International

Die Jägerin mit dem eiskalten Herzen (und den sehr kurzen Hosen)

Michaela Fialova sieht gut aus – solange sie nicht mit toten Löwen oder Hyänen posiert. Der jagdlüsterne Exhibitionismus der jungen Tschechin geht Tierschützern gehörig auf die Nerven. Sie selbst ficht das nicht an.

09.03.15, 17:13 09.03.15, 17:34

Ein Artikel von

Hotpants, ein enganliegendes T-Shirt und ein Cap, das beim langen Warten, Lauern oder Pirschen vor der Sonne schützt: So sieht das Outfit von Gross- und Kleinwildjägerin Michaela Fialova aus. Seit geraumer Zeit dokumentiert die aus Tschechien stammende 27-Jährige in den sozialen Netzwerken ihr wildes Tun – seit Neuestem wird sie dafür von Tierschützern schwer angegangen.

So appetitlich die Ganzkörperaufnahmen der jungen Frau auf den einen oder die andere wirken mögen, so unangenehm sind jene Fotos, auf denen sie aufreizend mit toten Tieren posiert. Da wird Hyänen das Maul aufgerissen, um die Zähne zu präsentieren. Die Beine einer erschossenen Giraffe werden sorgsam verknotet, damit sie nicht aus dem Bild kippt. Ein älteres Foto zeigt Fialova, wie sie ihren Ex-Freund küsst und gleichzeitig ein totes Tier in der Hand hält.

Im vergangenen Jahr erlegte Fialova in Afrika offenbar einen Löwen. Sie legte ihn bäuchlings in den Sand, zerrte seine Vorderläufe auseinander und drückte die Schnauze in den Staub. Dann hockte sie sich daneben, griff in seine Mähne und lächelte in die Kamera als wollte sie Werbung für Zahnpasta machen.

«Wir jagen, um das Fleisch der Tiere zu essen.» 

Wenn man einen Löwen jagen wolle, brauche man eine Genehmigung, die von den örtlichen Behörden ausgestellt werde, rechtfertigte sich die Jägerin. Und überhaupt: Man solle doch bitte bedenken, wie viel Geld die Jäger nach Afrika bringen würden, das käme doch schliesslich den Gemeinden zu Gute. Die Grosswildjagd als ein Akt humanitärer Hilfe – da muss man erst Mal drauf kommen.

«Liebe Anti-Jäger», erklärt sie in einem «Aufklärungsvideo», das sie in einem Kühlhaus drehte. «Wir jagen, um das Fleisch der Tiere zu essen.» Während die Zuschauer ihr Fleisch mehrheitlich von Schlachthöfen bekämen und mithin gequälte und unglückliche Tiere verzehrten, hätten ihre Jagdopfer ein gutes Leben gehabt. Ja, überhaupt die Tierliebe. Besonders schlimm findet die Jägerin Zoos, denn Tiere solle man sich doch bitte in freier Wildbahn anschauen. Wenn es denn beim Anschauen bliebe.

In einer Online-Petition forderten mehr als 7700 Menschen, der Jägerin die Einreise nach Afrika zu verbieten und ihre Facebook-Seite zu schliessen. Es sei «verabscheuungswürdig und widerwärtig», mit toten Tieren als Jagdtrophäen zu posieren, erklärten sie. «Hey, Antis, glaubt ihr wirklich, dass ihr mich stoppen könnt? Ich werde niemals aufhören zu jagen!», so die rotzige Reaktion Fialovas. In einem neuen Video zeigt sie, wie man Zebrafleisch am besten als Steak zubereitet. «Diese Frau ist ein herzloses Monster», schrieb ein Internet-User

Überhaupt zeigt sich die Jägerin Fialova auf ihrer Facebook-Seite unbeeindruckt von den Querelen um ihre zur Schau gestellte Jagdlust. Penibel postet sie weltweite Publikationen über ihr Tun – es sind Artikel aus Mexiko, Taiwan oder Peru. «Danke für eure Unterstützung!», schrieb sie am Montag an ihre Fans. «Es war der Plan, zwei Kühe und einen Bullen zu schiessen, aber nach vier Tagen laufen und pirschen haben wir noch nicht mal einen erlegt …. Wünscht mir Glück für heute!!!!»

Das tun bei weitem nicht alle. Der Kommentar eines Facebook-Users lautete ganz unverhohlen: «Ich werde den Tag feiern, an dem sie von einem Löwen oder einer Hyäne gefressen wird.»

(ala/dpa)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • gwäsji 10.03.2015 21:21
    Highlight an alle.
    Menschen sind Menschen und Tiere sind Tiere,
    Tiere Bitte nicht als Mensch betrachten.
    man betrachtet ein Mensch auch nicht als Tier.
    1 2 Melden
  • Alnothur 09.03.2015 20:44
    Highlight Hätten die nicht jubeln sollen, als sie einen Löwen erlegte? Immerhin tötet dieser Löwe jetzt keine anderen Tiere mehr...
    7 36 Melden
  • lexander 09.03.2015 19:27
    Highlight schei** auf die brüste und die kurzen hosen. und was sie sonst noch an sex appeal zu bieten hat. oder ob sie gerne jagt und als jägerin eine verantwortung übernimmt. solche menschen haben vom leben null respekt oder sind zu blöd dafür.
    44 10 Melden
    • droelfmalbumst 10.03.2015 09:47
      Highlight die könnte von mir aus die schönste frau der welt sein... für mich trotzdem ein feiger parasit... unglaubglich dass "jagen" überhaupt akzeptiert wird... ich darf ja auch keine menschen jagen?!?!?!
      6 1 Melden

«Tür nicht vor der Nase zuschlagen»: So erklärt der Papst sein Schweigen wegen Rohingya

Papst Franziskus hat seinen zurückhaltenden Umgang mit der Krise um die muslimischen Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar verteidigt. Er habe in seinen offiziellen Reden das Wort «Rohingya» vermieden, um seinen Gastgebern nicht «die Tür vor der Nase zuzuschlagen».

«Sie wussten schon, was ich denke», sagte der Papst am Samstag auf dem Rückflug nach Rom von seiner Asienreise. «Für mich ist am wichtigsten, dass die Botschaft ankommt.»

Während seines Besuchs in Myanmar hatte der Papst die Rohingya nicht …

Artikel lesen