International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bild: AP/AP

80 Millionen Franken für Trauerzeremonie: So nimmt Thailand Abschied von König Bhumibol

26.10.17, 23:04

Mehr als ein Jahr nach seinem Tod nimmt Thailand endgültig Abschied von König Bhumibol. Mit einer Prozession wurde die Urne am Donnerstag in Bangkok aus dem Grossen Palast zum Ort der Verbrennung gebracht.

Mehr als 100'000 Menschen - alle in schwarz - knieten am Rand der zwei Kilometer langen Strecke nieder. Vor 7500 geladenen Gästen aus aller Welt begann dann die Einäscherungszeremonie, ein weltweit einzigartiges Spektakel. Der Leichnam wurde am Abend in einer prunkvollen Zeremonie eingeäschert.

Sieben Jahrzehnte an der Spitze des Landes

Bhumibol - auch bekannt als Rama IX. - hatte sieben Jahrzehnte an der Spitze des Landes gestanden. Er starb im vergangenen Oktober im Alter von 88 Jahren. Damals war er auch der am längsten regierende Monarch der Welt.

Seither lag der konservierte Leichnam im Grossen Palast, der alten Residenz von Thailands Königen. Zu der Trauerfeier kamen Staatsgäste aus aller Welt, darunter auch viele Angehörige von anderen Königshäusern.

Die Trauerzeremonie folgt einem Ritual, wie es in Thailand (früher: Siam) schon seit Jahrhunderten bei der Feuerbestattung von Königen üblich ist. Im Buddhismus werden Tote traditionell verbrannt.

Die prunkvollste Beerdigung ever – Thailand trauert

Wie ein Halbgott verehrt

Beteiligt waren 7500 Soldaten und Höflinge in farbenprächtigen Uniformen. Neben traditioneller Musik wurden aber auch Eigen-Kompositionen des verstorbenen Königs gespielt. Bhumibol war ein grosser Jazz-Liebhaber.

In Thailand wurde Bhumibol wie ein Halbgott verehrt. In Bangkok scheiterten viele beim Versuch, noch durch die Absperrungen zu kommen. Insgesamt waren in der Hauptstadt Hunderttausende auf den Strassen. Die meisten Geschäfte und Lokale hatten geschlossen.

Im Mittelpunkt der Prozession stand eine königliche Urne, die zunächst getragen und dann auf einem mehr als 200 Jahre alten goldenen Streitwagen aus Holz durch die Strassen gezogen wurde.

Die Urne war allerdings symbolischer Art: Der Leichnam des Monarchen war bereits am Vorabend in aller Stille in einem Sarg zum Sanam-Luang-Feld gebracht worden, wo Thailands Könige traditionell eingeäschert werden. Bhumibol hatte als erster Monarch verfügt, in einem Sarg verbrannt zu werden.

Neuer König noch ungekrönt

Wegen des Abschieds vom alten Monarchen wurde der Donnerstag in Thailand zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Neuer König des 67 Millionen Einwohner zählenden Staats ist nun Bhumibols einziger Sohn Maha Vajiralongkorn, als König Rama X. genannt. Der 65-Jährige ist allerdings noch nicht gekrönt.

Thailand nimmt Abschied von König Bhumibol

Video: srf/SDA SRF

Der neue König marschierte in einer schwarz-roten Uniform in der Prozession auch selbst mit - unter einem Schirm, den ein Diener für ihn trug. Am Abend sollte er persönlich den Scheiterhaufen anzünden.

Auch Militärmachthaber Prayut Chan-o-cha, der seit einem Putsch 2014 an der Regierung ist, nahm teil. Bhumibols Witwe, die langjährige Königin Sirikit, war bis zum Anbruch der Dunkelheit nicht zu sehen.

Zehnmonatige Vorbereitung

Die Zeremonie wurde von allen grossen thailändischen Fernsehsendern live übertragen. Im ganzen Land wurden zudem mehrere Dutzend Nachbildungen des Krematoriums aufgestellt, damit die Menschen dem toten König die letzte Ehre erweisen können. Die Kosten der Trauerzeremonie werden auf umgerechnet etwa 80 Millionen Franken geschätzt.

