International

UNO-Hochkommissarin stolpert über Missbrauchsskandal

Obwohl die Vereinten Nationen über Missbrauchsvorwürfe gegen französische Soldaten informiert waren, taten sie lange nichts. Jetzt tritt die stellvertretende Hochkommissarin Pansieri zurück.

23.07.15, 08:44 23.07.15, 08:58

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Die stellvertretende UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Flavia Pansieri, wird sich von ihrem Amt zurückziehen. Zuvor war heftige Kritik an ihrem Umgang mit dem Pädophilie-Skandal um französische Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik laut geworden.

Zwischen Dezember 2013 und Juni 2014 sollen die Soldaten hungernde Kinder in Flüchtlingscamps zum Sex gezwungen haben – im Tausch gegen Nahrungsmittel, Trinkwasser und Geld. Angeblich hatten Entwicklungshelfer die UNO mehrfach darüber informiert, doch die Organisation blieb rund ein Jahr tatenlos.

Ein Mitarbeiter des UNO-Kommissariats für Menschenrechte (UNHCHR), Anders Kompass, reichte die Anschuldigungen schliesslich unaufgefordert an die französische Regierung weiter, um Ermittlungen zu erzwingen. Kurz darauf forderte Pansieri ihn zum Rücktritt auf. Nun will die 64-Jährige ihrerseits zurücktreten, angeblich aus «gesundheitlichen Gründen», wie eine UNO-Sprecherin in New York bestätigte.

Pansieri hatte zuvor eingeräumt, dass die UNO sich nicht richtig verhalten habe: «Ich übernehme die volle Verantwortung, der Angelegenheit nicht die volle Aufmerksamkeit geschenkt zu haben», schrieb Pansieri in einem internen Vermerk. Auch in Frankreich waren die Ermittlungen verschleppt worden.

Die UNO setzte in dem Fall inzwischen eine unabhängige Untersuchungskommission ein, erste Ergebnisse sollen im September vorliegen. Gegen die französischen Soldaten wird in ihrem Heimatland ermittelt. (kry/AFP)

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