International

Der kleine Diktator: Lukaschenko schickt seinen 11-jährigen Sohn zur Uno 

Für seine Willkür ist der weissrussische Präsident Lukaschenko berüchtigt. Hat er nun seinen Nachfolger eingeführt? Der elfjährige Sohn des Diktators sass überraschend in der Uno-Generalversammlung in New York.

29.09.15, 18:29

Ein Artikel von

Er trägt einen Seitenscheitel, die Wangen leicht gerötet, blauer Anzug, blaue Krawatte - er passt optisch ganz gut in die Uno-Generalversammlung. Allein: Er ist elf Jahre alt. Kolya Lukaschenko ist der Sohn des weissrussischen Präsidenten - und war offenbar offizielles Mitglied der Landesdelegation für den Uno-Gipfel in New York. Das berichten russische und weissrussische Nachrichtenmedien.

Auf Twitter kursiert ein Bild, auf dem der Elfjährige neben dem weissrussischen Aussenminister Wladimir Makej sitzt:

Papa Lukaschenko ist bekannt für seinen autoritären Regierungsstil. Er hat dem weissrussischen Präsidenten den Beinamen «Europas letzter Diktator» eingebracht. Seit 1994 ist er an der Macht und damit Europas am längsten regierendes Staatsoberhaupt. Wenn er wählen lässt, gewinnt er - offiziell - haushoch.

Bei seiner Rede vor den Delegierten der Vereinten Nationen blieb er seinem Ruf treu: Er beklagte einen «künstlichen Kult um Persönlichkeitsrechte». Darin macht er «die tiefliegende Wurzel aller dieser Krisen» wie Klimawandel und sozialer Verwerfungen aus. «Unverantwortliche soziale Ideen können zu einer neuen Spaltung zwischen den Kulturen führen und brutale religiöse Unterdrückung und ethnische Konflikte zeugen.» Die «angeblichen Freiheiten» hätten viel Schaden angerichtet.

Sohn Kolya verfolgte die Rede seines Vaters. Am Tag zuvor besuchten beide laut einem Medienbericht bereits gemeinsam das 9/11-Denkmal am «Ground Zero».

Ist sicher stolz: Papa Lukaschenko.
Bild: EPA

vek/dpa

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gringoooo 30.09.2015 00:26
    Highlight Das Handwerk der Unterdrückung will früh gelernt sein.
    2 0 Melden

«Massaker» vor den Toren von Damaskus – Treffen des Uno-Sicherheitsrat endet ergebnislos 

Das Leiden der Menschen in der eingeschlossenen syrischen Rebellenenklave Ost-Ghuta geht unvermindert weiter. Auch am Donnerstag wurden die Ortschaften in dem Gebiet östlich der Hauptstadt Damaskus massiv bombardiert.

Der Uno-Sonderbeauftragte Staffan de Mistura und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sprachen von einem Massaker. Bei Bombardierungen der belagerten Region nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus starben auch am Donnerstag mindestens 36 Zivilisten, mehr als 200 wurden verletzt, wie …

Artikel lesen