivilisten die da noch gefangen sind, gillt wohl als Wind sähen.
      20 8 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Mit Bildung gegen Antisemitismus: Judenfeindliche Chelsea-Anhänger sollen ins KZ

Bei Chelsea will man Antisemitismus mit Bildung bekämpfen. Wer künftig judenfeindliche Äusserungen von sich gibt, soll das Konzentrationslager in Auschwitz besuchen und sich mit der schrecklichen Geschichte auseinandersetzen. 

Die Initiative stammt von Roman Abramovich – Besitzer des Fussballklubs und selber Jude. Allerdings will er niemanden dazu zwingen. Renitente haben die Wahl zwischen einem Stadionverbot von bis zu drei Jahren oder einer Bildungsreise.

Bei den «Blues» ist man der …

Artikel lesen