International

Ein Selbstmordattentäter hat sich in der Nähe der Botschaft in Kabul in die Luft gesprengt. Die Zahl der Toten ist auf über 150 gestiegen.  Bild: HEDAYATULLAH AMID/EPA/KEYSTONE

Zahl der Toten nach Anschlag im Diplomatenviertel auf 150 gestiegen

06.06.17, 08:20 06.06.17, 09:00

Die Zahl der Toten nach dem Anschlag im Diplomatenviertel von Kabul am vergangenen Mittwoch hat sich nach Angaben der afghanischen Regierung drastisch erhöht. Mehr als 150 Menschen seien getötet und mehr als 300 weitere schwer verletzt worden.

Der Angriff habe dem gesamten Diplomatenviertel gegolten, sagte Präsident Aschraf Ghani am Dienstag bei einer internationalen Friedens- und Sicherheitskonferenz in der afghanischen Hauptstadt. Bislang waren die Behörden davon ausgegangen, dass bei dem Anschlag mindestens 90 Menschen getötet wurden.

Der Attentäter hatte seinen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen mitten im hochgesicherten Diplomaten- und Regierungsviertel von Kabul gezündet. Die afghanische Regierung machte das mit den Taliban verbündete Hakkani-Netzwerk für die Tat verantwortlich. Bei der Explosion wurden auch mehrere Botschaften von EU-Ländern beschädigt, darunter jene von Deutschland.

Afghanistans Präsident Ghani warnte die radikalislamischen Taliban vor einem Umsturzversuch. Es werde ihnen nicht gelingen, die Regierung zu stürzen, sagte Ghani am Dienstag an der Konferenz in Kabul.

Immer mehr ausländische Kämpfer

Die Sicherheitslage hat sich in Afghanistan besonders seit dem Abzug der meisten internationalen Truppen Ende 2014 drastisch verschlechtert. Auch deshalb diskutieren NATO-Partner, ob sie wieder mehr Truppen nach Afghanistan schicken sollen.

Ghani sagte weiter, dass die Zahl der ausländischen Kämpfer in den vergangenen Jahren von 200 auf 11'000 gestiegen sei. Afghanische Sicherheitskräfte schieben schon lange viele Sicherheitsprobleme auf diese ausländischen Kämpfer.

In Afghanistan gibt es immer mehr Gebiete, in denen die Regierung weder Recht noch Ordnung durchsetzen kann. Sicherheitsexperten befürchten, dass diese neuen grossen rechtsfreien Räume al-Kaida-Kämpfern und aus Syrien und dem Irak fliehenden Kämpfern der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») eine Zuflucht bieten könnten. (sda/afp/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Klopp lässt seinen Penalty-Frust an den Reportern aus

Vom Meister ausgezeichnet – Die besten Parker-Weine fürs Fest

O du schreckliche! Das Bullshitbingo für das Weihnachtsessen mit deiner Familie

Darum lehnt der Bundesrat «No Billag» ab – die 5 wichtigsten Argumente im Überblick

8 Katzen, die sich den Sommer mit sehnlichst zurückwünschen

Israelischer Professor zum Trump-Entscheid: «Jerusalem war nie das Hindernis für Frieden»

«So etwas macht man nicht» – FDP-Boss Gössi kritisiert Geheimtreffen vor Juncker-Besuch

«Bilder von unten» – 12 Leute erzählen, was sie auf Tinder und Co. nicht sehen wollen

Bitte, Nintendo, diese 15 Games gehören auf einen Game Boy Classic Mini!

Warum nach einem Amoklauf in den USA noch viel mehr Menschen starben

Jahre des Zorns – was der Palästinenser-Aufstand bedeutet

Diese Obdachlosen haben vielleicht ihr Zuhause verloren – nicht aber ihren Humor

Trump macht Jerusalem zur Israel-Hauptstadt – die Nahost-Eskalation in 9 Punkten erklärt

Dieser Schweizer Soldat musste gerade durch die Französisch-Hölle – aber sowas von

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • heul doch 06.06.2017 12:32
    Highlight Wie in aller welt konnte ein ganzer lkw voller sprengstoff die checkpoints passieren? Das stinkt förmlich nach bestechung und unterwanderung. Höchste zeit dass die 'westlichen' regierungen einsehen dass sie mit ihrem eingreifen die lage häufig nur verschlimmern. Es kann nicht sein dass man krisengerde wie afghanistan nach 'erfüllter mission' einfach im stich lässt.
    Demokratische entwicklung braucht zeit und den willen sie als nützliches system anzuerkennen.
    Mein beileid an die familien der opfer. Wenn wir so weitermachen rotten wir die menschheit in weniger als 200 jahren aus
    3 0 Melden

Französischer Kindermörder Patrick Henry stirbt mit 64 an Krebs

Einer der bekanntesten Häftlings Frankreichs, der verurteilte Kindermörder Patrick Henry, ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Henry sei am Sonntag einem Lungenkrebsleiden erlegen, sagte eine Freundin der Nachrichtenagentur AFP.

Der zu lebenslanger Haft Verurteilte war angesichts seiner Krebserkrankung am 15. September aus der Haft entlassen worden.

Der Fall Henry hatte in den 70er Jahren in Frankreich für Schlagzeilen gesorgt. Als ihm 1976 wegen des Mordes an dem siebenjährigen Philippe …

Artikel lesen