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Mit einer neuen Terror-Taktik will der «Islamische Staat» zum Erfolg kommen

Die Dschihadisten haben aus ihrer Niederlage in Kobane gelernt. Mit neuen selbstgebauten Waffen und perfiden Tricks schlagen sie nun zurück. In Syrien rücken sie auf Aleppo vor. 

31.05.15, 23:24 01.06.15, 08:39

Raniah Salloum / spiegel online

Ein Artikel von

Der «Islamische Staat» (IS) hat seine nächste Offensive gestartet. Syrien, nicht der Irak, steht für die Miliz vorerst wieder im Mittelpunkt. Die Dschihadisten haben am Wochenende einen Checkpoint erobert auf der Autobahn, die von Palmyra nach Damaskus führt. Mittelfristig haben sie die syrische Hauptstadt im Blick. Doch vorerst hat eine andere Stadt ihr Interesse geweckt: Der IS rückt auf Aleppo vor.

Im Norden von Aleppo haben die Dschihadisten mehrere Dörfer von syrischen Rebellen erobert. Die Stadt Aleppo selbst wird derzeit zum Teil von den Rebellen, zum Teil vom syrischen Regime kontrolliert.

Weiter im Osten, in Deir Essor, hat unterdessen das syrische Regime damit angefangen, das Museum zu evakuieren. Offenbar geht Damaskus davon aus, dass es diese Stadt als nächstes an den IS verliert. Schon jetzt kontrolliert das syrische Regime nur noch wenige Stützpunkte in der Stadt, der IS den Rest.

Erst vergangene Woche musste Damaskus Palmyra aufgeben. Auch dort hatte das syrische Regime schon im Vorfeld Schätze aus dem Museum in Sicherheit gebracht und die Einwohner der Stadt ihrem Schicksal überlassen.

Der IS hat aus Kobane vier Lehren gezogen

Der IS ist wieder auf dem Vormarsch. Aus seiner Niederlage in Kobane hat er gelernt. Er hat seine Taktik umgestellt.

Dieses Video soll irakisch-kurdische Kämpfer zeigen, denen es gelungen ist, ein Bombenauto des IS zu treffen, bevor es sie erreichen konnte. Die Aufnahme kann nicht verifiziert werden. Es ist zu sehen, wie ein Kämpfer eine Panzerfaust abfeuert und kurz darauf am Horizont offenbar Sprengstoff in einem grossen Feuerball explodiert.

Die grösste Stärke des IS bleibt die Schwäche seiner Gegner. Dass Bagdad und Damaskus ihre Kriege nicht mit nationalen Armeen führen, sondern mit ethnischen und konfessionellen Milizen, ist Wasser auf seine Mühlen. Denn diese schiitischen, kurdischen und christlichen Kämpfer begehen immer wieder Racheakte an arabisch-sunnitischen Zivilisten. Dem IS treiben sie damit beständig neue Kämpfer zu.

Zusammengefasst: Der «Islamische Staat» (IS) hat aus seinen Niederlagen gelernt. Opportunistisch schlägt er nur noch dort zu, wo es gerade am einfachsten ist. Seine Wunderwaffe, Autobomben, hat er nachgebessert. Geschickt tarnt er sich vor Kampfjets. Doch die grösste Stärke des IS bleibt die Schwäche seiner Gegner.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Stratosurfer 01.06.2015 08:07
    Highlight Weshalb steht die treffende Zusammenfassung des Artikels am Ende und nicht am Anfang?
    3 2 Melden
    • zombie1969 01.06.2015 13:22
      Highlight Wenn es dem Daesh (IS) gelingt funktionierende staatliche Strukturen aufzubauen, dann wird er für den Westen ein sehr gefährlicher Gegner werden. Höchste Zeit einzugreifen und dieses Terrorsystem zu zerschlagen, bevor es sich etablieren kann.
      1 0 Melden

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