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Belgien trauert um die Opfer der Anschläge: Mittlerweile sind alle drei Selbstmordattentäter identifiziert.
Bild: YOAN VALAT/EPA/KEYSTONE

Alle drei Selbstmordattentäter sind identifiziert

Bei den Terrorangriffen in Brüssel sprengten sich insgesamt drei Attentäter in die Luft. Bislang war neben dem toten Terroristen aus der Metro nur ein toter Attentäter vom Flughafen bekannt. Nun offenbar auch der zweite – Najim Laachraoui.

24.03.16, 04:00 24.03.16, 07:37

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Nach den Terroranschlägen in Brüssel mit mindestens 31 Toten sind offenbar alle drei Selbstmordattentäter identifiziert. Alle sind in Belgien geboren und hatten wohl Verbindungen zu den islamistischen Drahtziehern der Anschläge von Paris. Die Brüder Ibrahim (29) und Khalid (27) El Bakraoui waren bereits identifiziert. Ibrahim sprengte sich am Flughafen in die Luft, Khalid in der Metrostation.

Brahim El Bakraoui (links) und Khalid El Bakraoui (rechts).
Bild: EPA/INTERPOL

Medienberichten zufolge ist nun auch bekannt, wer der zweite Selbstmordattentäter vom Flughafen ist: Es handelt sich um den 24-jährigen Najim Laachraoui, er wurde seit längerem im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen gesucht.

Auf einem Foto einer Überwachungskamera im Flughafen wurde einer von drei abgebildeten Männern von der Staatsanwaltschaft als Ibrahim El Bakraoui identifiziert. Einer der anderen könnte Laachraoui sein. Dies bestätigten die belgischen Behörden aber bislang nicht. Der Dritte entkam und ist bislang unbekannt. Das Trio war gemeinsam per Taxi zum Airport gekommen.

Belgischen Medien zufolge sagte der Taxifahrer aus, die drei hätten noch mehr Gepäckstücke mitnehmen wollen – und deshalb eine Grossraum-Limousine geordert. Die Zentrale habe dies jedoch falsch verstanden und nur einen Kombi geschickt. Dieses Missverständnis könnte eine noch grössere Tragödie verhindert haben, denn das weitere Gepäckstück dürfte eine später von Fahndern in der Wohnung gefundene weitere Bombe enthalten haben. Diese wurde wegen des Platzmangels offenbar zurückgelassen.

Laut Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw waren die Brüder El Bakraoui belgische Staatsbürger und wegen verschiedener nicht terroristischer Taten polizeibekannt.

Unter falscher Identität eingereist

Der 24-jährige Najim Laachraoui stammt aus dem Stadtteil Schaerbeek, wo am Dienstag ein mutmasslicher Unterschlupf der Attentäter ausgehoben wurde. Der Dschihadist soll im Februar 2013 nach Syrien gereist, später zurückgekommen sein und alle Sprengstoffgürtel für Paris und Brüssel hergestellt haben. Er hatte eine Ausbildung in Elektrotechnik.

Sprengte sich sehr wahrscheinlich am Flughafen in die Luft: Najim Laachraoui.
Bild: EPA/BELGIUM FEDERAL POLICE FILE

Anfang September 2015 geriet er – mit falscher Identität unter dem Namen Soufiane Kayal – zusammen mit Salah Abdeslam und Mohamed Belkaid in eine Kontrolle an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich. Abdeslam und Belkaid gelten als mutmassliche Beteiligte der Pariser Anschläge, bei denen im November 130 Menschen getötet wurden.

Laachraouis DNA soll auch auf Sprengstoff gefunden worden sein, der bei den Anschlägen in Paris verwendet wurde. Er war erst vor kurzem identifiziert und zur Fahndung ausgeschrieben worden. 

Dreitägige Staatstrauer

Nach dem Hinweis des Taxifahrers wurde im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek auch ein Laptop mit Bakraouis Testament gefunden. In einer Wohnung entdeckten Ermittler jene 15 Kilogramm Sprengstoff und anderes Material zum Bau von Bomben. Dort fand sich auch eine Flagge der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS»), die für die Anschläge verantwortlich sein will.

Bei dem Terroranschlag in Brüssel wurden nach jüngsten Angaben etwa 300 Menschen, darunter auch mehrere Deutsche und rund ein Dutzend US-Bürger verletzt. Es ist zu befürchten, dass sich die Zahl von 31 Toten noch erhöht. Aus Sorge vor neuen Anschlägen blieb die höchste Terror-Warnstufe in Kraft. Der Flughafen Zaventem bleibt bis einschliesslich Freitag weitgehend geschlossen.

In Belgien gilt noch bis Karfreitag eine dreitägige Staatstrauer. Am Mittwoch gab es eine Schweigeminute in Brüssel und mehreren anderen Teilen des Landes. Aus Solidarität wurden Wahrzeichen vieler anderer Metropolen in den Nationalfarben Belgiens angeleuchtet. Dazu gehörten auch das Brandenburger Tor in Berlin und der Eiffelturm in Paris. (jat/mka/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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