International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

UNO kritisiert verschärfte Asylpraxis für Eritreer

17.02.17, 09:40 17.02.17, 10:04
epa05751520 African asylum seekers protest in front of the Israeli Supreme Court, in Jerusalem, Israel, 26 January 2017. Hundreds of African migrants from Eritrea held a protest outside the Israeli Supreme Court calling not to deport them back to their countries as  they seek refugee status.  EPA/ABIR SULTAN

Hunderte Migranten aus Eritrea demonstrieren im Januar in Jerusalem gegen ihre Ausschaffung.  EPA/ABIR SULTAN Bild: ABIR SULTAN/EPA/KEYSTONE



Der UNO-Sonderberichterstatter für Migration, François Crépeau, kritisiert die verschärfte Asylpraxis für Eritreer. Es gebe keinen stichhaltigen Grund, der diese Änderung rechtfertige, sagte er in einem Interview. Mit ihrer Praxis stehe die Schweiz alleine da.

Eritreische Flüchtlinge erhalten hierzulande kein Asyl mehr, nur weil sie ihr Heimatland illegal verlassen haben. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht Anfang Februar in einem Grundsatzurteil.

Bis letzten Sommer wurde eine illegale Ausreise aus dem Land am Horn von Afrika als Fluchtgrund angesehen. Denn wer illegal aus Eritrea ausreist, riskiert dort eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) änderte diese Praxis jedoch auf Basis eines neuen Facts-Finding-Berichts.

Der UNO-Sonderberichterstatter für Migration, François Crépeau, kritisiert den Entscheid des Bundes. Es gebe keinen Beweis dafür, dass bei einer Rückkehr nach Eritrea nicht mehr zwingend eine Gefährdung oder Bestrafung drohe, sagte Crépeau in einem am Freitag veröffentlichten Interview in der «Berner Zeitung».

Die Schweiz müsse nun in jedem einzelnen Fall sicher sein, dass eine Rückkehr für diese Person unproblematisch sein. Dies setze einen Mechanismus voraus, um überprüfen zu können, ob dann nach der Rückkehr tatsächlich nichts passiere.

Für Crépeau steht die Schweiz mit ihrer Praxisänderung «ziemlich allein da». Erst jüngst habe Grossbritannien seinen «restriktiven» Kurs korrigiert. Das Asyl-Berufungsgericht sei zum Schluss gekommen, dass sich die Gefährdungslage für eritreische Rückkehrer nicht vermindert habe.

Der UNO-Sonderberichterstatter warnt davor, aufgrund von Zweifel an der Lageanalyse die Praxis zu ändern. Stattdessen müsse der Grundsatz gelten: «Gibt es Zweifel, ob Menschen Schutz nötig haben oder nicht, dann hat der Schutz Vorrang.» (sem/sda)

Asylsuchende zeigen, was sie an der Schweiz besonders schätzen

Das könnte dich auch interessieren:

Unsere Liebe zu den Bauern endet beim Portemonnaie

Riesen-Show von Shaqiri – deshalb wechselte ihn Klopp trotzdem in der Halbzeit aus

St.Gallen verbietet Burkas – 3 Dinge, die du dazu wissen musst

Diese 9 Schweizer Orte liebt das Internet (zu sehr)

Wie ein Fussball-Teenie 600'000 Franken für Koks und Alk verprasste und abstürzte

Wir haben kürzlich dieses BMW-Plakat gesehen – und hatten da ein paar Fragen

Das essen wir alles in einem Jahr

Mehr als nur Sex zwischen Bäumen: Wie dieser Wald im Aargau zum «Schwulewäldli» wurde

Sex, Lügen und Politik: Der Fall Kavanaugh erinnert an die Hetze gegen Anita Hill

Trump Jr. postet dieses Fake-Bild – und wird vom Moderator komplett demontiert

Instagram vs. Realität – wie es hinter den perfekten Fotos wirklich aussieht

Genital-Check bei jungen Flüchtlingen: Jetzt intervenieren Fachleute und Politik

iOS 12 ist hier – das sind 13 nützliche Tipps für iPhone-User

«NACHBARN AUFGEPASST» – Wie eine Touristin in Deutschland zur Einbrecherin erklärt wurde

Diese 19 Comics zeigen, wie sich Depressionen und Angst anfühlen

Autistin flüchtet aus Angst vor SBB-Ticket-Kontrolle – und wird hammerhart bestraft

Das passiert, wenn Manchester-Fans beim FC Basel nach Champions-League-Tickets fragen 😂

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pinkes Einhorn 17.02.2017 12:13
    Highlight Die Schweiz steht rechtlich auf sicheren Füssen. Denn die meisten Eritreer flüchten vor dem Militädienst in Ihrem Heimatland und Dienstverweigerung, ist gemäss der Genfer Konvention, welche das Oberste International gültige schriftliche Recht darstellt, kein Asylgrund und deshalb ist ein jeder Asylsuchende mit solch lautenden Fluchtgründen kein Flüchtling sondern eben ein Asylsuchender und hat insofern auch nicht die Rechte eines Flüchtlings. Was bedeutet nun solch ein Kommentar eines UNO-Botschafters? Nichts!
    41 5 Melden
    • Roterriese 17.02.2017 13:51
      Highlight Ein sehr grosser Teil wird wohl aus wirtschaftlichen Gründen "flüchten".
      26 5 Melden
  • Roterriese 17.02.2017 11:54
    Highlight Dann soll er doch kritisieren. Bei den Eritreern fragt es sich eh, ob es sich dabei um echte Flüchtlinge oder bloss um Armutsflüchtlinge handelt.
    36 7 Melden

Morgen ist Uno-Generaldebatte und die Welt wartet auf den nächsten Trump-Affront

In New York beginnt die Uno-Generaldebatte. Im Mittelpunkt: US-Präsident Trump, der dort im vergangenen Jahr mit seiner «America first»-Doktrin schockte. Diesmal könnte er sogar noch unbeherrschter auftreten.

Der Werbespot wirkt, als ginge es um die TV-Serie «Homeland». Zu dramatisch-düsterer Musik flackern hektische Szenen über den Bildschirm: Flüchtlinge, Helikopter, rennende Soldaten. «Schauen Sie zu», ist da zu lesen, «wie Geschichte geschrieben wird.»

Doch hier geht es nicht um das Schicksal der fiktiven CIA-Agentin Carrie Mathison. Das einminütige Video, produziert von der PR-Abteilung der Vereinten Nationen, wirbt vielmehr für die Uno-Generaldebatte - als sei das …

Artikel lesen