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Paris-Attentäter Abdeslam zu 20 Jahren Haft verurteilt



FILE - This is a an undated handout image of Sarah Abdeslam made available by Belgium Federal Police. The man accused of being a would-be Islamic State attacker who was once Europe's most wanted fugitive will hear his judgment in an attempted murder case on April 23. Salah Abdeslam is on trial for his involvement in a March 15, 2016 police shootout four months after the Paris attacks, which killed 130. (Belgium Federal Police via AP, File)

Salah Abdeslam. Bild: AP/Belgian Federal Police

Der mutmassliche Paris-Attentäter und IS-Terrorist Salah Abdeslam ist wegen versuchten Polizistenmordes in Belgien zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Der 28-jährige Franzose marokkanischer Abstammung sitzt in Frankreich in Untersuchungshaft und war bei der Urteilsverkündung am Montag in Brüssel nicht anwesend, wie das Gericht mitteilte.

Das Gericht sah es am Montag als erwiesen an, dass Abdeslam, der einzige überlebende Attentäter der Pariser Anschläge, im März 2016 vorsätzlich und im «terroristischen Kontext» auf drei Polizisten in Brüssel feuerte. Sein mitangeklagter 24 Jahre alter tunesischer Komplize Sofien Ayari, auch er bei der Urteilsverkündung nicht anwesend, erhielt ebenfalls 20 Jahre Haft.

Die beiden Angeklagten wurde zudem verurteilt, Schadenersatz in Höhe von insgesamt etwa 500'000 Euro insbesondere an den belgischen Staat sowie an einen schwer verletzten Polizisten zu zahlen. Sie können gegen das Urteil noch Berufung einlegen.

Abdeslam soll zu einer Zelle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehören, die die blutigen Anschläge in Paris im November 2015 und in Brüssel im März 2016 verübte. Dabei kamen in Paris 130 Menschen und in Brüssel 32 ums Leben.

Mit Sprengstoffgürtel in Paris unterwegs

Er soll bei den Attentaten in Paris im November 2015 unter anderem ein Selbstmord-Kommando zu einem der Anschlagsorte gebracht haben. Abdeslam soll zwar einen Sprengstoffgürtel gehabt haben, ihn aber nicht gezündet haben. Nach den dortigen Anschlägen soll er nach Belgien geflohen und dort untergetaucht sein.

Monatelang wurde nach Abdeslam gefahndet, er galt als Europas meistgesuchter Terrorist. Als er bei einer Razzia in der Brüsseler Gemeinde Forest am 15. März 2016 mit zwei Komplizen aufgespürt wurde, sollen sie auf Polizisten geschossen und drei Beamte verletzt haben. Ein Verdächtiger, der Algerier Mohamed Belkaid, wurde bei dem Feuergefecht getötet.

Angebliche Verfahrensfehler nicht anerkannt

Die Vorsitzende Richterin schilderte den Fall und die Indizien vor Verkündung des Strafmasses noch einmal ausführlich. Sie kam danach zum Schluss, dass es sich bei der Schiesserei um ein terroristisches Attentat gehandelt habe. Die Argumente der Verteidigung, die wegen Verfahrensfehlern auf Straffreiheit plädiert hatte, wies sie zurück.

Abdeslam entkam nach der Schiesserei von Forest zunächst, wurde aber wenige Tage später in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek gefasst. Das setzte die Terrorzelle damals möglicherweise so unter Druck, dass sie kurz darauf überhastet in Brüssel zuschlug. Dort sprengten sich am 22. März 2016 Selbstmordattentäter am Flughafen und in der U-Bahn in die Luft.

Abdeslam bleibt auch nach dem Brüsseler Urteil in Frankreich in Untersuchungshaft. Die umfangreichen Ermittlungen zu den Pariser Terroranschlägen werden voraussichtlich noch bis 2019 dauern. Seine belgische Haftstrafe würde er im Falle einer Verurteilung in Frankreich erst nach der dortigen Strafe antreten. (sda/dpa/reu/afp)

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • nicbel 23.04.2018 11:06
    Highlight Highlight 20 Jahre sind viel zu wenig
    • aglio e olio 23.04.2018 11:32
      Highlight Highlight "Abdeslam stand wegen der Vorfälle bei seiner Ergreifung und nicht wegen der Anschläge in Paris vor Gericht. Damals hatten sich der französische Staatsbürger marokkanischer Abstammung und ein Komplize im Brüsseler Stadtteil Forest der Verhaftung widersetzt und dabei Polizisten verletzt.

      Das Verfahren wegen der Anschläge in Paris steht noch aus. "

      Der Rest kommt noch ;)
    • OmegaOregano 23.04.2018 11:54
      Highlight Highlight Und was ist, wenn ihn Frankreich zu einer lebenslangen Haft verurteilt? Es handelt sich ja, wie gesagt, um die Ereignisse während seiner Ergreifung und nicht wegen der Anschläge. Das Urteil der belgischen Behörde finde ich gerechtfertigt, denn es signalisiert einen konsequenten Umgang und setzt die Latte für Paris hoch an. Man kann nur hoffen, dass Paris mit derselben Härte nachzieht.
    • Pitsch Matter 23.04.2018 11:55
      Highlight Highlight Bitte richtig lesen, 20 Jahre wegen Mord an einem Polizisten, das Verfahren wegen dem Anschlag kommt noch und wird sicher die Höchststrafe bringen.
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  • Normi 23.04.2018 10:46
    Highlight Highlight Wenn jemand verurteilt wurde ist dann dass Wort mutmasslich nicht überflüssig ?
    • aglio e olio 23.04.2018 11:35
      Highlight Highlight Gemäss Textsuche kommt das Wort "mutmasslich" nur in deinem Kommentar vor.
      Keine Sorge, der wird den Knast auf legalem Weg wohl nicht mehr verlassen.
    • Fabio74 23.04.2018 12:00
      Highlight Highlight Nein. Weil das Urteil erst rechtskräftig ist, wenn die Rekursfrist abgelaufen ist
    • Saraina 23.04.2018 13:13
      Highlight Highlight Er wurde in diesem Prozess nicht wegen der Anschläge in Paris verurteilt, sondern weil er sich bei der Festnahme in Belgien mit der Polizei eine Schiesserei lieferte. Der Prozess für die Anschläge wird ihm in Paris gemacht. Dafür isz er noch nicht verurteilt.
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