In zehnmonatiger Arbeit wurde dazu auch eigens ein Krematorium gebaut: ein 58 Meter hohes Modell des mythischen Bergs Meru, der für Buddhisten und Hindus Mittelpunkt des Universums ist. Dem Glauben nach steigt die Seele des Königs mit der Verbrennung in den Himmel auf. Die Asche wird künftig in einem Tempel aufbewahrt, der zum Grossen Palast gehört. (clp/sda/dpa)

Auch in der Schweiz wurde von König Bhunmibol Abschied genommen. Video: kaltura.com

Das könnte dich auch interessieren:

«Ich dachte, ich verblute»: Zürcherin muss 144-Notruf wählen, obwohl sie im Spital liegt

41 herrlich ironische Beispiele, wie uns das Leben ab und an ein Schnippchen schlägt

Kritik am Transmenschen-Gesetzesentwurf: «Der Bundesrat signalisiert: Ihr existiert nicht»

«Ihr Zürcho sind huorä Laggaffä! Wixxo! Losers!»

«Liebe Frau Seiler Graf, Ihre SP ist jetzt die neue SVP ...»

Entsteht in Italien das Modell eines modernen Faschismus?

Diese 15 Orte darfst du nicht besuchen. Und das ist besser so für dich

Ein schamloser Kuhhandel: Der AHV-Steuer-Deal ist eine schlaue und heikle Idee

11 Gründe, weshalb du den Sommer in der Schweiz verbringen solltest

präsentiert von

Züri-Hools gingen nach Basel zum Prügeln – das hätten sie besser sein lassen

Fact oder Fake? Experte hält Rätsel um MH370-Verschwinden für gelöst

Trump gräbt Nordkorea eine Atom-Grube und fällt nun selbst hinein

Diese 9 Influencer-Fails beweisen, wie «real» Instagram ist – nämlich gar nicht

Dieser kleine Trick hat mich von meiner Handy-Sucht befreit

Die Rebellion der ungefickten Männer kommt aus dem Internet! Ein Experte erklärt «Incel»

Der grosse Lohn-Check: So viel verdient die Schweizer Bevölkerung

«Die Angriffe sind real» – Experten warnen vor «unrettbar kaputter» E-Mail-Verschlüsselung

Der Bikini-Trend, auf den wirklich niemand gewartet hat: Nude

21 Markenlogos, in denen sich geheime Botschaften verstecken

Wie viele Menschen erträgt die Erde?

Französin wählt wegen Schmerzen den Notruf und wird ausgelacht – wenig später ist sie tot

Dieses Rätsel wurde für Superhirne mit IQ 131 oder mehr entworfen? Schaffst dus trotzdem?

Oben ohne auf der Rückbank – 8 Taxifahrer erzählen ihre absurdesten Erlebnisse

Stell dir vor, es ist Masseneinbürgerung und keiner geht hin (ausser ein paar Italiener)

Ach Tagi, was ist aus dir geworden? (K)eine Liebeserklärung zum Jubiläum

Da kocht das Blut, da blüht die Rose in der Hose ... Unsere Basler Bachelorette mal wieder

«Tote Mädchen lügen nicht» kommt wieder – wie gefährlich ist die Serie wirklich?

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Nordkorea hat offenbar sein Atomtestgelände gesprengt

Nordkorea hat sein Atomtestgelände Punggye Ri unbrauchbar gemacht. Das berichteten ausländische Journalisten, die am Donnerstag bei der von Pjöngjang angekündigten Zerstörung des Testgeländes dabei sein durften.

«Es gab eine riesige Explosion», berichtete Tom Cheshire vom Sender Sky News. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete, es habe über den Tag hinweg eine ganze Reihe von Explosionen gegeben.

Der US-Sender CBS berichtete, einer seiner Korrespondenten sei vor Ort Zeuge mehrerer …

Artikel lesen