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Bombenanschlag in Bangkok «sehr wahrscheinlich nicht» Werk einer internationalen Terror-Organisation

20.08.15, 07:57 20.08.15, 08:27

Die thailändische Polizei geht davon aus, dass ein Ausländer den Bombenanschlag auf einen Hindu-Schrein im Touristenviertel der Hauptstadt Bangkok verübt hat. Der Mann komme wahrscheinlich aus Europa oder dem Nahen Osten, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die Ermittler seien zudem davon überzeugt, dass er zwei Komplizen gehabt habe.

Alle drei Beteiligten seien in Aufnahmen von Überwachungskameras zu sehen. Bislang bekannte sich niemand zu der Bombenexplosion, bei der am Montag nach offiziellen Angaben mindestens 20 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt wurden. Mehr als die Hälfte der Todesopfer kam aus dem asiatischen Ausland.

Ein Sprecher des thailändischen Militärs sagte laut der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag, dass der Anschlag «sehr wahrscheinlich nicht» im Zusammenhang mit dem internationalen Terrorismus stehe. 

Laut Informationen der thailändischen Polizei könnte der Hauptverdächtige des Anschlags von mindestens neun Komplizen unterstützt worden sein. Das schreibt CNN am Donnerstag.

Die Polizei veröffentlichte ein Phantombild des Hauptverdächtigen, das auf Basis der Aufnahmen von Überwachungskameras entstand. Auf dem Bild ist ein junger Mann mit schwarzem Haar zu sehen, der einen dünnen Bart und eine schwarze Brille trägt. Für Hinweise zu seiner Ergreifung wurde eine Belohnung von rund 28'000 Dollar ausgesetzt. 

Auf dem grobkörnigen Überwachungsvideo ist zu sehen, wie der mit einem gelben T-Shirt bekleidete Verdächtige einen Rucksack abstellt und sich danach entfernt. Die anderen beiden Verdächtigen hätten sich in der Nähe des Mannes aufgehalten, sagte der Polizeisprecher. Sie hätten offenbar versucht, ihn vor Blicken abzuschirmen.

Kein Einzeltäter

Kurz nach der Veröffentlichung des Phantombildes erliess Bangkoks Südlicher Strafgerichtshof Haftbefehl gegen einen «ungenannten Ausländer». Ihm wird unter anderem eine Mordverschwörung im Zusammenhang mit dem Anschlag vorgeworfen.

Unklar ist, welche Organisation hinter dem Anschlag steckt. Die Polizei hat keine Gruppierung ausgeschlossen, auch nicht extremistische Gegner der Militärregierung. Allerdings passe die Tat weder zur Taktik der oppositionellen sogenannten Rothemden noch zu muslimischen Extremisten aus dem Süden des Landes, hiess es.

Muslimische Gruppierungen im Fokus

Für Sicherheitsexperten kommen auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder al-Kaida nahestehende Gruppen infrage. Ebenso schliesst es die Polizei nicht aus, dass Uiguren-Extremisten verantwortlich sein könnten. Erst im vergangenen Monat hat Thailand mehr als Hundert Angehörige der muslimischen Volksgruppe nach China ausgeliefert, die vor der Verfolgung in ihrer Heimat nach Thailand geflohen waren.

Der tödliche Sprengsatz war am Montag auf dem Gelände des Erawan-Schreins explodiert. Der Schrein unter freiem Himmel ist Gebetsort und Touristenattraktion, weil dort Tempeltänzerinnen in prunkvollen Gewändern mehrmals die Stunde Tänze aufführen. Dort halten sich immer Dutzende Thailänder und Besucher auf. 

Am Dienstag schleuderte ein Unbekannter einen zweiten Sprengsatz an einen bei Touristen beliebten Bootsanleger. Er verfehlte aber sein Ziel und explodierte im Fluss. Die Polizei geht von einem Zusammenhang zwischen den Anschlägen aus.

Erawan-Schrein wieder geöffnet

Der Erawan-Schrein wurde am Mittwoch wieder geöffnet. Einheimische und Touristen legten dort Blumen nieder und gedachten der Opfer. Die auf einem goldenen Altar stehende Statue des Hindu-Gottes Brahma war fast unversehrt. Nur am Kinn der Gottheit fehlte ein Stück. (wst/sda/reu/afp/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 20.08.2015 13:27
    Highlight Wer es auch immer war, Thailand schadet es sehr.
    Viele Länder haben Reisewarnungen für Bangkok herausgegeben. Das trifft den Tourismus und damit den Nerv der Wirtschaft, die seit mehr als einem Jahr stagniert und dringend positive Impulse durch den Millionenstrom von Urlaubern benötigt.
    Ein Bombenanschlag im Herzen einer Metropole wie Bangkok hat eine schlimme Wirkung. Er trifft härter, nicht nur, was die Opferzahlen angeht.
    Diesen Fakt herunterzuspielen und auf die "Zeit heilt alle Wunden" Strategie zu setzen, wird Thailands Glaubwürdigkeit in der Welt nicht fördern, im Gegenteil.
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