International

Weltjugendtag in Polen: Iraker plante offenbar Bomben-Anschlag auf Katholiken

25.07.16, 16:19 25.07.16, 16:45

Papst Franziskus beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro anno 2013. Bild: AP

Kurz vor dem katholischen Weltjugendtag in Polen hat die Polizei einen Iraker festgenommen, bei dem «Sprengstoffspuren» gefunden wurden. Gegen den 48-Jährigen wurde eine zweimonatige Untersuchungshaft angeordnet, wie das Gericht in Lodz mitteilte. Sprengstoffspuren fanden sich nach Informationen des Senders Polsat auch in Hotels in Lodz und in Krakau, wo der Mann sich kürzlich aufgehalten hatte.

In Krakau findet in dieser Woche der katholische Weltjugendtag statt, an dem auch Papst Franziskus teilnimmt. Zu dem festgenommenen Mann hatte die Staatsanwaltschaft zunächst mitgeteilt, er stehe im Verdacht, «terroristische» Taten vorbereitet zu haben.

Später erklärte Staatsanwältin Beata Marczak jedoch, es sei «nicht genug Material für eine Explosion» gefunden worden. Daher gebe es keinen hinreichenden Grund für eine Anklage wegen «terroristischer Aktivitäten». Laut der Staatsanwältin wurde der Iraker am Donnerstag von Geheimdienstmitarbeitern in einem Hotelzimmer in Lodz festgenommen.

Der Besitz von Sprengstoff, auch in kleinen Mengen, rechtfertige den Vorwurf eines «Verbrechens gegen die öffentliche Sicherheit» und damit die zweimonatige Untersuchungshaft, sagte der Gerichtssprecher von Lodz, Pawel Urbaniak. Je nach Fortgang könne dann eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und acht Jahren verhängt werden.

Verdächtiger lebte in Schweiz

Polsat zufolge trug der Mann Notizen bei sich, die auf die Vorbereitung «terroristischer» Taten hindeuteten. Diese sollten sich demnach vor allem gegen französische Supermärkte in Polen richten.

Wie der Sender weiter berichtete, soll der Verdächtige mehrere Jahre in der Schweiz und dann in Schweden gelebt haben. Aus Schweden sei er vor einigen Wochen ausgewiesen worden. Die polnischen Sicherheitskräfte suchen nach der Festnahme des Irakers nach möglichen Komplizen sowie nach grösseren Mengen Sprengstoff.

Zum Weltjugendtag von Dienstag bis Freitag sind bereits tausende Jugendliche eingetroffen. Zur Absicherung der Grossveranstaltung hat die Regierung mehr als 40'000 Sicherheitskräfte abgestellt. An den Grenzen zu den EU-Nachbarländern wird zeitweise wieder kontrolliert.

Nach Angaben von Innenminister Mariusz Blaszczak wurde rund 200 Menschen die Einreise nach Polen verweigert. Höchsten Schutz geniesst Papst Franziskus als besonders gefährdete Persönlichkeit. Am 13. Mai 1981 hatte der Türke Mehmet Ali Agca Papst Johannes Paul II. bei einem Anschlag auf dem Petersplatz in Rom schwer verletzt.

(sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Nicht alle Männer sind sexistische Eichhörnchen!

«Ron isst Hermines Familie» – Das passiert, wenn ein Computer Harry Potter schreibt

Trump beerdigt Netzneutralität – wem das nutzt und wem das schadet

Gamer, aufgepasst: Super Mario erhöht die geistige Gesundheit und beugt Demenz vor 

Warum hunderte Fussball-Junioren gegen einen Millionär marschieren: Ein Herrliberger Drama

Mehr 2017 geht nicht: Die unfassbare Geschichte des weinenden Keatons – in 4 Schritten

Ein Nigerianer stirbt nach seiner Ausschaffung – was die Schweiz damit zu tun hat

Amis lynchen Hai mit Speedboot und grinsen – jetzt tobt das Netz wegen dem Video

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 26.07.2016 15:57
    Highlight Es kann nicht alles verstanden werden, was auf dieser Erde geschieht, doch um das Böse zu besiegen müssen wir friedfertig untereinander sein, denn jeglicher Streit unter uns freut sich das Böse unsere Einigkeit zu schwächen. Mit Terror will der Feind, uns in Angst und Schrecken versetzen, um uns durcheinander zu bringen, und dass schlussendlich Jeden gegen Jeden sich aufbegehrt. Dann hat er mit uns ein leichtes Spiel im durcheinander zu benutzen, wenn keine Perspektive mehr da ist, und bald wird er eine noch grössere Zahl an Jünger haben. Darum sollen wir Alle zusammen halten
    2 0 Melden
  • Beobachter24 26.07.2016 00:40
    Highlight /zyninismus.on
    Endlich haben die Polen auch einen "Fall"!
    /zyninismus.off

    Kann mal bitte jemand "Sprengstoffspuren" näher quantifizieren?
    «nicht genug Material für eine Explosion»
    aber trotzdem
    "plante offenbar Bomben-Anschlag"?

    Sehr glaubwürdig das alles ist - nicht?
    1 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 25.07.2016 20:46
    Highlight Papst Franziskus ruft auf zur friedfertigen leben untereinander. Nun das scheint sehr zynisch zu dem was geschieht wirken. Doch es ist das einzige Mittel gegen Aufruhr untereinander anzugehen. So scheint der Bann der IS gelöst zu sein, denn Unruhe schüren ist eine alte Kriegstaktik die schon aus der Antike angewendet wurde, weil Uneinigkeit schwächt.
    0 0 Melden
  • Bene86 25.07.2016 17:51
    Highlight Katholische Jugendliche müssen vor kranken Islamisten geschützt werden. Weit hast du's gebracht, armes Europa..
    10 2 Melden
  • DerGrund 25.07.2016 17:50
    Highlight Ich möchte lieber gar nicht wissen, wieviele geplante Terroranschläge so verhindert werden. Wahrscheinlich ein beunruhigendes Vielfaches der tatsächlich Durchgeführten. Von jenen, die schweigend zustimmrn ganz zu schweigen.
    8 1 Melden

Polizeipräsident über Explosion: «Das hier ist New York. Wir leben nicht in Angst»

Erst vor sechs Wochen hatte ein Terroranschlag mit acht Toten New York schockiert. Nun sollte wohl ein weiterer folgen. Bei einer Explosion in Manhattan, zur Hauptverkehrszeit am Morgen, werden vier Menschen verletzt. Aber die Stadt lässt sich nicht einschüchtern.

Nirgendwo ist New York belebter als unterhalb der 42nd Street. Ein Tunnel verbindet Port Authority, den meistgenutzten Busbahnhof der Welt, mit Times Square, der meistgenutzten U-Bahn-Station der Millionenmetropole, fast 70 Millionen …

Artikel lesen